Samstag, 14. März 2015

Die Mörder sind unter uns

























Regie: Wolfgang Staudte

In den Trümmern von Berlin...

 Wolfgang Staudtes 1946 entstandener Trümmerfilm "Die Mörder sind unter uns" ist nicht nur der erste Film der Nachkriegsgeschichte, er ist auch der erste DEFA Film und durch die expressionistisch geprägten, kontraststarken und von großflächigen Schattenzonen gekennzeichneten Kameraeinstellungen sogar ein Verwandter des Film Noir. Die Bilder der zerbombten Stadt erinnern zudem an den Neorealismus im italienischen Film. Das Szenario wirkt halb-dokumentarisch und zeigt eindrücklich ein vom Krieg und Faschismus zerstörtes Land. Nicht nur die Stadt liegt in Trümmern, auch die Menschen dieser Stadt sind traumatisiert und bewegen sich beinahe schon schlafwandlerisch durch die Ruinen. Es ist 1945, Berlin ist ein Trümmerhaufen, aber das Dritte Reich ist Vergangenheit. Ziellos irrt der ehemalige Chirurg Dr. Hans Mertens (Wilhelm Borchert), ehemals Truppenarzt an der Ostfront, durch die zerstörten Straßen, inmitten der Panzerwracks, wo sich spielende Kinder aufhalten. Ein Cafe bietet schon wieder "Tanz, Stimmung und Humor" an. Doch in dem Haus, wo er eine Wohnung bezogen hat, ist es düster. Die anderen Bewohner zerreißen sich schon das Maul über seine Alkoholsucht. Immer wieder kehren Leute mit dem Zug heim in ihre Stadt. Darunter befindet sich auch die junge Susanne Wallner (Hildegard Knef), eine Werbegrafikerin, die für vier Jahre in einem Konzentrationslager inhaftiert war. Sie ist die Eigentümerin der Wohnung, in der Mertens derzeit wohnt. Der alte Optiker Mondschein (Robert Forsch) ist der einzige, der sich über das Wiedersehen mit der jungen Frau freut. Er hat die Schrecken des Kriegs überlebt und wartet in seinem hohen Alter auf die Heimkehr seines verschollenen Sohnes. Andere Mieter wie der dubiose Wahrsager Bartolomäus Timm (Albert Johannes) beobachten neugierig ihr Umfeld. Susanne lässt Mertens weiterhin bei sich wohnen, der allerdings lieber alleine sein möchte. Doch zwischen den beiden entsteht ein bisschen was wie Freundschaft. Susanne verliebt sich sogar in den unnahbar wirkenden Mann, der in den Tag lebt.
Um sie herum agieren die Menschen ähnlich. Sie irren alle noch ziellos durch eine gespenstische Szenerie. Die Stadt soll und muss wieder aufgebaut werden, aber wo soll man anfangen? Mitten in dieser gewaltigen Wunde, die der Krieg gerissen hat, kommt auch die Vergangenheit wieder hoch - noch verstärkt durch einen Brief, den Susanne in der Wohnung auf dem Boden findet, der an eine Frau Brueckner (Erna Sellmer) gerichtet ist, deren Mann ihr den Brif vor seinem Tod geschrieben hatte. Als sie Mertens darauf anspricht, reagiert er extrem verärgert. Susanne gibt den Brief bei der Frau ab und erfährt aber überraschend, dass deren Mann Ferdinand Brueckner (Arno Paulsen) nicht nur am Leben ist, sondern sogar bei bester Laune inzwischen zum Boss einer Firma wurde, die aus Stahlhelmen Kochtöpfe gewinnbringend herstellt. Einer der dynamischen Antreiber für den Neuaufbau Deutschland. Brueckner war im Krieg Hauptmann der Wehrmacht und Vorgesetzter von Borchert. Es kommt zum Zusammentreffen. In einer Rückblende erfährt der Zuschauer von Brueckners grausamen Schießbefehl an einem Weihnachtsabend des Jahres 1942...


Das Thema des Films ist "Schuld und Sühne". Mit dem bürgerlichen Täter Brueckner charakterisierte Staudte sehr genau den Typus, der ohne Probleme wieder in den Alltag zurückfand und damit auch von den Verhältnissen profitierte. Das Erschreckende an seiner Person liegt darin, dass er sich tatsächlich keiner Schuld bewusst ist, sich nicht mit den Dämonen der Vergangenheit herumschlagen muss, sondern offen und zukunftsgewandt auf seine Mitmenschen zugeht, auch auf Mertens, der unter ihm gedient. Staudte gestaltet diese Figur ambivalent und so differenziert, dass es sogar der aktive und dynamische Brueckner es ist, der Mertens im Lauf der Geschichte auch dazu bringt sich positiv zu verhalten und einer Mutter, die in den Trümmern lebt zu helfen, deren Kind keine Luft mehr bekommt. Bis zu diesem Zeitpunkt war er nicht in der Lage gewesen, wieder als Arzt zu arbeiten.
Staudtes Film gilt als einer der ganz großen Klassiker des deutschen Films und orientiert sich stilistisch am deutschen Expressionismus und parallel zur Schwarzen Serie in den USA, die nahezu gleiche Orte und gleiche Charaktere abbildet. Die Ruinen der Großstadt sind gleichzusetzen mit dem eigenen Innern. Der Held ist traumatisiert und mit dem Geistern des Gestern konfrontiert.
Und wie in den US-Metropolen ist in Berlin die Schattenwelt der Nachtclubs, wo es Alkohol, Zigaretten und leichtlebige Frauen gibt, jene erste Adresse, die Mertens aufsucht.
Zusätzlich ist die Geschichte der Menschen, die das Miteinander verloren haben und in der Trümmerlandschaft danach suchen, ein sehr interessantes Zeitdokument. Staudte drehte im zerbombten Berlin und die Geschichte entlässt den Zuschauer mit Unsicherheit und Zerbrechlichkeit. Die Menschen sind noch nicht in der Lage, über das Erlebte zu sprechen. Das Lebensgefühl von damals in diesen Tagen nach dem Krieg ist gut und intensiv eingefangen.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Schlingen der Angst

























Regie: Douglas Sirk

In den Wahnsinn getrieben...

Douglas Sirk ist vor allem bekannt durch seine großen 50er Jahre Melodramen wie "Solange es Menschen gibt", "In den Wind geschrieben" oder "Was der Himmel erlaubt". Der in Hamburg geborene Regisseur musste 1937 wegen Verfolgung durch die Nazis aus Deutschland fliehen und konnte in den USA seine erfolgreiche Laufbahn als Filmemacher fortsetzen. Durch "Angelockt" wurde die damals sehr populäre Filmschauspielerin Claudette Colbert auf ihn aufmerksam und sie wählte Sirk persönlich aus Regie bei dem Film Noir "Sleep my love" zu führen.
Der deutsche Titel des 1948 entstandenen Thrillers ist "Schlingen der Angst" und gehört zur Gattung der "Frau in Gefahr" Filme und ist somit ein Verwandter von den bekannteren Werken "Mitternachtsspitzen" oder "Du lebst noch 105 Minuten". Dabei gelingen Sirk einige sehr atmosphärische Sequenzen im Haus, vor allem die Treppe eignet sich sehr gut dafür eine schlafwandlerische Hauptdarstellerin in Szene zu setzen. Sirk hat ein bisschen Gothic-Style beigefügt, obwohl der Film in der Metropole New York spielt. Dadurch hat der Streifen auch deutliche Anleihen bei George Cukors gotischem Thriller "Das Haus der Lady Alquist" oder Siodmaks "Die Wendeltreppe" - aber verliert im Vergleich mit diesen großen Vorbildern, die richtige Klassiker wurden.  Das liegt vielleicht sogar am ehesen am sehr konstruierten und etwas unglaubwürdigen Skript. Die Inszenierung selbst und die Kameraarbeit von Joseph A. Valentine sind jedenfalls sehr gelungen und insgesamt bleibt der Film dadurch auch solide. Durch den guten Unterhaltungswert enttäuscht dieser Film auch nicht. Es beginnt sogar sehr atmosphärisch. Mitten in der Nacht erwacht Alison Courtland (Claudette Colbert)  in einem Abteil eines von New York nach Boston rasenden Schnellzuges. Leider kann sie sich nicht daran erinnern, wie sie in diesen Zug kam und weshalb sich in ihrer Handtasche eine Pistole befindet, denn sie kann sich nur daran erinnern, dass sie zuhause war und sich schlafen legen wollte. Eine ältere Dame (Queenie Smith) hilft der verwirrten Frau, die in Boston den Zug verlässt. Richard (Don Ameche), ihr Ehemann, der bereits die Polizei alarmierte, ist sehr beruhigt, als er hört wo sie ist, andererseits gibt er dem Kriminalbeamten (Raymond Burr) an, dass es nicht das erste Mal ist. Seine Frau Alison verhalte sich immer merkwürdiger und psychisch auffällig.  Auf dem Flughafen in Boston trifft die Heimkehrerin zufällig ihre Freundin Barby (Rita Johnson) in Begleitung des smarten Bruce Elcott (Rober Cummings), die beide mit ihr nach New York zurück reisen .Elcott ist sichtlich enttäuscht, dass die attraktive Alison bereits verheiratet ist und beide Begleiter empfinden den Seelenzustand der Frau völlig normal. Sehr schnell wird dem Zuschauer klar, dass der böse Ehemann ein Verhältnis mit dem Vamp Daphne (Hazel Brooks) hat und mit dem Fotografen Charles Vernay (George Coulouris) einen fiesen Plan verfolgt seine vermögende Frau in den Tod durch Wahnsinn zu treiben.
 Dazu setzt der werdende Mörder Medikamente ein, um sie anschließend zu hypnotisieren und so zum Balkon zu treiben, wo sie sich in die Tiefe stürzen soll...

 Dabei bleibt der Film von Douglas Sirk insgesamt zu harmlos, um als Hitchcock-Verwandter durchzugehen. Claudette Colbert war zum Zeitpunkt der Drehbarbeiten bereits 45 Jahre alt. Der 7 Jahre jüngere Robert Cummings hat fast die gleiche Aufgabe, die er dann einige Jahre später auch bei Hitchcock in "Bei Anruf Mord" bekam. Er muss seine Angebetete vor dem grauenhaften Plan ihres Ehemannes retten.
Ingesamt bleibt Sirks Hauptanteil beim Melodram hängen und so wurde der Film auch bei seinem Erscheinen auch beworben. Für einen Psychothriller ist er zu soft, aber die Machart orientiert sich an der Schwarzen Serie. Die dargebotene Atmosphäre, die gut gemacht ist, lenkt immerhin ein bisschen von den Logiklöchern des Skrips ab.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Freitag, 27. Februar 2015

Wer den Wind sät...

























Regie: Stanley Kramer

Give me that old time Religion...

Angelehnt an den tatsächlich stattgefundenen "Affenprozess" und basierend auf das Theaterstück von Jerome Lawrence und Robert E. Lee drehte Regisseur Stanley Kramer im Jahr 1960 mit "Wer den Wind sät" einen seiner besten Filme. Der Fall ging in die Gerichts-History der Vereinigten Staaten als "Scopes Prozess" ein, der 1925 vor einem Gericht in Dayton, Tennessee statt. Angeklagt war der Lehrer Scopes, der im gleichen Jahr an der Schule Theorien lehrte, die der Bibel in Bezug auf die Entstehungsgeschichte der Menschheit widersprach. Man könnte das Szenario des Films in der heutigen Zeit etwas veraltet empfinden, doch interessanterweise wird das Thema nach wie vor in den USA dank eines erstarkten Fundamentalismus immer wieder diskutiert. Diese extrem konservative christliche Bewegung hat in den USA immer noch großen Einfluß und ist heute noch der Meinung, dass die Bibel bezüglich der Schöpfung immer noch wörtlich zu verstehen sei. Im Jahr 1925 reichte dieser Einfluss sogar aus, dass in den Bundesstaaten Florida, Oklahoma und Tennessee Gesetze erlassen wurden, die das Unterrichten von abweichenden Auffassungen an öffentlichen Schulen untersagten und Tennessee hatte das schärfste Gesetz, weil es diese Art von Unterricht unter Strafe stellten. In "Wer den Wind sät" wurde die Handlung zwar in das fiktive Städtchen Hilsboro verlegt und die Namen der Beteiligten wurden verändert. Der Zuschauer wird aber dennoch ins Jahr 1925 in den Bundesstaat Tennesse entführt, wo bereits die erste Szene die Gottesfürchtigkeit der Bevölkerung, ja sogar eine gewisse Bigotterie, zeigen soll. Es erklingt der eindringliche Gospel "Give me that old time Religion, its good enough for me", der vermittelt, dass mit den Lehren, die der junge Lehrer Bertram T. Cates (Dick York) dort seinen Schülern nahe bringt, die Brisanz bildet, um den einfachen Gottesglauben dieser Menschen aufs Mark zu erschüttern und deshalb wird er vor den Augen seiner Schüler vom Sheriff  - im Beisein des bigotten Reverend Jeremiah Brown (Claude Atkins) - verhaftet.  Cates hat dort die Evolutionstheorie von Darwin durchgesprochen. Der Fall schlägt sofort hohe Wellen im Land und polarisiert natürlich. Unterstützt wird der Angeklagte, dem der Prozess gemacht werden soll, von der Presse. Der zynische Zeitungsmensch E.K. Hornbeck (Gene Kelly) berichtet für den Baltimore Herald. Die Anklage hat mit dem bibelgläubigen Fundamentalisten und früheren US-Außemminister Matthew Harrison Brady (Frederic March) ein bekanntes Zugpferd und einen Streiter für die göttliche Gerechtigkeit bekommen. Er reist mit seiner Frau (Florence Eldridge) in den Ort, wo schon reger Trubel herrscht. Ganz im Sinne des Bürgermeisters und der Geschäftsleute, die durch den Schauprozess riesige Geschäfte wegen der vielen Besucher erwarten. Doch Brady bekommt einen harten Gegner. Die Zeitung hat den agnostischen Verteidiger Henry Drummond (Spencer Tracy) gewinnen können - er gilt als äusserst erfolgreicher Anwalt und war sogar früher mal Weggefährte und sogar Freund von Brady und unterstützte dessen Ambitionen auf die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten. Anklage und Verteidigung liefern sich bald erbitterte Duelle. Zur Schlüsselfigur wird die Pastorentochter Rachel (Donna Anderson), die zwischen Vater und Verlobtem (dem angeklagten Lehrer) entscheiden muss...


Dabei erweist sich "Wer den Wind sät" vor allem als großer Schauspielerfilm und sowohl Spencer Tracy als Henry Drummond und Fredric March als Matthew Harrison Brady liefern brilliante Vorstellungen ab. Dabei gelingt es March sogar trotz eines gewissen Overactings in einigen Szenen eine großartige Filmfigur zu schaffen, mit allen Stärken und Schwächen. Kramer gelingt ein Plädoyer für die freie Meinungsäusserung und es wird Spencer Tracys Part am Ende des Films sein, dass es gelingt die neuen Erkenntnisse der Wissenschaft mit in die biblische Lehren zu integrieren. Intoleranz und Fanatismus erteilt der Filmemacher jedoch eine klare Absage.
Der Film war sehr erfolgreich, dass sich Kramer beim nächsten Filmprojekt erneut für einen Gerichtsfilm entschied.  Sein 1961 entstandener "Urteil von Nürnberg" gehört sicherlich neben Billy Wilders "Zeugin der Anklage" und Sidney Lumets "Die 12 Geschworenen" zum Olymp des Genres.  Aber "Wer den Wind sät" ist beinahe ebenbürtig. Der Film erhielt auch vier Oscarnominierungen: Bestes adaptiertes Drehbuch, beste Kamera (Ernest Laszlo), bester Schnitt und bester Darsteller Spencer Tracy. Gewonnen hat er keine der begehrten Trophäen. Dafür wurde aber Frederic March für seine Rolle mit dem Silbernen Bären von Berlin ausgezeichnet und auch Regisseur Stanley Kramer wurde bei der Berlinale 1960 mit dem Jugendfilmpreis  ausgezeichnet. "Wer den Wind sät" hat es zwar nicht zu diesem überlebensgroßen Filmmeisterwerk geschafft, aber er gehört zu diesen großartigen alten Hollywoodklassikern aus längst vergangenen Tagen, die auch heute noch emotional begeistern können, weil sie mit viel Liebe gemacht wurden.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Dienstag, 10. Februar 2015

Samstagnacht bis Sonntagmorgen




Regie: Karel Reisz

 Die Rebellion des Arthur Seaton...

In der Top 100 Liste des British Film Institute über die besten britischen Filme aller Zeiten belegt Karel Reizs "Samstag Nacht bis Sonntag Morgen" einen hervorragenden 14. Platz und damit auch der angesehendste Vertreter des aus dem "Free Cinema" hervorgegangenenn British New Wave, das Mitte der 50er Jahre ihren Anfang nahm und durch stark dokumentarische Machart auffliel. Diese Filme zeigten die Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse in realistischen, ungeschönten Bildern und sind in vielerlei Hinsicht mit der französischen Nouvelle Vague verwandt. Neben "Samstag Nacht bis Sonntag Morgen" entstanden weitere Meisterwerke der gleichen Sparte: Lindsay Andersons" Lockender Lorbeer", John Schlesingers "Darling", Richard Lesters "Der gewisse Kniff", Tony Richardsons "Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" und "Blick zurück im Zorn", Jack Cardiffs "Söhne und Liebhaber", Jack Claytons "Der Weg nach oben" oder Bryan Forbes "Das indiskrete Zimmer" - allesamt Topfilme und die meisten davon sucht man vergeblich als deutschsprachige DVD-Ausgabe. In Karel Reiszs Meisterwerk lernt der Zuschauer den jungen, rebellischen und vor allem unangepassten Arthur Seaton (Albert Finney) kennen. Er verdient seine Brötchen als Maschinist in einer Fabrik Nottingham. Er will einfach das Leben genießen und will auf keinen Fall so werden wie seine braven Eltern, die in ihrer Freizeit nur noch vor dem Fernseher hocken und sich zufrieden berieseln lassen.  Der junge Mann verjubelt seine Löhne mit seinem besten Kumpel Bert (Norman Rossington) hautpsächlich an den Wochenenden in den Bars und Kneipen. Sein Motto: Viel Trinken, ne Menge Frauen und eine gute Zei habent. Heimlich hat er eine Affäre mit Brenda (Rachel Roberts), der Frau seines älteren Arbeitskollegen Jack (Bryan Pringle). Er beginnt auch eine Beziehung mit Doreen (Shirley Ann Field), die etwa im gleichen Alter ist. Als Brenda schwanger wird, sucht Arthur erstmal Rat bei seiner Tante Ada (Hylda Baker), die schon Erfahrungen mit den verbotenen Abtreibungen hat. Die neugierige Nachbarin Mrs. Bull (Edna Morris) ahnt, dass "der Halbstarke" ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau hat...



"Samstag Nacht bis Sonntag Morgen" ist trotz seines Alters von mittlerweile 55 Jahren aufgrund der universellen Thematik immer noch sehr aktuell.  Dabei steht das Wochenende des jungen Arbeiters alsSinnbild für zwei Lebensphasen. Das stürmerisch-drängerische, freie und ungebundene, provokative Leben mit einer gewissen Genußsucht wird in der langen Samstagnacht ausgelebt. Der Sonntag steht für langes Ausschlafen und Ruhe. Unter der Woche herrscht Tristesse. Das Leben junger englischer Arbeiter lässt sich zweiteilen: die trübe, monotone Zeit in der Fabrik und das eigentliche, wilde Leben am Wochenende, das dann aber im zweiten Teil in eine Ruhe und Geborgenheit einmündet. Arthur steht da irgendwie auf einem Scheideweg. Möglich, dass das Leben durch die Bindung an Doreen einerseits Verzicht auf Freiheit bedeutet, andererseits aber auch eine zuverlässige Komponente im Leben bedeutet, nicht zuletzt auch ein Zuwachs an Verantwortung und Sicherheit. Durch die Außendreharbeiten in Nottingham selbst, in dieser Arbeiterwohngegend und den Hinterhöfen erreicht der Film eine große Authentizität. Die großartigen Darsteller Albert Finney, Rachel Roberts und Shirley Ann Fields verstärken den guten Eindruck. Im Jahr seiner Entstehung war der Film sogar überaus erfolgreich an der Kinokasse und erhielt zahlreiche Auszeichnung, darunter den BAFTA Award als bester Britischer Film 1961.



Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Das Lächeln einer Sommernacht

























Regie: Ingmar Bergman

Die Romanzen des Sommers...

Anfang der 50er Jahre waren die Filme von Ingmar Bergman phasenweise sehr leicht, die Geschichten schlugen ungewohnt einen heiteren Ton an. Auftakt machte "Einen Sommer lang", der Höhepunkt dieser Schaffensphase war sicherlich "Die Zeit mit Monika", langsam beendet wurde diese Tonart mit "Das Lächeln einer Sommernacht" Es war sicherlich auch eine Konzession an die Produzenten, nachdem sein "Abend der Gauklger" an der Kinokasse durchgefallen war und zuerst auch alles andere als Kritikererfolg war. Immerhin sorgte "Das Lächeln einer Sommernacht" für den ersten richtigen Kinoerfolg Bergmans.
Auf dem Höhepunkt dieses nostalgischen und sommerlichen Reigen ist es ein aphrodisierender Trunk, den die Protagonisten auf dem Höhepunkt der Geschichte einnehmen und der als Katalysatorfunktion auftritt, damit die Charaktere entschlossen handeln können. Die Geschichte führt uns nach Schweden, genauer gesagt in einen Frühsommer um 1900. Endlich Feierabend...warum auch Arbeiten an so einem schönen, sommerlichen Tag. Anwalt Frederik Egerman (Gunnar Björnstrand) macht etwas früher Feierabend und empfielt auch seinen Angestellten noch ein bisschen ins Freie zu gehen, um das schöne Wetter zu genießen. Gut gelaunt kommt er nach Hause. Dort erwartet ihn nicht nur sein Sohn Henrik (Björn Bjelfenstam), der Pfarrer werden will, sondern auch seine wesentlich jüngere zweite Frau Anne (Ulla Jacobsson). Er schlägt seiner Frau vor ins Theater zu gehen. Gespielt wird ein Stück, in dem Frederiks einstige Geliebte Desiree Armfeldt (Eva Dahlbeck) die Hauptrolle spielt. Kurz zuvor - während des gemeinsamen Mittagsschlafs - hat Frederik im Halbschlaf sehnsüchtig nach "Desiree" gerufen. Der Schock sitzt tief, Anne will nach Hause. Doch das Wiedersehen mit seiner einstigen Geliebten lässt Frederik nicht los, heimlich verlässt er in der Nacht noch einmal das Haus. Dort trifft er nicht nur einen kleinen Jungen, der auf den Namen Frederik hört, sondern auch Desirees Geliebten Graf Malcolm (Jarl Kulle). Dessen Frau Charlotte (Margit Carlqvist) weiß von der Liason. Genügend Sprengstoff also...so lädt Desiree die beiden Ehepaare Malcolm und Egerman sowie Frederik erwachsenen Sohn Henrik und die hübsche Hausangestellte Petra (Harriet Andersson) auf den Landsitz ihrer Mutter (Naima Wilfstrand) ein. Dort entlädt sich manches im Streit, aber auch neue Romanzen werden eingegangen...


 Das "Lächeln einer Sommernacht" unterscheidet sich von einer Tragödie dadurch, das hier der Macher entschieden hat, über das Drama zu lachen. Er ist eine Tragödie im Gewand einer Komödie. Die Leichtigkeit sowie die Wandlung zum Guten haben immer den richtigen Ton und das richtige Tempo. Dabei ist die Dramatik in jeder Einstellung zu spüren, gewinnt aber nie die Oberhand, denn der Ton ist leicht, beschwingt und so inspiriernd wie eine Sommernacht. Kein Wunder, dass aus Verzweiflung und Angst, aus Verwirrung am Ende doch eine neue Sinnlichkeit entsteht, der Aufbruch zu neuen Ufern und zu neuem Glück (vielleicht).
Gunnar Fischers Bilder gleiten im Gegensatz zum Hollywood Kino jener Tage nie ins übertriebene oder kitschige. Sie sind real und glänzen in schlichter Schönheit. Die Geschichte selbst ist locker und wirkt freizügig - ebenfalls als Vergleich hinzugezogen der in der gleichen Zeit relativ biedere Hollywood Film, ganz zu schweigen vom deutschen, sehr zugeknöpften Filmverwandten jener Tage mit viel biederer Moral.
Dabei wird die Essenz von Romantik in wunderbar ausgeleuchteten Bildern eingefangen. Alle Spielarten von Sinnlichkeit und Liebe werden hier aufgegriffen und gleichzeitig auch wieder reflektiert.
Fast schon revolutionär für die damalige zeit auch die Figur, die Harriet Andersson spielt, die sich spontan den dahergelaufenen Kutscher schnappt um am Ende dieser magischen Sommernacht meint "Ich kann mir mit dir eine Ehe vorstellen, aber ich habe noch andere Bedürfnisse."
Durch die Figur von Henrik thematisiert Bergman auch erstmalig den Mann, der vom Glauben abfällt.
Für Bergman war dieser Film ein internationales Sprungbrett. Ausgezeichnet in Cannes mit dem Sonderpreis für poetische Komödie, wurde "Das Lächeln einer Sommernacht" nicht nur in der schwedischen Heimat ein Hit, sondern sogar ein weltweiter Kassenschlager. zwei Jahre später konnte Begman dann mit dem wuchtigen "Das siebente Siegel" seinen besten Film realisieren.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Freitag, 30. Januar 2015

Die Zeit mit Monika



Regie: Ingmar Bergman

Die tragische Geschichte von Monika und Harry...

Die 17jährige Monika (Harriet Anderson) lebt mit ihrer Familie in einer Hinterhofwohnung in Stockholm. Ihre Arbeit im Keller eines Gemüsehändlers macht ihr kaum Spass. Kein Wunder, denn die männlichen Arbeitskollegen sind sexuell übergriffig und denken, sie dürfen bei ihr unter den Rock grapschen. Der Ton ist barsch. Auch zuhause ist die Intimsphäre kaum gewahrt. Das Mädchen schläft in der Wohnküche, die beiden kleinen Brüder sind laut und die Mutter treibt sie jeden Morgen aus dem Bettt. Der Vater kommt oft betrunken heim. In den Tanzbars wird sie aber von vielen Männern begehrt, manche Jungs wie Lelle (John Harryson) suchen nur das Vergnügen und wollen den schnellen Sex mit ihr.
Als sie an einem freien Tag den blonden Harry (Lars Ekborn) in einer Bar trifft, könnte sich aber die Tristesse endlich beseitigen lassen. Sie findet den Jungen einfach nur süß. Provokant fragt sie nach Feuer und schon ist er da, der Zauber, der den 19jährigen Harry nicht mehr von Monika loslassen wird. Er selbst ist auch nicht sehr zufrieden mit seiner bisherigen Arbeit in einem Großhandelslager für Glas und Porzellan. Am Abend verabreden sich die beiden dann aber um ins Kino zu gehen. Dort läuft ein kitschiger Liebesfilm "Traum der Liebe" - Monika ist begeistet, Harry gähnt dabei. Aber immerhin kommt man einmal raus aus dem grauen Alltag gund kann der Realität, den Sorgen ein bisschen entfliehen. Sie verlieben sich. Sie stellen sich auch vor, wie es ist, wenn sie immer zusammenbleiben würden. Monika ist stolz darauf endlich einen festen Freund zu haben, der auch für sie immer da ist. Bald klingelt sie mitten in der Nacht, weil der Vater sie mal wieder geschlagen hat. Harry bringt seine Freundin auf das Motorboot seines Vaters, dort übernachten sie auch. An diesem Morgen kommt Harry auch zu spät zur Arbeit, die Folge ist die Entlassung, die er selbst schon herbeigesehnt hat. Als Liebespaar fahren sie los. Der Sommer ist jung und soll nie aufhören. Die Mittsommernächte beginnen. Die Schäreninseln sind optimal für die Zweisamkeit. Alles was zählt ist die Nähe zueinander und das Ausleben ihrer jungen Liebe...



 Gunnar Fischer war ja der Kameramann der ersten Ingmar Bergman Filme und seine Arbeit darf genauso hochgelobt werden wie die von Sven Nykvist, der bereits bei "Abend der Gaukler" (1953) und "Die Jungfrauenquelle" (1960) tätig war und ab 1961 mit "Wie in einem Spiegel" Gunnar Fischer als Stammkameramann bei Bergman ablöste. Fischers lyrische Kameraarbeit fängt das heitere Licht dieser Sommeridylle pefekt ein und strahlt durch den Kontrast zu den trüben Stadtaufnahmen, die ein bisschen ein italienischen Neorealismus-filme erinnern, umso heller. Ich bin ein erklärter Fan von Bergmans Mittelalterfilmen "Das 7. Siegel" und "Die Jungfrauenquelle", aber zweifelsohne hat der schwedische Filmemacher mit Werken wie "Das Schweigen", "Persona", "Wilde Erdbeeren" oder seinem Spätwerk "Fanny und Alexander" entscheidende europäische Filmgeschichte geschrieben und ewige Klassiker des Films geschaffen. Sein Frühwerk war mir weniger bekannt. ich muss aber zugeben, dass ich bereits vor einigen Monaten bei der Entdeckung von "Einen Sommer lang" sehr begeistert war. Und "Die Zeit mit Monika" - der 1952 entstand und ebenso von einem jungen Liebespaar handelt - ist ebenfalls ein wunderschöner Film. Ich glaube der Zauber des Films liegt nicht nur in seiner universellen Geschichte, in zwei junge Menschen inmitten einer feindlichen Umgebung ihre Liebe und ihr Glück verteidigen wollen, sondern vor allem die Melancholie und die gewisse Traurigkeit die Bergman einfangen kann, weil klar ist, dass der Traum von dieser unbeschwerten Freiheit eines Sommers nur Fiktion ist und die Gesellschaft diese Freiräume nicht vorsieht. Im Grunde lassen sie sich nur in einer Momentaufnahme einfangen und diesen Mut des Ausbruchs - wenn auch nur für wenige Wochen - wagen die Liebenden. Alles ist suggestiv in Szene gesetzt. Als der Sommer sprichwörtlich zu Ende geht, folgt die Schwangerschaft, die Heirat, die Geburt des kleinen Mädchens und vor allem die Ungewissheit wie es mit der jungen Ehe weiter geht. Es ist nur eines sicher, dass die junge Mutter völlig überfordert ist und der junge Vater trotz der Untreue seiner Frau durch das Kind noch ein Lachen im Gesicht hat. Ein sehr, sehr schöner Film und eines der großen Bergman Meisterwerke für mich.



Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Sie tanzte nur einen Sommer




Regie: Arne Mattson

Die tragische Geschichte von Kerstin und Göran...

"Sie tanzte nur einen Sommer" war bei seinem Erscheinen im Jahr 1951 nicht nur ein echter Sittlichkeitsskandal, weil er ein nacktes Liebespaar beim Baden im See zeigte, sondern wurde ein echter Hit an der Kinokasse und gilt auch heute noch als eine der erfolgreichsten schwedischen Filmproduktionen überhaupt. Die Geschichte basiert auf dem Roman "Sommardansen" von Per Olof Ekström und wurde von Regisseur Arne Mattson sentimental in Szene gesetzt.
Für den heutigen Zuschauer - ich sah den Film jetzt zum ersten Mal - ist der erste Eindruck extrem nostalgisch und man fragt sich sehr schnell als Mensch in der heutigen Zeit wo denn da jetzt der Skandal liegt. Denn die Lovestory, die hier gezeigt wird, ist in allen Punkten brav und züchtig und niemals anstößig. Ein in den Extras der DVD befindliches Interview (ca. 28 Minuten) mit der Schauspielerin Gunvor Ponten (sie spielt im Film das Mädchen Sylvia) gibt ein bisschen Aufschluß über die damaligen Zeiten in Schweden, da sie die große Kluft zwischen Stadt und Land beschreibt. Sehr stark ausgeprägt war der Unterschied in der Religion, auf dem Land herrschte der Pfarrer für die mächtige Kirche mit sehr strengen Gesetzen. Gunvor Ponten gibt sogar an, dass man auch heute noch in ländlichen Gegenden solche Strömungen finden kann, dank eines erstarkten Fundamentalismus, der sich immer wieder etablieren kann. Dies erinnerte mich dann sehr schnell an das Verhalten des Pfarrers in einem neueren schwedischen Welterfolg. In "Wie im Himmel" wird die Bigotterie des dörflichen Kirchenlebens durch eine etwas gemässigtere Ausgabe des Dorfpfarrers wie in "Sie tanzte nur einen Sommer" thematisiert. Also doch nicht so abwegig wie im Film geschildert ? Auf jeden Fall wirkt Arne Mattsons Film im Vergleich zu dem fast zeitgleich entstandenen Bergman Film "Die Zeit mit Monika" viel oberflächlicher, da es zwischen der gezeigten Landschaft und der Jahreszeit nur wenige Wechselwirkungen auf die Entwicklung der Beziehung der beiden Liebenden gibt. Der Riesenerfolg verdankt der Film natürlich auch einem voyeuristischen und neugierigen Publikum der 50er Jahre, die in einer erotisch noch verklemmten Zeit die Geschichte zweier Liebender fast als Befreiungsschlag ansehen mussten. Mein Vater jedenfalls hat von dem Film früher sehr geschwärmt - ich denke er war als Jugendlicher auch ein Zuschauer der größten Zielgruppe. Aus dem Abstand von sechs Jahrzehnten muss man aber sagen, dass der Film die Zeit nicht ganz so gut überdauert hat wie die vergleichbaren Bergman Filme.
Zur Geschichte: Nach seiner bestandenen Abiturprüfung hat der 19jährige angehende Student Göran Stendahl (Folke Sundquist) einige Zeit Urlaub vom hektischen Treiben und modernen Leben Stockholms verdient. Daher verbringt er seine Ferien bei seinem sehr liberalen Onkel Persson (Edvin Adolphon) auf dem Bauernhof. Dort lernt er beim Erntehelfen die 17jährige Bauerntochter Kerstin (Ulla Jacobsson) kennen und die beiden jungen Menschen verlieben sich ineinander. Anders Tochter Sigrid (Irma Christenson) sieht die aufkeimende Romanze nicht gerne - sie ist auch bei weitem nicht die Einzige. Kerstins Eltern sind streng religiös und für gute Christen und vor allem anständige Mädchen gehört es sich nicht sich mit hübschen Jungen aus der Großstadt einzulassen. Der Pfarrer (John Elfström) bestimmt den Verhaltenskodex im Dorf. Er bemängelt auch, dass die Dorfjugend lieber den Sonntag Nachmittag mit Theaterspiel und Fußball spielen verbringt als in die kirchliche Bibelstunde zu gehen. Nach anfänglichen Ängsten sich richtig zu verhalten, siegt jedoch das Gefühl bei den beiden Liebenden. Kerstin und Göran sind daher fest entschlossen, allen Widerständen zum Trotz zusammenzubleiben...


Der Regisseur macht kein großes Geheimnis um den Ausgang seines Films, da er direkt mit einer Beerdigung und der verurteilungsvollen Grabrede des Herrn Pfarrers beginnt, der das teuflische Treiben der beiden Jugendlichen als von Gott bestraft ansieht. Der junge Göran, der es nicht mehr aushält von dieser großen Schuld zu hören, die der Geistliche ihm an dem Tod der jungen Kerstin gibt, übernimmt nach kurzer Zeit die Erzählung, die in einer Rückblende den vergangenen Sommer wieder auferstehen lässt und somit auch den Augenblick der größten Verliebtheit, die sich dann wie bereits erwähnt in einer nächtlichen Nacktbadeszene gipfelt und wo sich die beiden ewige Treue schwören. Neben der Lovestory wird auch gezeigt wie harmlose Vergnügungen wie Jugendmusik oder Tanz vom Pfarrer verboten wird, doch die Landjugend ist erfinderisch und lässt sich mit viel Engagement nicht unterkriegen. Sie bauen eine Scheune in eine Art Jugendzentrum um, dort wird in der schönen schwedischen Landschaft bis in die Abenddämmerung getanzt. Der Film endet mit einem tragischen Unglück und ganz zum Schluß sind wir wieder bei der Grabrede des Pfarrers, der aber nicht die letzten Worte bei der Beisetzung spricht. Die kommen von Persson, der das Gespür für eine neue - viel freiere Zeit hat und den spießigen Worten des Pfarrers eine Absage erteilt.
Was sehr gut trotz des altmodischen Flairs eingefangen wird, ist die jugendliche Euphorie einer Sommerliebe und die daraus resultierende Aufbruchsstimmung. Ich glaube da liegt auch ein weiterer Schlüssel des Erfolgs. Denn auch wenn im Kinojahr 1951 ganz viele Zuschauer den Film wegen nackter Haut sehen wollten - sie hätten aufgrund der tatsächlich gezeigten Bilder alle maßlos enttäuscht sein müssen. Waren sie aber nicht. Im Gegenteil: Der Film war in zeitgenössischer Sicht ein Erfolg, weil er die eher jungen Zuschauer gestärkt aus dem Kinosaal entließ. Aus heutiger Sicht gibt der Film einen interessanten Einblick in längst vergangene Vorstellungen von Sitte und Moral - in den 60 Jahren fand da sicherlich ein Quantensprung von Normen statt. Darüberhinaus gelingt es mit der stimmungsvollen Schwarz-Weiß Fotografie von Göran Strindberg den Hochsommer Schwedens spürbar zu machen. Trotz der Nähe zur Herz-Schmerz Schmonzette ein interessanter Film.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.