Mittwoch, 5. Dezember 2018

Yojimbo - Der Schwertkämpfer

























Regie: Akira Kurosawa

Undurchsichtiger Schwertkämpfer...

Er sieht schon klasse und cool aus...Toshiro Mifune als Kuwabataka Sanjuo in Akira Kurosawas richtungsweisendem Samuraifilm "Yojimbo" aus dem Jahr 1961.
Die Story könnte einem Western entstammen. Ein Fremder kommt in eine Stadt, in der zwei Clans um die Herrschaft kämpfen und deshalb Killer engagieren, um den Sieg davonzutragen. Es gibt täglich Tote in der Stadt. Dieser Fremde agiert verschlagen und spielt gekonnt die beiden Gegner gegeneinander aus.
Tatsächlich sieht es bis fast zuletzt so aus als wäre der fremde Samurai eine moralisch zwiespältige Gestalt, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist. In diesem Kontext weist der Film auch schon den späteren Italowestern und dessen Antihelden hin. Kein Wunder, denn Kurosawas Film hat dieses Genre maßgeblich beeinflusst und inspiriert. Er scheut auch nicht fiese Grausamkeiten zu platzieren, so sieht der Samurai beim Eintreffen in der Stadt einen Hund, der sich mit einer abgetrennten Menschenhand im Maul davonschleicht.
Dabei sollte ein Ronin doch edel, hilfreich und gut sein. Doch Gonji (Eijiro Tono), der Besitzer der kleinen Taverne, hat im Lauf der Handlung immer wieder Grund genug an der Gesinnung des exzellenten Schwertkämpfers zu zweifeln. Denn der geheimnisvolle Fremde ist nicht nur zynisch, sondern sofort nach der Ankunft auch extrem gewaltbereit. Sein erster Einsatz fordert ein paar Tote und beschert dem gierigen Bestatter (Atushi Watanabe) goldene Zeiten. Denn Särge sind gefragt wie nie.
Die Geschichte spielt um 1860 während der letzten Jahre des Tokugawa Shogunats. Der Zuschauer sieht wie der Ronin durch eine desolate japanische Landschaft wandert. Er hält bei einem Bauernhof an, dort gibts gerade Streit, weil der Sohn (Yosuke Natsuki) es satt hat seine Zukunft weiterhin als armer Bauer zu leben. Er will in diese Stadt, wo zur Zeit das Gesetz des Stärkeren gilt und sich einer der beiden Parteien anschließen.
Wenig später ist auch der Ronin in dieser Stadt, wo sich die Clans von Ushitora (Kyu Sazanka) und Seibei (Seizaburo Kawazu) bekämpfen. Er nimmt mit beiden Parteien Kontakt auf und merkt sehr schnell, dass bei Seibei dessen verschlagene, hinterhältige Frau Orin (Isuzu Jamada) die Hosen anhat und treibende Kraft im Kampf zu sein scheint. Ushitora hat mit seinen beiden Brüdern Unosuke (Tatsuya Nakadai), einen Revolverhelden und  Inokichi (Daisuke Kato) zwei ganz üble Kerle, die für Angst und Schrecken sorgen. In seinen Reihen kämpft sogar ein Oger (Namigoro Rashomon), der schon optisch seine Gegner in die Flucht schlägt.
Durch seinen ersten Auftritt verschafft sich der Ronin nicht nur Respekt bei beiden Streitparteien - er wird auch von beiden umworben als Leibwächter. So hat der Ronin den Vorteil beide Gegner kennenzulernen und deren Schwächen zu erkennen. Durch eine gegenseitige Geiselnahme wird auch das Schicksal der jungen Nui (Yoko Tsukasa) offenbar, die von ihrem Mann und ihren kleinen Jungen getrennt wurde und nun bei einem Anderen Liebesdienste verrichten muss. Erst durch die Befreiung der Frau erkennt Gonji den guten Kern seines Ronin, der bei ihm zu Gast ist. Zum ersten Mal hat er auch ein Lächeln auf den Lippen. Doch in dem Moment fliegt das doppelte Spiel unseres Helden auf...



Akira Kurosawas größte Meisterwerke im Samurai-Genre sind zweifelsohne die Klassiker "Rashomon", "Sieben Samurai" und "Ran". Für mich sind aber "Die verborgene Festung" und eben "Yojimbo" fast ebenbürtig. "Die verborgene Festung" diente ja wie jeder weiß George Lucas als Vorlage für seinen ersten Star Wars Film und "Yojimbo" ist trotz der fehlenden Tiefe ein irre cooles Actionvergnügen. In einigen Passagen erkennt man fast schon eine parodistische Tendenz. Wer das Bild dieses Samurai, der plötzlich auf der leeren Straße auftaucht und in Richtung seiner Gegner sieht, wird es auch nicht so schnell wieder vergessen. Es ist einfach ein magisches Kinobild. Sergio Leone drehte einige Jahre später seinen hochgelobten Italowestern "Für eine Handvoll Dollar". Die Rolle des coolen Toshiro Mifune bekam mit Clint Eastwood ein ebenso einprägsames neues Gesicht. Auch Leones Remake wurde ein Riesenerfolg. 



Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Dienstag, 4. Dezember 2018

Tiger Bay

























Regie: J. Lee Thompson

Der Mörder und das kleine Mädchen...

J. Lee Thompsons eher ungewöhnlicher Film Noir "Tiger Bay" aus dem Jahr 1959 erinnert etwas an den Genreverwandten "Ein Kind war Zeuge" von Charles Crichton, der 7 Jahre früher gedreht wurde. Bei beiden Filmen handelt es sich um britische Produktionen und J. Lee Thompson konnte später in den USA mit seinem Meisterwerk "Ein Köder für die Bestie" noch einmal sein Geschick und seine Könnerschaft in dieser Filmgattung beweisen. "Tiger Bay" sieht vor allen Dingen hervorragend aus. Die ersten Bilder vom Schiff, dass in den Hafen von Cardiff eingefahren ist, und die Kamera auf die ankommenden Matrosen hält, fängt schon eindrücklich die starke Atmosphäre der Geschichte ein. Einer dieser Matrosen ist der junge Pole Bronislav Korchinsky (Horst Buchholz) und nach vielen Monaten auf hoher See endlich seine Freundin Anya (Yvonne Mitchell) besuchen und bald heiraten will. Die Heuer hat er gespart, nichts soll dem Glück zu Zweit im Wege stehen. Doch in der alten Wohnung wohnt ein anderes Mädchen (Shari), die nicht gerade erfreut ist, dass ein fremder Kerl im Zimmer steht. Vom Verwalter Dr. Das (Marne Maitland) erfährt er Anyas neue Adresse. Sie wohnt jetzt in einem Mietshaus nahe den Docks. Dort wohnt auch die 11jährige Vollwaise Gillie Evans (Hayley Mills), die dem Matrosen den Weg dorthin zeigt. Gillie ist mehr Junge als Mädchen, spielt lieber mit Spielzeugpistolen statt mit Puppen und lügt, was das Zeug hält. Ihre Tante Mrs. Phillips (Megs Jenkins) lebt im gleichen Haus wie Anya, doch sie und alle anderen Mitbewohner halten nicht viel von der attraktiven Frau, die einen älteren Herrn (Anthony Dawson) empfängt. Man sagt sich, dass sie sich aushalten lässt. Von all dem weiß Bronislav nichts, aber die Freude des Wiedersehens wird ganz schnell getrübt als ihm Anya die Tür öffnet und er sieht, dass der Tisch für zwei Personen gedeckt wurde. Hat sie etwa einen Anderen ? Tatsächlich kommt es sehr schnell zum Zerwürfnis und Anya teilt ihm mit, dass sie jetzt einen Freund mit Geld hat. Dies führt zu Aggressionen, die Frau nimmt eine Pistole aus der Schublade und versucht auf ihren früheren Lover zu zielen. Dies misslingt, er bekommt die Waffe in die Hand und in diesem Moment knallen ihm die Sicherungen durch. Er schießt mehrmals auf die Frau, die tot auf dem Boden aufschlägt. Jetzt ist nur noch die Flucht die einzige Möglichkeit. Doch durch den Türschlitz hat die kleine Gillie die ganze Szenerie als Augenzeugin mitansehen müssen. Sie kommt sogar an die Tatwaffe und versteckt die Pistole. Bronislav kann fürs Erste fliehen und Gillie hat nur Augen für die Waffe. Als ihre Tante die Leiche entdeckt, sagt sie, dass sie überhaupt nichts bemerkt hat. Sie bleibt auch bei dieser Aussage als sie vom ermittelnden Kommissar Graham (John Mills) befragt wird. Doch Bronislav will natürlich die Tatwaffe und möglicherweise will er auch die einzige Zeugin unschädlich machen...



Horst Buchholz spielt diesen Mörder allerdings mit sehr guten Charakteranteilen. Der Zuschauer merkt sehr bald, dass das schreckliche Verbrechen nicht unbedingt im Einklang mit dem Täter Bronislav Korchinsky steht. Zur fast gleichen Zeit stand der junge Horst Buchholz in "Das Totenschiff" ebenfalls als Matrose vor der Kamera. Er spielt in beiden Filmen einen ähnlichen Typen. In beiden Fällen ist es auch eine flatterhafte Frau, die das Schicksal des Seemanns mitgestaltet. Hochgelobt wurde aber vor allem das Leinwanddebüt von John Mills Tochter Hayley, die auf der Berlinale einen Silbernen Bären als Sonderpreis für ihre herausragende Darstellung erhielt. Ausserdem bekam sie 1960 für diese Rolle den BAFTA Award als vielversprechendste junge Schauspielerin.
Natürlich geht "Tiger Bay" nicht ganz als lupenreiner Film Noir durch. Er ist eher so etwas wie ein Hybrid aus Schwarzer Serie Krimi und Sozialdrama ala "Die Faust im Nacken". Die Impressionen der Stadt Cardiff sind jedenfalls hervorragend gelungen und setzt der Stadt sogar eine Art filmisches Denkmal.
Durch die durchweg perfekten Darstellerleistungen ist der Film auch heute noch sehr atmosphärisch und sehr schnell sind die Figuren im Mittelpunkt der Geschichte. In den 80er Jahren wurde J. Lee Thompson zum Garant für guten Charles Bronson Filme, er drehte für die Cannon Films Knaller kultfilme wie "Ein Mann wie Dynamit", "Murphys Gesetz"oder  "Das Gesetz ist der Tod".
 


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Dieser Mann weiß zuviel

























Regie: Andre de Toth

Wutbürger in Deep Water....

"Dieser Mann weiß zuviel" entstand 1954 und ist einer der Western, die das Gespann Andre de Toth und Randolph Scott gemeinsam drehten. Dabei gerät Scott als Postkutschenbegleiter Larry Delong in einen üblen Verdacht. Der Film basiert auf der 1942 erschienen Kurzgeschichte "Riding Solo" von Kenneth Taylor Perkins. Ungewöhnlich an der Inszenierung ist auch, dass die Hauptfigur als Off Stimme ihre inneren Gedanken preisgibt. Die Kameraarbeit von Bert Lawrence Glennon kommt dabei vorzüglich zur Geltung. Sie unterstreicht, dass es sich bei dem Ort Deep Water, dort spielt der Großteil des Films,  um einen sehr beengten Raum handelt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vorher muss der Bandit Dan Marady (James Milican) die Ein Mann Eskorte Delong außer Gefecht setzen. Marady und Delong kennen sich von früher und Delong ist schon lange hinter diesem Mörder her. Der hat vor Jahren bei einem Postkutschenüberfall Delongs Schwester und deren kleinen Jungen erschossen. Und seit dieser Zeit sinnt Delong auf Rache. Er weiß, dass die Bande irgendwann zuschlagen wird, um einen Postkutsche auszurauben und irgendwann wird er als Begleiter womöglich genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein. Nur haben die Banditen bereits entdeckt, dass Delong mitreist und man lockt ihn mit List von der Kutsche fort in einen Hinterhalt. Da Maradys Kumpane Pinto (Charles Bronson als er sich noch Buchinsky nannte) auch von Rache geleitet wird, löscht er das Leben von Delong nicht sofort - kurz und schmerzlos - aus, sondern er will ihn leiden sehen. In der prallen Sonne wird er gefesselt liegengelassen - sollen ihn die Geier fressen. In der Zwischenzeit wird die Postkutsche überfallen und ein junger Kutscher erschossen. Die mitreisende Frau und deren kind kommen schwer verletzt davon. In der Stadt hat sich bereits herumgesprochen, dass Delong mit einem älteren Mann weggeritten sei, der wohl zu Maradys Bande gehört. Sehr schnell hat der Mob der Stadt das Urteil gefällt: Delong gehört zur Bande und hat sich abgesetzt. Der Sheriff und die Bürgerwehr sind den Banditen aber auf den Fersen. Zum Glück kann Delong sich befreien und er weiß durch die Gespräche der Banditen, dass sie nach der Postkutsche noch die Spielbank in Deep Water ausrauben wollen. Wenn der Sheriff und die Bürgerwehr weg sind, ist das ja die optimalste Gelegenheit zum Ziel zu kommen. Delong reitet in die Stadt und wird dort von den Augen aller Bürger zuerst argwöhnisch, dann offen feindlich betrachtet. Man glaubt ihm nicht, dass er zurückkam um diie Stadt zu warnen. Depute Sheriff Tub Murphy (Wayne Morris) und sein Gehilfe (John Baer) haben die Aufgabe ihn erstmal ins Gefängnis zu bringen. Doch Delong widersetzt sich und Unterstützung bekommt er lediglich von der hübschen Orissa Flynn (Joan Weldon) und Doc Winkler (James Bell). Der gutmütige Sheriff tendiert dazu Delong zu glauben, doch der Mob auf der Straße und vor allem die feinen Bürger der Stadt, wollen Blut sehen...



Die Bürger werden gespielt von Joe Sawyer als Tom Biggert, Richard Garrick als Walters, William Johnston als Col. Flynn oder Carol Henry als mordlustiger Hobbyhenker sind alle etwas überspitzt gezeichnet, aber so wirken sie wie aus einem Horrorfilm entsprungen. Andre de Toth geht sogar soweit, dass er einen kleinen Jungen mit seiner Steinschleuder auf den unschuldigen Delong zielen lässt. Die ganze Stadt ist irgendwann in dieser Dynamik gegen ihn und die Straßen sind so voll wie auf einem Volksfest. Das gibt dem Film einen sehr eigenwilligen Charakter. Am Ende entscheidet sich aber de Toth für versöhnliche Töne, so bitter wie "High Noon" wird die Geschichte dieses sehr geglückten B-Western nicht ausgehen.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die Normannen kommen




















Regie: Franklin J. Schaffner

Das Erstreccht des Kriegsherrn...

Das Hauptthema in Franklin J. Schaffners Historienfilm "Die Normannen kommen" (Original: The War Lord) aus dem Jahr 1965 ist das s.g. "Droit du seigneur", auch bekannt als "Jus primae noctis". Dieses Recht der ersten Nacht erlaubte es den Feudalherren sexuelle Beziehungen zu ihren weiblichen Untertanen - vor allem zu Jungfrauen-  zu haben. Denn bevor die Mädchen die Heirat mit ihrem Liebsten eingehen durften, hatte der "Herr" das Erstrecht in der Hochzeitsnacht.
"Die Normannen kommen" entstand kurz nach "Der Kandidat" und ist inspiriert von einem Bühnenstück von Leslie Stevens.
Dabei beweist Schaffner auch hier schon sein Talent für eine effektive Inszenierung opulenter Stoffe. Leider sieht man der Produktion in manchen Szenen aber auch eindrücklich an, dass sie im Studio gedreht wurde. Hier kann der hervorragende Kameraspezialist Russell Metty (Spartacus, Im Zeichen des Bösen) diese Schwäche nicht ganz kaschieren. Dennoch gelangen ihm auch hervorragende Bilderkompositionen. Hier sei vor allem der Angriff der Friesen auf die Festung erwähnt. In diesem Momenten fühlt sich der Zuschauer tatsächlich ins Mittelalter versetzt. Oder wenn die Kamera durch diese noch etwas neblige Landschaft mit ihren Seen wandert. "Die Normannen kommen" ist aber nicht in erster Linie Bilderfilm, sondern er erzählt vom Dilemma eines solchen Feudalherren. Charlton Heston zeigt als Crysagon de la Crou eine seiner besten schauspielerischen Leistungen. Er zeigt glaubwürdig die Hin- und Hergerissenheit eines Mannes, der zwischen Verstand und Gefühlen völlig den Halt unter dem Boden verliert. Dabei ist dieser Crysagon de la Crou auf den ersten Blick für den Zuschauer ein echter Siegertyp. Ein Ritter, der sich im Kampf bewiesen hat und ein Günstling des Herzogs ist. Erst nach und nach werden zwei Schwachstellen sichtbar. Die eine ist das Mädchen Bronwyn (Rosemary Forsyth), die er zuerst begehrt und in die er sich dann auch verliebt und die zweite kommt mit dem Verhalten seines Bruders Darco de la Crux (Guy Stockwell) zum Tragen. Der ältere Bruder des bekannteren Dean Stockwell muss hier auch lobend erwähnt werden, er komplettiert mit Richard Boone, der Crysagons treuen Kriegsknecht Bors spielt, das glaubwürdige Trio der zuerst siegreichen normanischen Eroberern.
Immer dabei ist auch der zwergwüchsige Falkner Volc (Sammy Ross). Als die Friesen unter Führung des Königs Holbracht (John Alderson) erneut einfallen, schlägt Crysagon den Gegner gnadenlos in die Flucht. Er weiß nicht, dass einer der Gefangenen, ein kleiner Junge (Henry Wilcoxan) der Sohn des Friesenkönigs ist. Ausserdem begegnet er dem Mädchen Bronwyn, die seit ihrer Kindheit dem Sohn (James Farentino) des Dorfältesten und Druiden (Niall MacGnnins) versprochen ist. Die Menschen sollen christianisiert werden, doch im umgebenden Wald hängen immer wieder heidnische Zeichen an den Bäumen. Und die Menschen hier sind ihrem neuen Herrscher eher misstrauisch gesinnt.
Ein alter Wehrturm wird zur Burg der Eroberer. Dort erfüllt sich auch das Schicksal der Ritter und ihren Untergebenen...





Charlton Heston spielt seine Rolle sehr authentisch, man nimmt ihm diesen inneren Zwiespalt ab und genauso plausibel erscheint es, dass je mehr die Liebe bei ihm einzieht, die siegreiche Kampfeslust dem Gestern angehört. In einer Szene wird dies besonders deutlich, man bekommt das Gefühl der Ritter würde gerne alles aufgeben, nur um das Wichtigste behalten zu können: Das Mädchen. Und obwohl diese ihren versprochenen Bräutigam liebt, stellen sich auch bei ihr Gefühle für den Mann, der die Nacht mit ihr erzwingt, ein. Im Grunde eine sehr traurige Geschichte, denn das Glück hat ein nicht festes Fundament und es wird wohl keine Zukunft geben. Dieses Drama aus dem mittelalterlichen Flandern ist in einigen Passagen hervorragend gestaltet, kann aber diese hohe Qualität nicht durchgehend halten. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Ritterfilmen hat Schaffner hier das Mittelalter etwas stimmiger skizziert





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Aufstand in Arizona

























Regie:  William Witney

Aufstand der Apachen...

"Aufstand in Arizona" heißt im Original "Apache Rifles" und ist ein Western mit Kultstar Audie Murphy und entstand 1964 unter der Regie von William Witney. Seine Filme nicht allzu bekannt geworden, aber immerhin hat Quentin Tarantino schon vor einigen Jahren lobende Worte für diesen vergessenen Regisseur gefunden.  Sein Western spielt im Arizona Territorium im Jahr 1879 und zeigt den Kampf der US-Armee gegen die aufständischen Apachen unter der Führung ihres Häuptlings Victorio (Joseph A. Vitale). In den Geschichtsbüchern Amerikas wird Victorio als Befürworter des Friedens beschrieben. Aber als die Armee ihn und seinen Stamm in die San-Carlos-Reservation umsiedelte wurde er zum Rebellen und Anführer von etwa 250 Kriegern.
Im Film hat er auch mit dem stolzen Krieger Red Hawk (Michael Dante) auch einen Sohn, der optisch was hergibt und einer der Kontrahenten des Indianerhassers Captain Jeff Stanton (Audie Murphy" wird. Leider ist die Rolle, die Murphy hier spielen muss, vom Drehbuch etwas unglaubwürdig konzipiert. Er wird als großer Hasser angekündigt, doch andererseits spielt Murphy diese Figur auch kein bisschen niederträchtig und gemein. Die Figur wird vom Drehbuch eher als empathisch empfunden und im Umgang mit den Apachen bemerkt man diesen Hass, den er hat, in keinster Weise. Ganz im Gegenteil. Nach dem ersten Kampf schlägt sich der junge Kavallerieoffizier auf die Seite der Indianer und versucht die Bedingungen einzuhalten, die mit den Rothäuten getroffen wurden. Schließlich sollen sie dem dauerhaften Frieden dienen. Und tatsächlich hat seine ruhige und faire Art Erfolg. Er kann die Apachen dazu überreden, wieder in ihr Reservat zu gehen. Doch böse Kräfte - es sind die Banditen wie Mike Greer (L.Q. Jones) und der Geschäftsmann Crawford Owens (Charles Watts) - wiegeln die Siedler. Goldminenarbeiter und Farmer wieder gegen den roten Feind auf. Sie bezichtigen die Indianer eines Mordes und sorgen dafür, dass Stanton einen Vorgesetzten vor die Nase gesetzt bekommt, der auf Angriff setzt...


In diese Geschichte eingebettet ist auch noch eine Romanze mit einem Halbblut, gespielt von Linda Lawson. Diese Frau ist Lehrerin und halb Weiß, halb Comanchin....ein Schönheitsfehler, den Stanton nicht ignorieren kann. Sie wird aber auch von Red Hawk begehrt. So darf der Zuschauer also raten, welcher der Männer die Frau am Ende des Films küssen darf. "Apache Rifles" überzeugt vor allem bei den Actionszenen, sie sind gekonnt in Szene gesetzt und es ist gutes Westernflair, wenn sich Soldaten umzingelt fühlen in den Bergen, die der Indianer wie seine Westentasche kennt und einen immensen Vorteil hat. Es wird sehr schnell offenbar, dass Stenton den Tod des Vaters nicht vergessen kann, der von Indianern getötet wurde. Dies ist dann auch der Grund für seinen Hass. Aber wie gesagt: So richtig merkt man den nicht. Vielleicht die Schwäche des ansonsten sehr unterhaltsamen Westerns.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Im Land der Comanchen

























Regie: George Sherman

Gute Indianer, böse Siedler...

Das Filmjahr 1950 gilt als gewisser Wendepunkt im Genre des Western. Denn mit den Uraufführungen der Filme "Broken Arrow" am 20. Juli 1950 und "Devils Doorway", der etwas später am 15. September des gleichen Jahres in den Kinos anlief, veränderte sich das Bild des Indianers deutlich. Beide Filme bemühten sich endlich den Ureinwohnern auch gerecht zu werden und sie nicht nur als Horde Wilder darzustellen, die nur Mord und Todschlag kennen und unschuldige Siedler und Neubürger dahinmetzeln. 
Interessanterweise darf man aber den fleißigen B-Western Filmer George Sherman in diesem Punkt der neuen Sichtweise nicht aussen vor lassen, denn sein Western "Comanche Territory" startete im gleichen Jahr - früher als die Referenzfilme - am 7. April 1950 hatte der farbenprächtige Film seinen ersten Kinoeinsatz und auch bei ihm wird deutlich Stellung für die Indianer bezogen. Natürlich weitaus weniger dramatisch und offensichtlich, fast schon in einer konventionellen Westerngeschichte versteckt als Art Nebenstrang, der nicht gleich seine Innovation in diesem Punkt offenlegt. Aber sie ist da -  die Gerechtigkeit für Indianer , noch dazu mit einer Kritik an dem Verhalten des weißen Mannes, der ins Land der Indianer einfällt und plötzlich Besitzansprüche geltend macht, obwohl dieses Volk Jahrhundertelang das "Comanche Territory" als ihr Land betrachteten.
Rein oberflächlich betrachtet ist "Comache Territory" ein Film über den amerikanischen Helden Jim Bowie (MacDonald Carey), der als Western Pionier in die Geschichte einging. Legendär auch sein von ihm entworfenes Kampfmesser mit fester Klinge, das berühmt wurde durch seinen Einsatz bei einem Duell namens Sandbar Fight.
In der ersten Szene trifft der amerikanische Held auf die amerikanischen Ureinwohner und die Hilfe im letzten Augenblick kommt wie gerufen. Es ist ein Schuß des seltsamen Dan´l Seeger (Will Geer), der durch sein Outfit markant auffällt. Dieser Typus wurde später durch den genialen Donald Pleasance in den beiden Spätwestern "Der Verwegene" (Tom Gries, 1967) und "Das Wiegenlied vom Todschlag" (Ralph Nelson, 1970) perfektioniert. In Shermans Film entpuppt sich der sonderbare Retter in Letzter Not aber im Laufe der Geschichte als Sendbote der US-Regierung. Die beiden Männer werden Freunde, sie sollen einen Vertrag ausarbeiten, der es der Regierung erlaubt, Silber auf dem Gebiet der Indianer abzubauen. Die Regierung hat auch vor die indianischer Belange mit zu berücksichtigen, doch dies gefällt vielen Neubürgern in dieser Gegend überhaupt nicht. Immerhin kann Bowie mit dem Häuptling Quisima (Pedro de Cordoba) und dessen Sohn Pakanah (Rick Vallin) einen neuen Kontrakt ausmachen, doch vor allem der missratene Bruder (Charles Drake) der resoluten Salonbesitzerin Katie Howard (Maureen O´Hara) hat eine Gruppe Banditen um sich geschahrt, die die Komanchen überfallen wollen...


Rotschopf Maureen O´Hara übt hier bereits ihre legendäre Rolle als Kratzbürste und Biest Mary Kate Danaher in John Fords unvergesslichem "The Quiet Man". Sie hat sofort einen gewissen Hass auf den Helden, aber auch einen Narren an ihm gefressen. Das kann ja heiter werden. Maureen darf bei George Sherman die Fäuste schwingen und ist bei einer Schlägerei in der Bar mittendrin statt nur dabei oder daneben. Sie teilt gehörig aus. Und darf in einer sehr witzigen Szene auf dem Pferd mit schnellem Ritt den durstigen Cowboys volle Bierseidel reichen. Natürlich verändert sich dieses unsagbar böse Mädchen durch das Wirken eines richtigen Mannes...am Ende sind sie um Bowie ziemlich beste Freunde, mit der Option sich wieder zu treffen.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.