Dienstag, 13. November 2018

Sieben Wege ins Verderben

























Regie: Harry Keller

Junger Held und der schillernde Schurke...

"Sieben Wege ins Verderben" ist ein Audie Murphy Western aus dem Jahr 1960, der von Harry Keller inszeniert wurde - die Zahl "Sieben" nimmt dabei schon Bezug auf die Hauptfigur Siebenter Jones. Audie klärt in einer Szene seine angehende Freundin Joy Karrington (Venetia Stevensen) über die seltsame Namensgebung seiner Eltern auf. Als 7. Kind der Familie Jones bekam er den Vornamen "Siebenter bring Glück ins Heim". Bereits beim ersten Kind seiner Frau entschied sich der eigenwillige Dad die Kinder durchzunummerieren. So hieß Sohn Nr. 1 "Erster weil man mal anfangen muss" Jones. Der zweite Sohn wurde Texas Ranger und ihn seine Fußstapfen tritt nun sein jüngerer Bruder Siebener. Was Siebener nicht weiß ist wie sein Bruder umgekommen ist und wer dafür verantwortlich ist. Er will dies aber noch herausfinden. Vorerst ist er aber noch ein echter Youngster unter den Texas Rangers. Der ältere Sergeant Hennessey (John McIntire) nimmt sich ihm in väterlicher Weise an. Der erste Auftrag ist die Ergreifung des charismatischen, aber völlig skrupellosen Spielers Jim Flood (Barry Sullivan), der in einer Stadt nach einem Pokerspiel mehrere Menschen einfach erschossen hat und sich nun auf der Flucht befindet. Man sagt ihm nach, dass er zwar viele Feinde hat - aber noch mehr Freunde, die alle begeistert von ihm sind. An einem Fluß hat der Verfolgte seine erste große Szene. Dort trifft er auf den Jungen Jody (Teddy Rooney), der sofort auch eine gewisse Verbundenheit mit Flood spürt. Der Erwachsene nimmt ihn - den Jungen - sehr ernst und genau wie dem kleinen Jungen ergeht es auch vielen Erwachsenen. Flood ist ein Mensch, der andere Menschen stark für sich einnehmen kann. Ohne dass die bemerken, wie manipulativ er seine Mitmenschen um den Finger wickeln kann. In einer Stadt treffen Siebener und Hennessy auf Lucinda (Suzanne Lloyd), die mit großer Sehnsucht auf ihren Jim wartet. Der versucht alle Spuren zu verwischen, irgendwann wird er doch eingeholt. Aus einem Hinterhalt schießt Jim auf die beiden Reiter. Dabei wird Hennessy getroffen...


Damit erhält die Geschichte eine sehr dramatische Wendung und irgendwann wird der Zuschauer auch noch erfahren, dass Jim Flood Siebeners Bruder getötet hat. Aber auch der Ranger-Leutnant Herly, gespielt von Kenneth Tobey, trägt in diesem Fall eine moralische Mitschuld. Hennessy warnt Siebener eindringlich nicht auf den Charme von Flood hereinzufallen, der nie wirklich erwachsen wurde und keine Grenzen kennt. Das Herzstück des Films ist die Rückkehr in die Stadt - Siebener mit seinem Gefangenen, der alle Tricks kennt wie er sich befreien kann und der auch der viel bessere Schütze ist. Daher ist das Ende dieses äusserst unterhaltsamen Westerns auch umso interessanter und verblüffender. Barry Sullivan spielt diesen Gun Man, der wie ein wildes Tier agiert, ohne Verantwortungsgefühl, aber ausgestattet mit faszinierender Energie und Einfallsreichtum. Audie ist natürlich der aufrechte, sympathische Junge, der sich mit seiner Integrität und seiner Standhaftigkeit auch immer mehr Sympathien beim Gegner erspielt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 7. November 2018

Terror am Rio Grande

























Regie: Byron Haskin

Die Denver & Rio Grande Western Eisenbahn...

In dem unterhaltsamen B-Western "Terror am Rio Grande" (Original: Denver and Rio Grande) aus dem Jahr 1952 spielt Edmond O´Brian die Hauptrolle als Bauleiter Jim Vesser.  Drei Jahre später erhielt er als bester Nebendarsteller in Joseph L. Mankiewiczs "Die barfüßige Gräfin" einen Oscar.
Da er nicht unbedingt dem Schönheitsideal von Hollywood entsprach, wurde er vornehmlich in Nebenrollen eingesetzt. Und auch als Westernheld in "Terror am Rio Grande" wirkt er auf den ersten Blick wie etwas fehlbesetzt. Doch O´Brian ist ein guter Schauspieler und es gelingt ihm sehr schnell die Vorbehalte vergessen zu machen, auch wenn er seinen Cowboyhut sehr eigenwillig - fast ein bisschen kokett - trägt.
Der Film von Byron Haskin beschäftigt sich mit den Anfängen der Eisenbahn in den USA, genauer mit der "Denver & Rio Grande Western Railroad" eine der ältesten Bahngesellschaften im Westen der USA. Schon Ende des 19. Jahrhunderts baute die 1870 gegründete Gesellschaft ihre schmalspurigen Eisenbahnstrecken durch die Rocky Moutains. Zu dieser Zeit war das eine echte Meisterleistung, die nur mit einer Überdosis Pioniergeist erreicht wurde.
Die Route sollte über den Raton Pass im Norden von New Mexiko führen. In den Jahren 1877 bis 1880 brach ein fieberhafter Wettbewerb um die Streckenlegung aus. Gegner in diesem Konflikt war die Atchison, Topeka und Santa Fe Rainway. Beide Rivalen engagierten Revolerhelden, um den Gegner einzuschüchtern und beide arbeiteten auch mit bestechlichen Politikern zusammen.
In Haskins Film sind aber die Männer der "Denver und Rio Grande Western Railroad" die Guten - die Bösen arbeiten für die konkurrierende Canon City & San Juan Railroad.
Als Bauleiter Jim Vesser (Edmond O´Brian) mit dem Chefingenieur Gil Harkness (J. Carrol Naish) die neue Route untersuchen, merken sie, dass die Konkurrenz ebenfalls eifrig Schienen baut und man sich bald in die Quere kommen muss. Die Canon City & San Juan Railroad wird von dem skrupellosen Chef McCabe (Sterling Hayen) geführt. Der ist ein skrupelloser Lump, doch seine rechte Hand Johnny Buff (Lyle Bettger) ist fast noch niederträchtiger. Es kommt vor Ort zum Zwischenfall,  Vesser prügelt sich mit dem gemäßigten Bob Nelson (Don Haggerty), dann fällt ein Schuß und Nelson ist tot. Vesser wird zwar freigesprochen, doch McCabe und Buff haben ausgesagt, dass Vesser schoß. Mit dieser Schuld will sich Vesser aus dem Eisenbahngeschäft zurückziehen, obwohl der Präsident der Eisenbahngesellschaft William J. Palmer (Dean Jagger) große Stücke auf ihn hält.  Dessen Sekretärin Linda Prescott (Kasey Rogers) ist von Vesser weniger begeistert, sie hält ihn auch für schuldig am Tod des Konkurrenten.
Als eine einstweilige Verfügung die Arbieten unterbricht und McCabe zu immer fieseren Mitteln greift, der Denver und Rio Grande das Wasser abzugraben, entscheidet sich Vesser für eine Wiederaufnahme seiner Tätigkeit. Diesmal will er mit genauso aggressiven Handlungen zurückschlagen...


Spektakulärste Szene in diesem farbenprächtigen Technicolor Western ist die Kollision zwischen zwei Lokomotiven.
Die Inszenierung gelang Byron Haskin (14 Jahre in Sing Sing, Tarzan und die Dschungelgöttin, Kampf der Welten) sehr spannend und dies erreicht er mit sehr einfachen Mitteln. Natürlich kann er auf eine ganze Reihe von guten Schauspielern (neben O´Brian ein weiterer Oscarpreisträger Dean Jagger und Sterling Hayden in seiner Anfangszeit als Hollywoodstar) zurückgreifen, Auch Kasey Rogers als Leading Lady trägt ein Geheimnis mit sich herum.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 5. November 2018

Fanfan, der Husar

























Regie: Christian-Jacque

Soldier of Love....

"Fanfan, der Husar" wurde von Christian-Jaque im Jahr 1951 gedreht und ist sicherlich einer der populärsten Mantel- und Degenfilme des Kinos. Beim Filmfestival in Cannes 1952 bekam er dafür den Regiepreis und bei den Berliner Filmfestspielen in Berlin konnte das Abenteuerspektakel den Silbernen Bären gewinnen. Im Kino war der Film sowieso ein Riesenerfolg vor allem auch für den damals 29jährigen Hauptdarsteller Gerard Philippe, der auf dem Weg zu einem der beliebtesten französischen Kinostars war und für die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida bedeutete die Rolle der Adeline der internationale Durchbruch.
Die Szene, in der sie zum ersten Mal zu sehen ist, sich als "Zigeunerin" verkleidet hat und von Gerard Philippe und der Dorfbevölkerung entdeckt wird - sie taucht oben auf dem Weg auf und die Kamera folgt ihren Schritten - ist sicherlich einer der Magic Moments dieses turbulenten Filmspaßes der zur Zeit von König Ludwig XV. (1710 bis 1774)spielt.
Der spielt in der Geschichte auch eine wichtige Nebenrolle. Der König, der zuerst "der Vielgeliebte" und später "Der Ungeliebte" genannt wurde, ist auch im Film ein Schwerenöter und der fleischlichen Lust nie abgeneigt. Marcel Herrand spielt den Herrscher und sein erster Kammerdiener Dominique Guillaume Lebel (Jean-Marc Tennberg) sucht oft die Mätressen für seine Majestät aus. Es ist belegt, dass er wie sein Vorgänger zahlreiche illegitime Kinder hatte - die genaue Zahl ist nicht bekannt, es waren aber mindestens Acht. Dies ist insofern für die Geschichte interessant, weil am Ende einer seiner Fehltritte bekannt wird.
Fanfan, der Husar (Gerard Philippe) ist ein junger Mann während der Siebenjährige Krieg unzählige Opfer fordert. Der junge Mann ist äusserst charmant und hat daher total gute Karten bei den Mädchen. Mit einem Bauernmädchen vergnügt er sich an einem schönen Sommertag in einem Heuballen. Dort wird er von dem aufgebrachten Vater des Mädels entdeckt, der die Hochzeit erzwingen will. Sie führen Fanfan zurück ins Dorf, dort soll sofort die Ehe vollzogen werden. Eine schöne Zigeunerin (Gina Lollobrigida) liest dem angehenden Bräutigam auf dem Weg zurück aus den Händen und sie prophezeit ihm, dass er noch nicht heiraten wird, sondern als Soldat eine Karriere hinlegt und nach dem Ruhm auf dem Schlachtfeld die Hand der Königstochter gewinnt.
Nur gut, dass im Dorf gerade Soldaten fürs Militär angeworben werden - Fanfan unterschreibt natürlich und merkt erst danach, dass die Wahrsagerin in Wirklichkeit die Tochter des Werbers La Francise (Nerio Bernardi) ist und mit Tricks arbeitet um junge Männer fürs Militär zu verpflichten. Auf dem Weg zum Bataillon kann Fanfan aber die Reisegesellschaft in einer Kutsche vor gemeinen Wegelagerern retten. Die beiden Damen, die er rettet sind Madame de Pompadour (Genevieve Page) und Prinzessin Henriette (Sylvie Pelayo). Von der Pompadour bekommt er eine tulpenförmige Brosche geschenkt, sie nennt ihn "Fanfan la Tulipe". Diese königliche Begegnung lässt Fanfan wieder hoffen, dass die Prophezeiung doch der Wahrheit entspricht. Er glaubt immer mehr daran und sieht dadurch auch nicht, dass Adeline sich längst in ihn verliebt hat, obwohl die von Offizier Fier A Bras (Noel Roquevert) begehrt wird. Der sieht in Fanfan natürlich sofort einen gefährlichen Konkurrenten und fängt an ihn zu schikanieren. Fanfan freundet sich derweil mit dem achtfachen Vater Tranche Montagne (Olivier Hussenot) an, der ebenfalls Soldat des Königs ist. Als sich Fanfan in die Gemächer der Prinzessin schleicht, wird er zum Tod verurteilt...



Die Geschichte ist so locker und turbulent erzählt, dass man als Zuschauer auch keine Sorge um den unverbesserlichen Helden haben muss, dem ein Husarenstück nach dem Anderen gelingt. Im Showdown gerät Fanfan auch noch hinter feindliche Linien bis er am Ende die Frau seiner Träume "seine Prinzessin" in den Armen halten kann. Kameramann Christian Matras hat diese Zeit sehr authentisch eingefangen. So gut, dass er für den besten Fanfan Nachahmer "Cartouche, der Bandit" ebenfalls als Chefkameramann verpflichtet wurde. Für Regisseur Christian-Jacque wurde "Fanfan" vielleicht sein größer Erfolg. Er hatte aber schon vorher mit "Die Kartause von Parma" und später mit "Die schwarze Tulpe" weitere Erfolge mit historischen Stoffe. Seinen letzten Erfolg verbuchte er 1971 mit dem Frauenprügeleien-Western "Petroleum Miezen" mit den Stars Brigitte Bardot und Claudia Cardinale.



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Sonntag, 4. November 2018

Ninotschka

























Regie: Ernst Lubitsch

Den Augenblick genießen...

"Genossen ! Mitmenschen der Welt ! Die Revolution marschiert. Ich weiß, Kriege werden über uns niederbrechen, Bomben werden fallen, die Zivilisation wird zusammenbrechen...aber noch nicht gleich...bitte...wartet, wartet...wozu die Eile ? Laßt uns glücklich sein, schenkt uns diesen Moment" - ein berühmter Satz aus Ernst Lubitschs Komödie "Ninotschka", der am Vorabend des 2. Weltkriegs realisiert wurde. Als der Film am 9. November 1939 in die US-Kinos kam, nahm in Europa die Katastrophe schon ihren Lauf. So steht diese Greta Garbo Szene für ein letztes Atemholen vor den beginnenden kriegerischen Zeiten, die bis 1945 dauern sollten. In Deutschland wurde der Film erst 1950 uraufgeführt.
Es ist höchstwahrscheinlich auch Greta Garbos beste Leistung in Hollywood und bescherte ihr eine Oscarnominierung. Drei weitere Nominierungen gabs in den Kategorien "Bester Film", "Beste Originalstory" und "Bestes Drehbuch".
Das Drehbuch von Melchior Lengyel wurde später zu einem Broadway Musical umgearbeitet und erneut verfilmt. Das Musical hieß "Seidenstrümpfe" mit Cyd Charisse und Fred Astaire, die unter der Regie von Rouben Mamoulian agierten.
An der Kinokasse waren beide Versionen sehr erfolgreich.
Die Geschichte spielt in Paris in den 20er Jahren: Die drei sehr ungeschickten Genossen Iranov (Sig Ruman), Buljanov (Felix Bressart) und Kopalsky (Alexander Granach) sind im Auftrag von Kommissar Razinin (Bela Lugosi) in der Stadt der Liebe, um die konfiszierten Juwelen der Großherzogin Swana (Ina Claire) möglichst für viel Geld zu verkaufen. Die Partei braucht dringend Geld. Die Großherzogin Swana lebt ebenfalls in Paris im Exil. Da ein Vetrauter, der Graf Alexis Rakonin (Gregory Gaye) im Hotel arbeitet, bleibt die Aktion nicht lange geheim. Er erzählt der Großherzogin, dass sich deren Schmuck in der Stadt befindet. Mit Hilfe ihres listigen und jüngeren Geliebten Graf Leon d´Algout (Melvyn Douglas), der den drei Russen das westliche Lotterleben schmackhaft macht, gelingt es den Verkauf mit einem Juwelier in letzter Sekunde aufzuschieben. Die französischen Gerichte sollen nun klären, ob der Verkauf dieser Juwelen rechtens ist. Natürlich erfährt der Kommissar von der gescheiterten Mission der drei Genossen. Die sollen möglichst schnell von der Sondergesandten Nina Ivanovna Yakushova (Greta Garbo) der Sowjetunion zurück auf den rechten bolschewistischen Weg geführt werden. Die emsige Funktionärin reist ins sündige Paris und ist schockiert über den Lebensstil in der freien Welt. Wie schön dagegen ist doch die Moskauer Wohnungsnot, weil man mit anderen Genossen die Räume teilt oder die stalinistischen Maiparaden. Natürlich interessiert sich die Kommissarin für die sehenswürdigkeiten der Stadt, vor allem für die technischen Funktionen des Eiffelturms. Bei einer dieser Stadtbesichtigungen lernt sie zufälligerweise diesen nichtsnutzig schmarotzenden Geliebten der Großfürstin kennen. Und sie erliegt trotz ihrer Engstirnigkeit und Erstarrung immer mehr diesem Charmbolzen, der tatsächlich auch das Gleiche für diese russische Frau empfindet...



Wie auch Ernst Lubitsch bester Film "Sein oder Nichtsein" geht dieser geniale Screwball Klassiker auf das Drehbuch von Melchior Lengyel zurück, doch Lubitschs Berliner Freunde Walter Reisch und Billy Wilder halfen mit. Am Ende muss die verliebte Frau für ihr Vaterland ein hartes Opfer bringen - denn sie hat zu wählen zwischen dem Schmuck für Väterchen Russland und ihrem Geliebten. Obwohl sie einander lieben, verrät Ninotschka (so nennt Leon sie) weigert sich sich ihr Land zu verraten. Diese politischen Themen (Kommunismus, Vorabend des 2. Weltkriegs) dienen als Hintergrund für eine komische Einlage nach der anderen und Lubitsch hat alles perfekt und leichtfüßig mit seiem speziellen Touch inszeniert.



Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 
 

Samstag, 3. November 2018

Die Schlacht am Apachen Pass

























Regie. George Sherman

Cochise im Krieg...

George Sherman sorgte dafür, dass in seinem "Die Schlacht am Apachen-Pass" die Indianer auch mal was anderes zu tun bekamen, als nur schreiend von ihrem Pferd zu fallen. Sein Film beruft sich personell auch auf den kurz vorher enstandenen Delmer Daves Klassiker "Der gebrochene Pfeil", einer der ersten Western, die das Bild der Ureinwohner positiv darstellten. In beiden Filmen spielt Jeff Chandler seine bekannteste Rolle des Häuptling Cochise, für die er sogar mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller belohnt wurde.
Ansonsten ist "Der gebrochene Pfeil" natürlich viel emotionaler, daher publikumswirksamer und am Ende sogar als Drama angelegt. Dennoch spielte Shermans Nachzügler gute 2 Millionen Dollar an der Kinokasse ein.
Erstaunlicherweise hatte der B-Picture Routinier auch in vielen seiner anderen 50s Western für diese Liberalisierung des Western gesorgt. Hinter dieses vordergründig unverfänglichen Unterhaltungswestern stand eine zunehmende Toleranz und im Rahmen der B-Filmgesetzte auch politischer. Es war so etwas wie eine kleine Vergangenheitsbewältiung bemerkbar, oft flossen dabei ganz nebensächliche Aussagen "wir haben ihnen ihr Land weggenommen" ein. Auch in "Die Schlacht am Apachen-Pass" fallen ein paar solcher Sätze. Darüberhinaus begeistert vor allem die wunderbare Fotografie dieses Films - auch die Aufnahmen von der Schlacht am Pass sind äusserst effektiv gestaltet.
Es gibt in "Die Schlacht am Apachen-Pass" auf beiden Seiten gute Menschen, die sich für den Friedensprozess zwischen Rot und Weiß enthusiastisch einsetzen. Cochise (Jeff Chandler) beispielsweise muss sich von seinem Stamm kritische Wort anhören. Der kleine Elch (Tommy Cook) ist der jüngere Bruder des Häuptling und der würde sich sogar liebend gerne dem rebellischen Geronimo (Jay Silverheels) anschließen, der sich mit seinen Anhängern von den Chiricahua Apachen abgespalten hat und eine Art Guerillakrieg mit den weißen Soldaten beginnt. Auf der Seite der Soldaten ist es vor allem Major Jim Colton (John Lund), der durch seine Freundschaft mit Cochise zu einem Freund der Indianer wurde. Er weiß, dass Cochise ein Mann des Vertrauens ist und sein Wort hält. Doch im Fort tauchen zwei dubiose Gestalten auf, die am Frieden überhaupt nicht interessiert sind. Ein von der Regierung eingesetzer Indianerbeauftragter names Neil Baylor (Bruce Cowling) und dessen rechte Hand Mescal Jack (Jack Elam), ein Scout mit schlechtem Ruf. Die beiden schaffen es sogar in der Abwesenheit des Majors den noch unerfahrenen Leutnant Bascom (John Hudson) zum Angriff gegen die Indianer zu bewegen. Dies ist der Auftakt, der im New Mexico Territorium für eine schreckliche Schlacht sorgt...


Weil Debra Paget den Daves Film "Der gebrochene Pfeil" durch ihre Schönheit zusätzlich veredelte, darf die attraktive Squaw auch in Shermans Nachfolger nicht fehlen. Suzan Cabot spielt Nono, die Frau von Cochise. Sie dürfen sich im Film auch zärtlich küssen - was damals für einen Indianer auch sehr selten war. Damit der treue und gute Soldat nicht ganz leer ausgeht, wurde auch eine zweite wichtige Frauenrolle eingebaut. Beverly Tyler spielt die weiße Mary Kearney, die von Geronimos Krieger entführt wird und die Cochise im Kampf rechtmässig als Geisel freikauft. Ein paar Minuten wird der Zuschauer Zeuge der Eifersucht von Cochises Frau. Shermans Film ist aber trotz der Verwandtschaft weder ein Sequel, noch ein Prequel - kein einziger Handlungsstrang weist auf den berühmten Vorgänger hin. Lediglich die Figur Cochise ist identisch und wird vom gleichen charismatischen Hauptdarsteller verkörpert.



Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

Die Höhle der Gesetzlosen

























Regie: William Castle

Das Geld in der Felsenhöhle...

Regisseur und Filmproduzent William Castle wurde vor allem wegen seinen Gruselfilmen in den 50er Jahren bekannt. Er peppte die Filme mit Gimmicks auf, die auch zu seinem Markenzeichen wurden. Zum Beispiel bot er eine Lebensversicherung von 1.000 US-Dollar an, für den Fall, dass einer der Zuschauer während der Vorstellung aufgrund der Todesangst stirbt. Einmal gab es eine spezielle Brille vor der Vorstellung, mit der es möglich war besonders schreckenserregende Gestalten auszublenden. In seinem berühmten "Der Tingler" flüchtet ein wurmartiges Monster, worauf einige Statisten wurmartige Puppen in den Zuschauerraum warfen. Auch die in den kinoälen aufgehängte beleuchtete Skelette sorgten für Furore. Als Produzent schrieb er mit dem Roman Polanski Schocker "Rosemarys Baby" Kinogeschichte.
Seine ersten Erfahrungen als Regisseur machte er mit Westernfilmen. Die meisten davon sind heute in Vergessenheit geraten. Der 1951 inszenierte "Höhle der Gesetzlosen" wurde aber irgendwann in all den Jahren von den Westernfans wieder- oder neu entdeckt und besitzt inzwischen ein bisschen Kultstatus.
Es ist auch einer der ersten Filme, in denen der junge Russ Tamblyn (damals 16 Jahre) zu sehen ist. Er spielt sogar die Hauptfigur der Geschichte, kommt aber im jungen Alter nur sehr kurz am Anfang des Filmes vor. Danach dreht sich das Rad der Zeit und die Geschichte wird 15 Jahre später fortgesetzt. Dieser Pete Carver (Russ Tamblyn, später MacDonald Carey) saß nun 15 Jahre hinter Gittern. Nach einem Eisenbahnraub wurde das erbeutete Geld in eine versteckte Felsenhöhle verschleppt. Der Sheriff jagte damals die Bande, aber alle Bandenmitglieder fanden den Tod in dieser Höhle - nur der damals 15jährige Junge überlebte. Das Geld blieb bis heute verschollen. Höchstwahrscheinlich ist Steve Carver nun wieder in die Stadt gekommen, um sich die Beute von damals einfach zu holen. Denn sicherlich weiß er, in welchem Teil der unübersichtlichen Höhle das Geld versteckt wurde.
Pete hat aber immer behauptet nicht zu wissen wo das Geld ist. Natürlich haben auch noch andere Menschen Interessen an dem Geld. So ist auch der Wells Fargo Agent Dobbs (Edgar Buchanan) in der Stadt und folgt Steve Carver auf Schritt und Tritt. Die Geschäftsleute der Stadt reisen sich um die Gunst von Carver, der von ihnen alles auf Kredit bekommen kann: Essen, Trinken, Übernachtung, Kleidung und und und. Die schöne Witwe Elizabeth Trent (Alexis Smith) hat ihn sogar auerkoren, dass er mit seinen finanziellen Aussichten ihre marode Lokalzeitung aus dem Tief heraus holt. Auch der sehr reiche Ben Cross (Victor Jory) hat großes Interesse an Steve Carvers Aktivitäten. Vielleicht hat er auch finstere Pläne...



Neben MacDonald Carey, der viele B-Western drehte und dessen bekannteste Rolle die des Polizeidetektivs Jack Graham in Hitchcocks genialen "Schatten des Zweifels" wurde, fungiert sicherlich auch die berühmten Carlsbad Höhle als Hauptdarsteller. Denn die Szenen in dieser unterirdischen Welt sorgen für gutes Feeling und eine gewisse morbide Atmosphäre. Kein Wunder, dass Castle später im Gruselsektor heimisch wurde. Gemeinsam mit den klassischen Westernzutaten wurde "Höhle der Gesetzlosen" mit ein bisschen sozialkritisch aber optimistischen Capra Touch gewürzt (vor allem die Figur des Dobbs passt ins Capra Oeuvre und MacDonald Carey verkörpert optimal den aufrechten Mann) und die Szenen, in denen Steve von den Bürgern der Stadt wie ein König hofiert wird, haben einige Ähnlichkeiten mit Ronald Neames "The Million Pound Note".
Möglicherweise ist man als Zuschauer etwas irritiert, wenn der junge Russ Tamblyn in 15 Jahren wie MacDonald Carey aussieht. Der war bei der Enstehung des Films beinahe schon 40 Jahre alt, aber wenn man dies geschluckt hat, dann wird man von diesem Technicolor Western der Universal sehr gut unterhalten. In der ersten Szene ist sogar Lee Marvin für einen Augenblick zu sehen.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Der brennende Pfeil

























Regie: Gordon Douglas

Von den Cheyenne entführt...

In seinem 1953 entstandenen Film "Der brennende Pfeil" behandelt Regisseur Gordon Douglas ein Thema, das später auch die John Ford Klassiker "Der schwarze Falke" oder "Zwei ritten zusammen" behandelten. Die Suche nach von Indianern verschleppten Weißen und in allen drei Fällen sind es Frauen, die entführt sind oder vielleicht auch tot.
Bereits sein Vorgängerwestern "Bis zum letzten Atemzug" mit Gregory Peck in der Hauptrolle war ein überzeugender Genrebeitrag und der in 3D konzipierte "Der brennende Pfeil" ist ebenso eine kleine Perle des B-Western.
Leider ist das Bild der DVD tatsächlich sehr schwach, aber es wirkt in vielen Szenen - wenn Pfeile, Lanzen oder andere Waffen zum Einsatz kommen und in Richtung Gegner geworfen werden - dass die Waffen direkt aufs Publikum fliegen. Und die Musik von Max Steiner steigert das ultimative Western Feeling natürlich noch zusätzlich. Zur seiner Zeit spielte "The Charge of the Feather River" gute 3,65 Millionen Dollar ein.
Westernfans wird vielleicht auch die ähnliche Grundkonstellation zu Sam Peckinpahs "Major Dundee" auffallen, denn der Anführer der Befreiungsaktion rekrutiert seine Männer aus einem Trupp von straffällig gewordenen Soldaten.
Miles Archer, gespielt von Guy Madison, war mal früher Captain der Armee, hat aber seinen Dienst quittiert und ist nun Zivilist. Allerdings auch der einzige Mann, der diese Aktion erfolgreich ausführen kann.
Zuerst lehnt er ab als die Armee auf ihn zukommt. Doch als er erfährt, dass die beiden Frauen Anne (Helen Westcott) und Jennie (Vera Miles) die Schwestern seines treuen Untergebenen Johnny McKeever (Ron Hagerthy) aus dem Bürgerkrieg sind, ändert er seine Meinung über das Himmelfahrtskommando und rekrutiert eine Schar von straffälligen Soldaten, die sich als Büffeljäger getarnt ins Land der Indianer begeben müssen. Die Rettungsaktion steht unter keinem guten Stern - Sergeant Charlie Baker (Frank Lovejoy) will mit Private Ryan (Steve Brodie) abrechnen, da er davon überzeugt ist, dass der Untergebene ein Verhältnis mit seiner Frau (Vivian Mason) hat.
Als die Truppe das Indianerdorf erreicht und es tatsächlich gelingt die beiden Frauen zu befreien, gibts die große Überraschung. Die beiden Schwestern wollen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei den Cheyenne bleiben. Die ältere Anne fürchtet den Klatsch und die Diskriminierung durch die Weißen und die jüngere Jennie ist inzwischen eine Indianerin geworden und soll in Kürze den Häuptling Chief Thunder Hawk (Fred Carson) heiraten. Damit ist auch sicher, dass die Indianer die Verfolgung aufnehmen werden...


Ein Erfinder in der Truppe sorgt immer mal wieder für humorige Einlagen, wenn er den Whisky seines Kameraden trinken will und der ihm partout einen Korb gibt. Ein lungenkranker Journalist ist ebenfalls dabei - er malt gerne und fertigt auf der abenteuerlichen und gefährliche Reise zahlreiche Skizzen über den Wilden Westen an. Obwohl Guy Madison gar nicht besonders hervorsticht, lässt er zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass er der Chef der Truppe und auch Chef dieses waghalsingen Unternehmens ist. Er ist der Mann, der Vertrauen ausstrahlt und auch der Zuschauer legt das Schicksal vertrauensvoll in die Hände des gutaussehenden Westernhelden. Natürlich wird er bemerken, dass eine der Schwestern immer mehr gefällt. Ein sehr interessante Frauenfigur spielt auch Vera Miles als Indianerin Jennie. Sie spielt natürlich auch in "Der schwarze Falke" mit - dort allerdings ist sie eine Farmerstochter, die auf ihren Angebeteten wartet. Den Part des von den Indianern entführten Mädchens übernahm Natalie Wood. Ähnliche Rollen, aber dennoch unterschiedlich: Beide Frauenfiguren wollen bei den Indianern bleiben. Natalie Wood entscheidet sich am Ende - wie auch Helen Westcott - für die weiße Zivilisation. Dagegen setzt Vera Miles ihr Leben aufs Spiel um wieder zu ihrem Volk - den Cheyenne - zurückzukehren.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.