Freitag, 8. November 2013

Der Unsichtbare



Regie: James Whale

Wahnsinniger Wissenschaftler...

Dem britischen Regisseur James Whale gelang 1932 mit "Frankenstein" ein Welterfolg. Für die Universal Studios war damit der perfekte Horrorregisseur geboren, es folgten "Das Haus des Grauens" und "Frankensteins Braut", die ebenfalls zu Klassikern des Genres wurden. Für mich ist vor allem "Der Unsichtbare" aus dem Jahr 1933 sein bester Film. "The Invisible Man" - so der Originaltitel - ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von H.G. Wells aus dem Jahr 1897 und wurde erstmalig durch Whale auf die Leinwand gebracht. Prouziert wurde der Film von Carl Laemmle Jr.
Ein geheimnisvoller Fremder (Claude Rains) , sein Gesicht in Bandagen eingehüllt und seine Augen von einer dunklen Brille verdeckt , nimmt sich ein Zimmer im Gasthaus "Lions Head" im englischen Dörfchen Iping in Sussex. Es ist winter, es schneit stark und die Nacht ist schon hereingebrochen. Der Mann, der das Gasthaus betritt,  verlangt, dass er in Ruhe gelassen wird. . Die Gäste und auch der Wirt Mr. Hall ( Forrester Harvey ) und seine geschwätzige Frau ( Una O'Connor ) staunen über den unvorhergesehenen Gast, denn normalerweise werden nur im Sommer Zimmer vermietet. Während der Mann sein Zimmer im ersten Stock bezieht, spekulieren die Gäste über den fremden Gast.  Dieser ist unfreundlich und übel gelaunt, bald schon ist die Grenze für die Wirtsleute erreicht. Sie fordern den Mann auf zu gehen. Doch dieser wird zunehmend jähzornig und wirft den Wirt brutal die Treppe hinunter, als dieser in auffordert das Haus zu verlassen und du bezahlen. Als der Dorfpolizist herbeigerufen wird, eskaliert die Situation und vor den staunenden Augen der Dorfbewohner entpuppt sich der Mann als unsichtbar. Der Mann wird sowohl von seinem Arbeitgeber Dr. Cranley (Henry Travers) als auch von dessen Tochter Flora (Gloria Stuart) vermisst, die mit dem mysteriösen Mann verlobt ist...
 
 Der Fremde heißt in Wirklichkeit Dr. Jack Griffin, ein Chemiker, der das Geheimnis der Unsichtbarkeit mittels der indischen Pflanze Monocaine entdeckt hat.  Beim Selbstversuch muss er jedoch feststellen, dass sich der Effekt nicht wieder rückgängig machen lässt. Er flieht in Verbänden gehüllt und steuert zunehmend auf einen moralischen Verfall zu. Er stiehlt, begeht Brandstiftung und streckt schliesslich auch nicht mehr vor einem Mord zurück. Höhepunkt dieser wahnhaften Episode bildet seine angestrebte Weltherrschaft aufgrund seiner Unsichtbarkeit. Diese Geschichte hat Whale großartig in Szene gesetzt. Es geht unheimlich und geheimnisvol los, dann folgt u.a. durch die Präsenz von Una O´Connor eine unvergesslich witzige Episode, bevor die Geschichte um den besessenen Wissenschaftler ihre ganze Tragik freigibt. Für mich einer der größten Horrorklassiker überhaupt. Claude Rains spielt den Unsichtbaren mit einer unschlagbaren Präsenz.

Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

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