Mittwoch, 9. April 2014

Einen Sommer lang

























Regie: Ingmar Bergman

Erinnerungen an die erste Liebe...

Es lohnt sich sehr, sich mit dem Frühwerk des schwedischen Filmregisseurs Ingmar Bergman auseinanderzusetzen, der beste Beweis liefert dafür sein 1951 entstandener Liebesfilm "Einen Sommer lang" (Orignal "Sommarlek), den Bergman als einen seiner wichtigsten Werke bezeichnete, denn in diesem Film - so seine Aussage - fand er zum ersten Mal zu seinem eigenen Stil "„Ich wußte plötzlich, daß ich die Kamera an die richtige Stelle stellte, daß ich die richtigen Ergebnisse bekam, daß die Dinge stimmten". Der Film beginnt inmitten der Proben zu "Schwanensee". Die 29jährige Marie (Maj-Britt Nilsson) ist die Primaballerina. Die Frau ist inzwischen zu einem Star geworden, doch sie ist für ihre Mitmenschen eher der introvertierte und verschlossen Typ. Sie wirkt emotional distanziert. Jemand hat der Frau unerwartet das Tagebuch ihrer ersten Liebe geschickt, der Junge hieß Henrik (Birger Malmsten) und kam in den letzten Tagen ihres gemeinsamen Sommers vor 13 Jahren unter tragischen Umständen ums Leben. Sie lernte damals den verliebten Studenten, der immer mit seinem Hund unterwegs war, bei einem Besuch ihrer Tante Elisabeth (Renee Björling) und Onkel Erland (Georg Funkquist) kennen. Da die Generalprobe an diesem Tag wegen eines technischen Problems auf den Abend verschoben wird, hat die junge Frau Zeit das Boot auf die Insel zu nehmen, wo sich alles einen Sommer lang abspielte. Sie erinnert sich dabei an die spielerische und unbeschwerte Zeit dieser ersten Liebe, die die schönste zeit ihres Lebens war. In der Folgezeit erlag sie zuerst der Trauer und sie lernte es sich abzuschotten und so dem eigentlichen leben aus dem Weg zu gehen. Im Tanz findet sie Zuflucht und entzieht sich den anderen Menschen. Vor allem auch der Liebe, denn die macht Angst, weil auch Verlust möglich ist.  Ein Hoffungsschimmer am Ende für ihren neuen Freund David (Alf Kjellin), der die Barriere vielleicht durchbrechen kann...



 Ich kannte den Film bisher nicht und bin von diesem eher unbekannten Klassiker restlos begeistert, der Film ist jedenfalls qualitativ vom selben Kaliber wie meine Lieblingfilme von Bergman "Die Jungfrauenquelle", "Das siebente Siegel" oder "Wilde Erdbeeren". Diese kommen übrigens in "Einen Sommer lang" auch wieder vor und stehen für Veliebtheit, Zweisamkeit und Verführung. So leicht der Film manchmal daherkommt, hat er auch sehr melancholische und in der Quintessenz auch traurige Momente des Abschieds und des Schmerzes. Bergman hält dem allerdings das momentane Glück dagegen, ohne diese Erfüllung wäre der Gegensatz dazu gar nicht möglich. Es ist eine Aufforderung sich ganz auf eine Beziehung einzulassen, auch wenn nichts von Dauer ist. Und am Ende vielleicht noch nicht mal die Erinnerung bleibt. Ein extrem schöner Film. Mimi Pollack, die Henriks totkranke tante spielt ist eine Art Vorläufer zum Tod (Bengt Ekerot), der in "Das siebente Siegel" mit Ritter Block (Max von Sydow) ein Schachspiel beginnt. 




Bewertung: 10 von 10 Punkten.

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