Samstag, 19. September 2020

Todfeindschaft


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Stuart Heisler

Dallas...

Mit dem Regie-Routinier Stuart Heisler hatte Filmstar Gary Cooper bereits zweimal - "Mein Mann, der Cowboy" und "Der Vagabund aus Texas"  zusammen. 1950 kam es zur dritten Gemeinschaftsarbeit: "Todfeindschaft" heißt im Original "Dallas" und ist vielleicht neben dem Film Noir "Der gläserne Schlüssel" Heislers bekanntester Film.
"Todfeindschaft" in Technicolor lief sehr gut in den Kinos und spielte ca. 4 1/2 Millionen Dollar ein und bot dem beinahe schon 50jährigen Hauptdarsteller einmal mehr den Helden zu spielen. Zwei Jahre später spielte er dann als Will Kane in "High Noon" die Rolle seines Lebens.
"Todfeindschaft" bietet für den Westernfan ein flottes Tempo, die Darsteller agieren gut und die Kameraarbeit von Ernest Haller ebenso. Für die Musik war Max Steiner verantwortlich.
In der ersten Szene wird der Zuschauer Zeuge wie sehr die üblen Marlowe Gebrüder (Raymond Massey, Steve Cochran) die Gegend um Dallas und das aufstrebende Städtchen selbst mit hoher krimineller Energie immer wieder terrorisieren. Daher ruft der rechtschaffene Rancher Don Felipe Robles (Antonio Moreno) das Gesetz um Hilfe. Es ist kurz nach dem Bürgerkrieg und die Regierung schickt den sehr unerfahrenen US-Marshall Martin Weatherby (Leif Erickson) um für Gesetz und Ordnung zu sorgen. Das Problem: Weatherby ist ein ausgespröchener Stadtmensch und kann nicht gut schießen. Er freut sich zwar seine Verlobte Tonia (Ruth Roman) wieder zu sehen. Die attraktive Frau ist die Tochter von Don Felipe Robles, doch seine Chancen die Banditen zu erledigen, stehen natürlich nicht gut. Daher hat man entschieden den steckbrieflich noch gesuchten Südstaaten Colonel Blayde Hollister (Gary Cooper) ins Spiel zu holen. Er ist ein ausgezeichneter Schütze, hat aber leider nach Kriegsende die Waffen nicht gestreckt und gilt immer noch als Outlaw. Sollte er dem unerfahrenen Marshall aber erfolgreich zur Seite stehen, dann stehen seine Chancen auf eine baldige Begnadigung gar nicht mal schlecht.  Wild Bill Hickok (Reed Hadley), den ja jeder Westernfreund kennt, ist in den Plan eingeweiht und so wechseln die beiden ungleichen Männer ihre Rollen bzw. Identitäten, um den Schurken das Handwerk zu legen. Nur Tonia muss ja eingeweiht werden, da sie ja ihren Verlobten kennt und nun plötzlich beim Wiedersehen von einem wildfremden Mann geküsst wird. Dieser Kuss löst natürlich auch etwas aus, wie man später erst erfährt. Der Colonel hat auch noch eine Rechnung mit den Bösewichten offen, denn es waren die Marlowes die im Krieg Hollisters Elternhaus in Georgia abfackelten. Und besonders der älteste Marlow (Raymond Massey) ist mit einer fiesen Rafinesse ausgestattet. Er stellt sich öffentlich gegen seinen jüngeren Bruder, damit kein Verdacht auf ihn fällt. Der jüngere Marlowe hat sich entschlossen den Marshall zu erledigen, seine Freundin Flo (Barbara Peyton) soll diesen in eine tödliche Falle locken...




"Todfeindschaft" ist ein Western der alten Schule und so muss der Held (in diesem Fall natürlich Gary Cooper) am Ende auch das Mädchen abbekommen. Am Ende folgt der zweite Kuss der Liebenden und Leif Erickson, der einen Korb bekam, entschließt sich ledig zu bleiben und eine Eisenbahnlinie nach Dallas zu bauen.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Die roten Teufel von Arizona


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie:  Ray Enright

Die schwarze Maske...

Sein Debüt als Regisseur hatte Ray Enright in "Rin-Tin-Tin und die Goldgräber" - das war im Jahr 1927. In den 40er Jahren wechselte er von Warner Brothers und First National zu den Columbia Pictures, Universal Studios und RKO Pictures. Seine bekanntesten Filme sind "Die Freibeuterin" mit Marlene Dietrich aus dem Jahr 1942 sowie der Errol Flynn Western "Montana" aus dem Jahr 1950. Im selben Jahr drehte er einen mit "Reiter ohne Gnade" einen der bekanntesten Audie Murphy Western. Zwei Jahre später folgte "Die roten Teufel von Arizona", der im Original "Flaming Feather" heißt und mit 1,25 Millionen Dollar ein ganz passables Kassenergebnis einbrachte.
Als Hauptdarsteller wurde Sterling Hayden engagiert, der kurz zuvor in John Hustons Gangsterfilm "Apshalt Dschungel" seinen Durchbruch feierte.
"Die roten Teufel von Arizona" wurde in Technicolor realisiert und in der Nähe von Sedona, Arizona am Montezuma Castle National Monument gedreht.
In der Gegend von Arizona werden immer wieder Siedler von einer Horde abtrünniger Indianer terrorisiert. Diese werden angeführt von einem weißen Mann, der eine schwarze maske trägt. Keiner weiß wer diese mysteriöse Outlaw tatsächlich ist. Auch Rancher Tex McCloud (Sterling Hayden) wird ein Opfer der Schwarzen Maske. Die Ranch wird niedergebrannt, das Vieh gestohlen und sein mexikanischer Freund erschossen. McCloud schwört sich "die schwarze Maske" zu fassen. Dies will auch der US-Kavallerieoffizier Blaine (Forrest Tucker). Er ist mit seiner Abteilung, zu der auch seine rechte Hand Sergeant O´Rourke (Edgar Buchanan) unterwegs die Bande zu ergreifen. McCloud glaubt jedoch nicht an den Erfolg des Militärs und so geht er mit Blaine eine Wette ein. Er wettet, dass er zuerst den Maskenträger ausfindig macht und ergreift.
In der Stadt lernt McCloud die attraktive Saloonsängerin Carolina (Arleen Whelan) kennen, die ihn versucht zu engagieren. McCloud soll den Minenbesitzer Lucky Lee (Victor Jory) dazu zwingen seine Verbindlichkeiten bei ihr zu begleichen. Um ihr Ziel zu erreichen, soll McCloud die junge Nora Logan (Barbara Rush) entführen, die Braut von Lucky Lee. Doch McCloud lehnt solche kriminellen Methoden ab und gibt Carolina einen Korb. Deren Kompagnon Showdown (Richard Arlen) reagiert eifersüchtig, denn er glaubt, dass Carolina sich in McCloud verguckt hat. Bald taucht auch der Revolverheld Tombstone Jack (Ian McDonald) auf, der vielleicht der Mann mit Maske sein könnte...


Mit ca. 75 Minuten legt dieser Western das Hauptmerkmal auf das Wesentliche und doch bietet er eine ganze Reihe von interessanten Charakteren an. Es gibt auch einige Figuren, die etwas zu verbergen haben und daher bleibt die Spannung erhalten. Insgesamt drei Personen bieten sich an die schwarze Maske zu sein. Ab einen gewissen Zeitpunkt wird es dann immer klarer. Noch bevor die Indianerin Turquoise, gespiel von Carol Thurston, in einer Schlüsselszene das Rätsel löst.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Stadt ohne Sheriff


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Ludwig

Der Ritt nach Sanctuary...

"Stadt ohne Sheriff" heißt im Original "The Gun Hawk" und wurde 1963 von Edward Ludwig inszeniert, der gebürtig Isidor Litwack hieß und 1911 von Russland in die USA immigrierte. Er kam bereits Anfang der 20er Jahre zum Film und verdiente seine Brötchen als Schauspieler in einigen Stummfilmen. Ganz nebenbei schrieb er Drehbücher und inszenierte seine ersten Kurzfilme. Es folgten die ersten Spielfilme fürs Kino. Es waren alles B-Pictures und mit seiner Familiengeschichte 2Die Insel der Verlorenen" fand er erstmalig etwas Beachtung. Danach war er Garant für sschnörkellose, geradlinige Billigfilme, einige sogar mit John Wayne. Vielleicht ist "Alarm im Pazifik" sein bekanntester Film. Den Calhoun Western "Stadt ohne Sheriff" ist einer seiner letzten Filme fürs Kino.
In dem etwas ungewöhnlichen Western geht es vor allem um Männerfreundschaften und darum den richtigen Weg im Leben einzuschlagen.
Neben B-Picture Western Ikone Rory Calhoun darf auch Rod Cameron nicht fehlen. Der bereits über 50jährige Schauspieler ist den Westernkennern ebenfalls gut bekannt und hier darf er den bereits etwas betagten Sheriff Ben Corey spielen.
Der musste den jungen Herumtreiber Reb (Rod Lauren) wegen Trunkenheit und anschließender Schlägerei verhaften und am Tag danach gibt er dem Youngster Ratschläge wie dieser sein Leben besser in den Griff bekommen könnte. Der junge Typ erinnert ihn an seinen Freund Blaine Madden (Rory Calhoun), den er vor vielen Jahren zu seinem Deputy machen wollte, doch dieser lehnte ab und wurde stattdessen ein Outlaw mit zweifelhaftem Ruf.
Gerade jetzt taucht Blaine Madden aber wieder in der Stadt auf und der jetzige Deputy Mitch Mitchell (Morgan Woodward) ahnt sofort, dass es bald Ärger geben wird.
Das vermutet auch der Sheriff, doch er ist ein Mann, der immer wieder das Gute im Menschen sieht. Die streitsüchtigen Sully-Brüder (Glenn Stensel, Lane Bradford) beleidigen im Saloon einen alten Trunkenbold (John Litel). Sie ahnen nicht, dass dieser alte Mann der Vater von Madden ist. Der alte Mann wird in dieser Nacht von ihnen erschossen und Madden übt an den beiden Tätern Selbstjustiz. Er muss fliehen und findet Hilfe bei dem jungen Reb, der in Madden ein echtes Vorbild sieht. Sheriff Corey und sein Deputy nehmen die Verfolgung auf. Das Ziel ist Sanctuary, eine Stadt, die von Outlaws bevölkert wird...



Hier tritt dann auch mit Marleen die einzige wichtige Frauenfigur des Western auf. Sie wird von Ruta Lee gespielt und ist die Geliebte von Blaine Madden, der versucht sich von einer Schußverletzung zu erholen, die der Sheriff ihm verpasst hat. Am Ende wird es dann etwas zu moralisch, dennoch handelt es sich bei "Gun Hawk" um einen recht interessanten Genrevertreter, der keine übliche Kost bietet. Der Film ist durch die Verbindungen der vier Männer (Sheriff, Deputy, Bandit, Youngster) auch in psychologischer Hinsicht spannend.
Die Musik von Jimmie Haskell wirkt etwas hypnotisch und die Kamera ist bei Paul C. Vogel (Oscar 1949 für !Battleground) in guten Händen. Durch die Besetzung von Oldie Rod Cameron, dem bad Guy Rory Calhoun und dem Jungspund Rod Lauren ein generationenübergreifendes Werk. Letzterer wurde in den USA durch seinen Song "If I had a Girl" bekannt. Der Song kam 1960 in die Billboard Charts und aus Rod Lauren wurde für kurze Zeit ein potenitelles neues TeenieIdol.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Das letzte Kommando


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Arnold Laven

Geronimos Freiheitskampf...

Durch seinen lang andauernden Kampf wegen der von ihm als Unrecht empfundenen Besetzung seines Landes und durch seinen erfolgreichen Widerstand gegen die Truppen der USA machten Geronimo zu einem der bekanntesten Indianer Nordamerikas. Er war nicht nur Häuptling sondern auch Medizinmann und sein eigentlicher Name war Goyaalé (der Gähnende), erst später wurde er Gernomino genannt.Walter Hill drehte 1993 mit "Geronimo - Eine Legende" den interessantesten Film über diesen Rebellen. Eine weitere bekannte Verfilmung nahm Regisseur Arnold Laven im Jahr 1962 vor. Sein "Geronimo" lief in den deutschen Kinos unter dem Titel "Das letzte Kommando". Die Hauptrolle bekam Chuck Connors.Nach zahlreichen Kämpfen kapitulierte der berühmte Apachenhäuptling am 21. April 1877. Die Friedensverhandlungen sehen vor, dass den Indianern Land geschenkt wird, auf dem sie eine Farm bewirtschaften können. Es handelt sich dabei um das von US-Truppen streng kontrollierte San-Carlos-Reservat, dass allerdings direkt in der Wüste liegt und sich daher zum größten Teil als unfruchtbar erweist. Dies muss auch Geronimos Freund, der frühere Häuptling Mangus (Ross Martin) einsehen. Das Wasser wird knapp, auch die Nahrung, die versprochen wurde. Die Lebensmittellieferungen durch die US-Armee kommen leider immer unregelmässiger. Die Folge ist eine hohe Sterberate unter den Indianern, die in diesem Reservat leben. Es sind Hunderte von Stammesbrüder, die an Unterernährung sterben. Mit seinen Anhängern beschließt er aus dem Reservat zu flüchten. Das Versteck der Indianer befindet sich auf der mexikanischen Siete der Sierra-Madre-Berge. Dort wird die schöne Teela (Kamala Devi) seine Frau. Es folgt Geronimos Guerlla Krieg...



Doch der endet, als die US-Armee auch Unterstützung von den Mexikanern erhalten und sein Versteck ausfindig machen. Gegen Kanonen haben die Rebellen keine Chance mehr. Am Ende steht die Unterzeichnung eines neuen Friedensvertrag, doch in die Geschichte ging Gernonimo als Freiheitskämpfer für die Rechte seines Volkes ein.                                                                                Sein Zitat aus dem Jahr 1886 ist berühmt:„Ich möchte nun zu gerne wissen, wer es war, der den Befehl gab, mich festzunehmen und zu hängen. Ich lebte friedlich dort mit meiner Familie im Schatten der Bäume und tat genau das, was General Crook mir geraten hatte zu tun. Ich habe oft um Frieden gebeten, aber Ärger kam immer von den Agenten und Dolmetschern. Ich habe nie Unrecht ohne Grund getan, und wenn ihr von Unrecht redet, oder auch nur an Unrecht denkt, so tätet ihr besser daran, an das Unrecht zu denken, das ihr dem Roten Manne zugefügt habt, und das tief und weit wie ein Ozean ist, durch den niemand mehr waten kann, ohne darin zu ertrinken.
Mein Unrecht dagegen ist wie ein kleiner ausgetrockneter Bachlauf, den habgierige Weiße mit den Tränen meines Volkes gefüllt haben. Ich habe dieselben Weißen diese Tränen austrinken lassen, bis auf den letzten Tropfen, so dass ich wieder auf den Bach gehen kann, ohne meine Mokassins mit Unrecht zu nässen. Sagt mir, was daran Unrechtes ist! Ihr sagt selbst, dass ein Mensch, der einen anderen tötet, getötet werden muss. Seht, wie zahlreich der Rote Mann war, bevor ihr kamt, und seht, wie viele Rote Menschen ihr getötet habt. So dürft ihr nach eurem eigenen Gesetz heute nicht hier stehen, sondern müsstet alle tot sein, wenn Euer Gesetz wahrhaftig wäre!“




Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Die Bande der Fünf


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: George Marshall
 
Die Daltons...
 
George Marshall war von 1948 bis 1950 Präsident der Directors Guilde of America und drehte Filme wie "Der große Bluff" (1939), "Die blaue Dahlie" (1946) oder "Das war der Wilde Westen" (1962).
Für den Western hatte er stets eine Schwäche - 1940 inszenierte er einen Genrebeitrag über die berüchtigten Dalton Brüder, die tatsächlich gelebt haben. Zuerst sind Bob (Broderick Crawford), Grat (Brian Donlevy), Ben (Stuart Erwin) und Emmett Dalton (Frank Albertson) alle rechtschaffene Bürger und lieben alle ihre Mom (Mary Gordon). Doch eine korrupte Landentwicklungsfirma agiert zunehmend aggressiv und möchte den Farmern ihr Land stehlen. Auch die Daltons haben eine Farm und wollen diese Machenschaften nicht mehr länger hinnehmen.
Nur gut, dass Tod Jackson (Randolph Scott), ein Anwalt auf Durchreise in die Stadt stolpert. Er will einen Besuch bei den Brüdern machen, denn er und die Daltons waren Jugendfreunde. Zuerst erkennen die Brüder ihn nicht und machen ihn auf der Straße lächerlich, dann aber ist die Wiedersehensfreunde sehr groß. Bei dieser Gelegenheit lernt der Anwalt auch Bobs Freundin Julie King (Kay Francis) kennen, in die er sich sofort verliebt. Doch natürlich muss er Verzicht üben. Eine wichtige Nebenrolle spielt der dickliche Ozark Jones (Andy Devine), der gleich von mehreren Frauen angehimmelt wird und die alle enorm eifersüchtig agieren. Der dramatische Part von "Die Bande der Fünf" wird immer wieder durch humorige Szenen oder durch Slapstickszenen aufgelockert. Als die Landvermesser auf der  Farm versuchen die Daltons einzuschüchtern, kommt es zu einem tragischen Unfall. Ben Dalton wird festgenommen und der Prozess gemacht. Tod Jackson übernimmt die Verteidigung, doch an einen fairen Prozess ist kaum zu denken. Der bis dahin als Deputy eingesetzte Bob Dalton schießt sich den Weg aus dem Gericht frei und so flüchten die vier Brüder mit ihrem Freund Ozark Jones. Bald müssen sie Raubüberfälle begehen, um zu überleben und so gelingt der Weg vom guten Bürgern zum Outlaw spielend....



In "Die Bande der Fünf" wird zwar Randolph Scott als Hauptdarsteller ausgewiesen, doch im Grunde ist ein Film über die Dalton Brüder und drängen die Westernikone etwas in den Hintergrund. Der Darsteller des Bob Dalton war Broderick Crawford, der sich ein paar Jahre später über den Oscar als bester Schauspieler in "Der Mann, der herrschen wollte" freuen konnte. Marshall inszenierte den Stoff mit einer Mischung aus Humor und Spannung. Die Gefahr war daher groß, dass die Geschichte vom Zuschauer nicht ganz so ernst genommen wurde.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 20. August 2020

Am Fluß der Mohawk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Kurt Neumann

Der Mann, der Indianer malte...

Wem einige Szenen in Kurt Neumanns "Am Fluß der Mohawk" aus dem Jahr 1956 irgendwie bekannt vorkommen - er täuscht sich nicht. Der deutsche Regisseur, der in den 30er Jahren in die USA ging und dort Filme drehte, verwendete für seinen Western einige Szenen aus John Fords "Drums along the Mohawk". Der Film erzählt von einem Bostoner Künstler aus dem 18. Jahrhundert, der Jonathan Adams heißt und im Mohawk Tal Landschaften und Portraits von Indianern malte. Ausserdem bezieht sich "Mohawk" - so der Originaltitel - lose auf das Massaker von Cherry Valley im Jahr 1778, die Figur des hinterlistigen Walter Butler gab es wirklich.
Dieser Butler (John Hoyt) hasst sowohl die Indianer als auch die neuen Siedler, die sich im Bundesstaat New York niederlassen. Indianer sieht er als Untermenschen an, die dem weißen Mann als Sklaven dienen sollten und die Neubürger sollten mal schön da bleiben, von wo sie herkommen. Früher hatte der Mann das Gefühl, dass ihm das ganze Land gehört, nun machen sich immer mehr Menschen in diesem schönen Tal seßhaft. Er versucht daher den Krieg zwischen der Garnision der Kontinentalarmee von Fort Alden und den Ureinwohnern herbeizuführen, indem er immer wieder auf beiden Seiten Zwietracht sät.
Im Fort lebt auch der Künstler und Maler Jonathan Adams (Scott Brady), der gerne mit Frauen flirtet und im Moment hat er die hübsche Greta Jones (Allison Hayes) als Muse entdeckt. Er versucht sie gerade auf einem seiner Gemälde zu verwewigen. Eifersucht ist aber angesagt, denn überraschend wird der Casanova von seiner Verlobten Cynthia Stanhope (Lori Nelson) besucht, die mit ihrer Tante Agatha (Barbara Jo Allen) anreist.
Währenddessen versucht der Indianerhöuptling Kowanen (Ted de Corsia) den erst vor kurzem beschlossenen Friedensvertrag mit den Weißen einzuhalten. Auch dessen Frau (Mae Clarke) bemüht sich um den Frieden, auch wenn der temperamentvolle junge Häuptlingssohn Keoga (Tommy Cook) dem Weißen äusserst misstrauisch gesinnt ist. Er denkt sein Vater wäre alt geworden und ist für die Hasstiraden seines von Stammesmitglied Rokhawah (Neville Brand) empfänglich. Der will gegen den weißen Mann kämpfen. Die Häuptlingstochter Onida (Rita Gam) ist eher hin- und hergerissen. Vor allem ab dem Zeitpunkt, an dem sie den Maler kennenlernt, der sich auch noch spontan in die schöne Indianerin verliebt. Onida erkennt, dass Jonathan ganz anders ist als die übrigen Siedler und bald gewinnt er auch ihr Herz...


Die bekanntesten Filme des deutschen Immigranten sind sicherlich die Tarzan Filme mit Johnny Weißmüller und der 1958 inszenierte Horrorfilm "Die Fliege", der später zum absoluten Kultfilm des Genres wurde und ein hervorragendes Remake von David Cronenberg nach sich zog. Auch "Am Fluß der Mohawk" ist ein ganz unterhaltsamer Western, der ausserdem sehr indianerfreundlich ist. Als Kameramann wurde Karl Struss verpflichtet, der sich durch seine hervorragenden Leistungen in Murnaus "Sunrise: A Song of two Humans" oder Charlie Chaplins "Limelight" auszeichnete. Struss war auch Kameramann in Neumanns "Die Fliege".



Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Montag, 17. August 2020

Fünf Revolver gehen nach Westen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roger Corman

Mitten durchs Indianerland...

Im Jahr 2010 wurde Roger Corman ein Ehrenoscar für sein Lebenswerk verliehen, insgesamt drehte er 56 Filme und produzierte mehr als 400 Filme. Am Anfang standen zwei schnell heruntergekurbelte Western, die wenig Budget hatten und dennoch gutes Geld einspielen sollten. So entstanden "Fünf Revolver gehen nach Westen" und "Heiße Colts und schnelle Pferde".  Für "Fünf Revolver gehen nach Westen", der im Original "Five Guns West" heißt stand die B-Pictures Westernikone John Lund an erster Stelle der Besetzungsliste. Der Schauspieler lebte von 1911 bis 1992 und stammte aus einer norwegischen Immigrantenfamilie. Lund wurde vor allem durch den Billy Wilder Klassiker "Eine auswärtige Affäre" bekannt. Erst später verlagerte er sich auf Rollen im Wilden Westen. Sehr oft war er der Mann in der zweiten Reihe - so auch für Jeff Chandler in "Die Schlacht am Apachenpass" oder für die Youngsters Robert Wagner und Jeffrey Hunter in "Die weiße Feder".
Ihm zu Seite stand Dorothy Malone, die kurze Zeit später, im Jahr 1957 bei der Oscarwahl triumphierte und den Preis als beste Nebendarstellerin in Douglas Sirks Melodram "In den Wind geschrieben" bekam.
Corman bietet mit "Fünf Revolver gehen nach Westen" solide Genrekost und spielt in den letzten Tagen des US-Bürgerkrieges. Von der Konföderation werden die zum Tode verurteilten Verbrecher S. V. Haggard (Paul Birch), der Glücksspieler Hale Clinton (Mike Connors), die Brüder William (Jonathan Haze) und John Candy (Bob Campbell) und der Postkutschenräuber Govern Sturges (John Lund) begnadigt, müssen aber eine besonders schwierige Aufgabe erfüllen. Sie sollen den Überläufer und Spion Stephan Jethro (Jack Ingram) festnehmen, der in einer bewachten Postkutsche unterwegs ist um ein geheimes Dokument an den US-Geheimdienst und somit den Nordstaatlern zu übergeben. Die fünf frisch vereidigten Soldaten sollen den Geleitschutz der Kutsche ausser Kraft setzen, Jethro gefangen nehmen und dem Süden übergeben. Keine leichte Aufgabe. Denn um zur ehemaligen Minenstadt Downsprings zu gelangen, die inzwischen als Postkutschenstation fungiert, müssen die Fünf durch feindliches Indianergebiet. Die Männer erfüllen ihre Aufgabe mit großer Begeisterung, denn in der Postkutsche befinden sich ausserdem 30.000 US-Dollar und keiner der Fünf Revolverhelden hat wirklich vor das Geld auch tatsächlich wieder abzugeben. Sehr schnell versuchen die Männer Allianzen einzugehen, weil es doch besser ist das Geld nur durch Zwei oder Drei anstatt zu Fünft zu teilen. Auf dem Weg zum Ziel kristallisiert sich immer mehr Govern Sturges als Führer der Gruppe heraus. Dann kommen sie zur Poststation, die von der hübschen Shalee (Dorothy Malone) und ihrem alkoholkranken Onkel Mike (James Stone) betrieben wird...


Und es kommt wie man es vorhersieht. Alle Männer - ausser dem älteren Haggard - werden schwach bei der schönen Frau und somit gipfelt sich deren Rivalität immer mehr. Mit einer Laufzeit von 70 Minuten ist der Western von Corman knackig kurz und beschränkt sich aufs Wesentliche. Für vielschichtige Charakterzeichnungen fehlt da einfach die Zeit. Kameramann Floyd Crosby, der bereits für Murnaus "Tabu" einen Oscar und für Zinnemanns "High Noon" einen Golden Globe gewann verfeinert mit seinen Fotografien dieses solide Westerndebüt von Corman. Crosby war auch später der Lieblingskameramann von Corman. Er arbeitete auch für die Edgar Allan Poe Verfilmungen mit Corman zusammen.



Bewertung: 6 von 10 Punkten.