Montag, 15. September 2014

Die unglaubliche Geschichte des Mr. C

























Regie: Jack Arnold

Mein Leben als Däumling...

Jack Arnold hat einige wichtige Kultfilme im Horror und Science Fiction Bereich gedreht. Er präsentierte dem Zuschauer mutierte Riesenspinnen in "Tarantula", Kiemenmonster in "Der Schrecken vom Amazonas", Fliegende Untertassen in "Gefahr aus dem Weltall" und Mad Scientists in "Der Schrecken schleicht durch die Nacht".
Sein vielleicht bester Film ist aber der 1957 entstandene "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" - eine Geschichte über einen Mann, der langsam schrumpft und immer kleiner und kleiner wird. Dieser Mann heißt Scott Carey (Förder Williams),  ist ein junger erfolgreicher Geschäftsmann, der mit seiner Frau Louise (Randy Stuart) auf einem Boot vor der Küste von Kalifornien seinen Kurzurlaub genießt. Wenn er Louise nicht dazu überredet hätte ihm ein Bier zu holen und die kurzfristig unter Deck geht, dann wäre sie es vermutlich gewesen, die diese große, seltsame Wolke am Horizont gesehen hätte. Diese Wolke kommt nun aber immer näher auf Scott zu und wandert dann weiter. Als Louise wieder hoch kommt, ist der Spuk schon vorüber - lediglich hat sich auf Scotts Haut etwas Staub der Wolke abgesetzt. Louise ist zwar etwas beunruhigt, aber im Alltag vergisst das junge Paar das seltsame Erlebnis auch schnell wieder. Erst ca. 1/2 Jahr später bemerkt Scott, der normalerweise 1,85 cm groß und 190 Pfund schwer ist, dass er abgenommen hat und vor allen Dingen kleiner geworden ist. Aber noch sieht sein Arzt Dr. Bramson (William Schallert) bei 4 verlorenen Zentimetern keinen Handlungsbedarf.
Der einzige der besorgt bleibt ist Scott selbst. Er geht auch weiterhin zum Arzt und nach mehreren Ergebnissen kommt man durch die Röntgen-Aufnahmen tatsächlich zum Schluß, dass Scott immer kleiner wird. Es wird aber kein Grund dafür gefunden. Erst da fällt Scott die Begegnung mit dieser Wolke wieder ein.
Nach einem anfänglichen Hoffnungsschimmer gehts rapide bergab. Mit seiner Statur schrumpft auch sein Selbstbewusstsein und seine emotionale Ausgeglichenheit, in der Ehe häufen sich die Anspannungen. So gut es geht schreibt Scott an seiner Autobiographie, während sein Haus von Reportern belagert wird. Nur kurz kann ihn die Liliputanerin Clarisse (April Kent) etwas aufbauen und ihm neuen Lebensmut einflößen. Bald jedoch ist Scott kaum noch größer als ein Spielzeug. Ein Puppenhaus wird seine neue Heimat.  Er kann nur noch schreiend mit Louise kommunizieren und verfällt zunehmend in Agonie. Als Louise eines Tages das Haus verlässt, kommt es zu einer für Scott fast tödlichen Verfolgung durch seine geliebte Katze, für die er inzwischen zu einem nahrhaften Happen wie eine Maus geworden ist. Scott stürzt auf der Flucht die Kellertreppe herab und bleibt für seine Frau fortan verschollen. Während Louise glaubt, dass Scott von der Katze gefressen wurde, richtet der Zwerg im Keller ein neues Leben ein. Doch der Hunger plagt ihn und es lauert da unten auch ein Feind. Eine Spinne, die ebenfalls auf der Suche nach Nahrung ist...


 Besonders die Sequenzen im Keller sind sehr gut gelungen. Da wird eine Mausefalle zur echten Gefahr und Herausforderung. Eine Streichholzschachtel zum neuen Dominzil, dass etwas Sicherheit in einer feindlichen Umgebung bietet. Nadeln und Bleistifte werden zu Waffen, aber die Gefahren lauern überall und bald muss sich Scott seinem Kampf des Lebens stellen, um in dieser Umgebung überleben zu können. Am Ende steht eine Veränderung seiner Sichtweise und er verzweifelt nicht mehr an seiner aussichtslosen Lage, sondern erkennt auch einen tieferen Sinn in seiner neuen Daseinsform. Am Ende von Jack Arnolds famosem Klassiker, der ein optimaler Mitternachts-Grusler der alten Schule ist, steht die Vielfalt der Schöpfung im Mittelpunkt und der Verweis seine Position auch einmal zu verändern, weil jedes Leben Wert besitzt. Auch das Leben im Mikrokosmos.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Donnerstag, 4. September 2014

Der Gorilla von Soho

























Regie: Alfred Vohrer

Statt Pfaffe nun ein Affe...

Was ist noch schlimmer als der Bucklige von Soho ? Natürlich "Der Gorilla von Soho" und dieser gehört zur Gorillabande, die schon vor Jahren ihr Unwesen in London trieb, dann mal ne Ruhepause einlegte und nun sind sie wieder da. Die Bande heißt so, weil einer der Schurken aufgrund seines entstellten Gesichts in einem billigen Gorillakostüm seine Untaten absolviert. So viel zum Schwachsinn...wobei es sich bei diesem 32. Edgar Wallace Krimi um ein extremst schrilles Remake des vielleicht besten Wallace Films "Die toten Augen von London" handelt. Wieder stand Alfred Vohrer hinter der Kamera, aber er macht daraus einen ganz anderen, völlig überzeichneten Film daraus. Aus dem düsteren, nebelverhangenen Original wurde ein kurioses 60s Spektakel mit einem dynamisch auftretenden Horst Tappert als Inspektor David Perkins.
Der merkt auch als Erster, dass die Gorillas wieder am Werk sind. Die ist jetzt darauf spezialisiert reiche Männer, deren Erbe sozialen Einrichtungen zugute kommt,  in der Themse zu ertränken. Jedesmal ist auch eine Puppe mit einer rätselhaften Schrift beim Toten dabei. Doch da weiß der recht lüsterne Sir Arthur (Hubert von Meyerinck) eine Lösung, denn er engagiert mit Uschi Glas alias Susan McPherson eine Expertin für afrikanische Sprachen. Nebenbei macht sie auch noch den jungen Sergeant Pepper (Uwe Friedrichsen) ganz kirre.  Ein Besuch bei der karitativen Organisation "Love and Peace for People und deren Chef, Henry Parker (Albert Lieven) macht klar, dass der Mann einen Ganoven (Ralf Schermuly) als Sekretär angestellt hat und sogar Besuch von einem weiteren  Ganoven mit Namen Sugar (Herbert Fux) hat. Sehr verdächtig...auch im Mädchenheim St. Maria gehts nicht mit rechten Dingen zu. Die Oberin (Inge Langen) und die rabiate Schwester Elisabeth (Hilde Sessak) haben hier das Sagen und die Mädchen werden vielleicht sogar unterdrückt....







Der Film ist zwar Remake, aber er weißt eine deutlich höhere Verwandtschaft mit Alfred Vohrers "Der Mann mit dem Glasauge" auf, der ähnlich schrill und bunt zur Sache geht. Das große Problem ist aber der Vergleich mit dem Original, hier in der Neuverfilmung wirkt die gleiche Geschichte an manchen Stellen unfreiwillig komisch und manche Szene ist so übertrieben, dass sie schon beinahe als Wallace Parodie durchgehen könnte. Natürlich ist dieses freizügige Filmwerk recht unterhaltsam und Längen gibt es auch keine. Aber insgesamt wirkt es einfach wie "Zuviel des Guten" und erweist sich daher höchstwahrscheinlich als der schwächste aller Edgar Wallace Filme der Rialto. Dennoch mag ich auch diesen Film, der im Filmjahr 1968 immerhin 1,7 Millionen zahlende Zuschauer in die Kinos lockte und damit auf einem respektablen 22. Rang in den Kinojahrescharts kam. 








Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Montag, 1. September 2014

Todestrommeln am großen Fluß

























Regie: Lawrence Huntington

Sanders und die Diamantenschmuggler...

"Todestrommeln am großen Fluß" ist die 17te Edgar Wallace Verfilmung im Nachkriegsdeutschland und gleichzeitig präsentiert sich die britisch-deutsche Coproduktion als erster Farbfilm der erfolgreichen Serie.
Der Name ""Wallace" zog und lockte im Jahr 1963 immerhin 1,5 Millionen Zuschauer in Deutschland ins Lichtspielhaus, ist aber im Vergleich mit den Highlights der Serie wie "Gasthaus an der Themse" (3,6 Millionen), "Das Geheimnis der gelben Narzissen" (3,5 Millionen) oder "Die toten Augen von London" (3,4 Millionen) eher unterer Durchschnitt.
Und dies gilt auch für den Film selbst, der ungewöhnlich für einen Edgar Wallace nicht in London spielt sondern in der afrikanischen Kolonie Gondra. Dort ist Polizeiinspektor Sanders (Richard Todd, bekannt aus "Die rote Lola") der Ermittler vor Ort und einem Ring von Diamantenschmugglern auf den Fersen ist. Aber der geflüchtete Mörder Bongola, der einen Polizeibeamten erstochen hat, bleibt spurlos verschwunden. Als die attraktive deutsche Ärztin Dr. Inge Jung (Marianne Koch) am Flughafen landet, wird sie von Sanders Assistent (Simon Sabela) engagiert betreut, was Sanders dann nach der Sichtung der jungen Frau auch gerne selbst übernmmt. Sie soll das Team des weltberühmten Arztes Dr. Schneider (Walter Rilla) verstärken, zu dem auch die blonde Krankenschwester Marlene (Vivi Bach) und Franz Weiss (Albert Lieven) gehört.


 1964 realisierte der Produzent Harry Alan Towers einen weiteren Edgar-Wallace-Film, der auf dem Afrika-Roman um den Polizeiinspektor Sanders basiert. Dieser Nachfolger hieß "Sanders und das Schiff des Todes", lockte aber nur noch 800.000 Besucher ins Kino. Möglicherweise waren die Zuschauer vom Erstling dann doch nicht so begeistert.  Der Film ist leider nur bedingt spannend, aber immerhin sieht man ein bisschen Afrika, wenn Richard Todd im Boot dem Neuankömmling Marianne Koch Krokodile und Flußpferde zeigt. Das Krokodil kommit dann in dramatischer Manier auch noch am Ende zum Einsatz, denn der Drahtzieher landet auf dessen Speisekarte. Regie führte Lawrence Huntington. Natürlich ist diese Veröffentlichung in der Reihe "Filmjuwelen" für Jäger und Sammler von Edgar Wallace Filmen ein schönes Geschenk. Man sollte aber seine Erwartungen merklich herunterschrauben. Der Charme der schwarzweiß Klassiker dieser Kultreihe ist hier kaum vorhanden. "Todestrommeln am großen Fluß" ist zwar Nostalgie pur, aber bietet kaum Aufregendes an und die 80 Minuten laufen in einem extrem gemütilichen Tempo ab.

Bewertung: 5 von 10 Punkten.

Samstag, 2. August 2014

Mörderspiel

























Regie: Helmut Ashley

Mord im Penthouse...

Der 1961 entstandene Kriminalfilm "Mörderspiel" wurde seinerzeit von der Kritik als "Hitchcocknah" gelobt, was aus heutiger Sicht dann doch ein etwas zu hoher Vergleich ist - sehr gelungen ist der Krimi aber auf alle Fälle. Der kammerspielartige Streifen von Helmut Ashley hat aber auch ohne dieses Suspence-Flair viel interessantes zu bieten und er wirkt durch die vielen egozentrischen Selbstdarsteller, die dort im Penthouse, wo der Mord geschah, eine eher langweilige Party feiern, fast schon wie eine gallige Abrechnung mit dem Wirtschaftswunder und deren zuversichtliche Stimmung. Diese ist nämlich im "Mörderspiel" dann doch nahe am Abgrund angesiedelt und kann fast schon ein bisschen als Gegenentwurf für die auch im deutschen Nachkriegskino Einzug gehaltene Sehnsucht nach Harmonie und Optimismus durch diverse Heimatfilme angesehen werden. Der von dem späteren Oscargewinner Sven Nykvist bebilderte Film ist damit ein spannender Krimi, bei dem die in belangloser Langeweile erstarrte Partygesellschaft aus halbwegs gehobenen Mitgliedern der deutschen Nachkriegsgesellschaft aus ihrer Verdrängungslethargie herausgerissen wird. Diese hintergründige Gesellschaftsbetrachtung steht damit noch vor dem Suspencegehalt und beides zusammen hat Ashley (Das schwarze Schaf, Das Rätsel der roten Orchidee) zu einem sehenswerten Film verbunden.
Der Anfang zeigt einen Mörder beim Aufräumen des Tatorts, bevor er diesen verlässt. Peinlich genau säubert er die fremde Wohnung, in der er soeben eine Frau der High-Society getötet hat. Der Mann spricht mit sich selbst. Es ist der angesehene Modeschöpfer Klaus Troger (Harry Meyen), der schon mehrmals zugeschlagen hat. Sein Motiv ist ein tief sitzender Hass auf Frauen. Beim Verlassen des Hauses passiert aber für den Täter dieser sogenannte Worst Case, denn gleich vor dem Haus der Leiche trifft er auf den Jungarchitekten Hein Kersten (Götz George), der mit einem Sportwagen unterwegs ist. Beide Männer verbindet eine lose Bekanntschaft und daher fährt Kersten nichtsahnend den Serienkiller in die Stadt. Die Gedanken des Mörders sind damit beschäftigt, diesen unvorhergesehenen Zeugen um die Ecke zu bringen, dieser denkt aber nur an die tolle Party, die bei Geschäftsmann Hauser (Heinz Kievenow) in dessen luxuriösem Penthouse steigt. Bei diesen Partys ist auch Trogers frustierte Ehefrau Eva (Magali Noel) beliebter Dauergast. Kein Wunder, denn ihr Geliebter Dahlberg (Georges Riviere) verkehrt dort auch. Kersten überredet Troger auf die Party mitzugehen, was dieser dann auch tut, denn vielleicht ergibt sich so noch einmal die Gelegenheit den Zeugen zum Schweigen zu bringen. Und die Zeichen stehen bald sehr günstig, denn die gelangweilte Gesellschaft entschliesst sich mal wieder das beliebte "Mörderspiel" zu spielen. Jeder der 12 Partygäste muss eine Karte ziehen, wobei einer der Anwesenden den Detektiv spielen muss, ein anderer das Opfer und einer ist der Täter. Der Detektiv muss dann durch seine Verhöre herausbekommen, wer der Mörder ist. Und nur dieser darf lügen, die anderen müssen die Wahrheit sagen. Natürlich wird aus dem Spiel fieser Ernst und die Gesellschaft (u.a. Hanne Wieder, Margot Hielscher, Robert Graf, Wolfgang Reichmann, Anita Höfer, Uschi Siebert) werden bald wegen einem Mordfall vom Kriminalinspektor (Wolfgang Kieling) verhört...






Der Film hat in seiner Anfangssequenz ein bisschen was von diesem Giallo Feeling und man hört die Offstimme, die dem Täter gehört und der hier seine Gedanken äussert. Hier lässt sich schon das Können des späteren Lieblingskameramann von Ingmar Bergman erkennen, der noch weitere sehr schöne Einstellungen in dem Szenario der Schönen und Reichen einbringt. Geschickt bietet der Film dem Zuschauer auch einige interessante Wendungen und auch wenn der Schlußplot nur durch eine gewisse Unlogik möglich ist (Täter sind normalerweise nicht so unvorsichtig im Umgang mit Beweismitteln) darf man sich hier auf einen gut gemachten 60er Jahre Krimi aus der BRD freuen. Ca. 1,5 Millionen Zuschauer schauten sich den atmosphärischen Kriminalfilm im Kino an. 





Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Unter Verdacht




Regie: Robert Siodmak

Die Morde des Philipp Marshall...

Dank Koch Media lassen sich nun endlich die Lücken von Robert Siodmaks Noirs schliessen. Nach "Zeuge gesucht" erschien nun mit "Unter Verdacht" ein weiterer äusserst interessanter Vertreter des Genres. Insgesamt drehte er zwischen 1943 und 1949 zehn Filme der schwarzen Serie, darunter die hervorragenden Meisterwerke "Die Wendeltreppe" und "Rächer der Unterwelt". Der Schauplatz ds Films ist aber nicht die Straße der Großstadt, sondern die Handlung spielt in London zur Zeit Jahrhundertwende und deshalb lassen sich auch Vergleiche zu George Cukors "Das Haus der Lady Alquist" oder "The Lodger" von John Brahm ziehen. Der Film erzählt die Geschichte von Philpp Marshall (Charles Laughton), der als Geschäftsführer in einem alteingesessenen Tabakwarenladen arbeitet. Ein sehr ruhiger Mann mit einer weichen, zarten Schale - was eigentlich zu seiner Erscheinung so gar nicht passen will.  Der dickliche, gutmütige Mann steht unter der Pantoffel seiner zänkischen Frau Cora (Rosalind Ivan), die sogar Sohn John (Dean Harens) aus dem Haus getrieben hat. In der Nachbarschaft pflegt er guten Kontakt zu der netten Mrs. Simmons (Molly Lamont), die allerdings mit einem Alkoholiker (Henry Daniel) verheiratet ist. Philipp nutzt die Gelegenheit von Johns Auszug und zieht vom ehelichen Schlafzimmer ins Zimmer des Sohnes. Philipp schluckt allerdings seinen Frust ständig in sich hinein, die Menschen in seiner Umgebung sehen ihn ihm ausschliesslich den gütigen Mr. Marshall. So geht er auch milde mit dem Lehrjungen Merridew (Raymond Severn) um,  der für saure Drops und den Bären vom Zirkus ein bisschen was von der Portoabrechnung abgezwackt hat. Dort bei der Arbeit lernt er auch die hübsche, junge Mary Grey (Ella Raines) kennen, die sich bei ihm um eine Stellung bewirbt. Leider muss er ihr absagen, aber nach Geschäftsschluß treffen sich die beiden noch einmal. Mary, auf der Parkbank weinend, rührt ihn und er verspricht ihr bei einem Essen sich bei einer anderen Firma für sie einzusetzen. Die beiden werden Freunde und die verwandten Seelen machen es möglich, dass mehr daraus wird. Als Philipp seiner Frau die Scheidung vorschlägt, lehnt diese entrüstet ab. Mehr noch: Cora spioniert ihm nach und findet heraus, dass der Ehemann ein Verhältnis hat...


Aus dieser Konstellation entwickelt Robert Siodmak eine Kriminalgeschichte, denn der ermittelnde Inspektor, gespielt von Stanley Rogers, ist ein hartnäckiger Beamter, der sich nicht mit der Unfallvariante zufrieden gibt. Der Film hat eine sehr gelungene Gothic-Atmosphäre und bietet mit Charles Laughton und Ella Raines sehr gute Schauspieler. Dabei gelingt es vor allem Laughton eine sehr ambivaltente Figur sichtbar zu machen. Der sanftmütige Mann hat eine sehr dunkle Seite, die dem Zuschauer nicht gezeigt wird. Er kann sie lediglich erahnen. So wird der erste Mord gar nicht gezeigt und der zweite nur sehr knapp geschildert. Er bemerkt aber in einem Dialog mit seiner Frau, dass sein Innenleben erschreckende Gedanken und Gefühle unterdrückt. So gesehen ist der Film auch wieder typisch für das Faible Siodmaks an der krankhaften Psyche seiner Figur. "Unter Verdacht" ist ein etwas unterschlagener, sehr gelungener Klassiker, der einen höheren Stellenwert auf jeden Fall mehr als verdient hätte.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.