Montag, 13. April 2026

Grand Prix















Regie: John Frankenheimer

Im Rausch...

Die Geschichte des Films "Grand Prix" aus dem Jahr 1966 von John Frankenheimer erzählt vom Schicksal vierer Formel-1-Fahrer in einer fiktionalisierten Version der Formel-1-Saison 1966. Dabei hat Frankenheimer und sein Kameramann Lionel Lindon sicherlich ein gutes Auge für atmosphärische Bilder - vor allem die Schlußeinstellung in der James Garner als Grand Prix Sieger Aron nach dem Ende des Autorennens ganz alleine auf der Rennstrecke läuft und sehr nachdenklich wirkt - trotz seines Sieges. Der Film wurde von Lionel Lindon in Super Panavision 70 gedreht und in 70-mm-Cinerama-Format uraufgeführt. Seine einzigartige Rennszenen-Kameraführung ist einer der Hauptanziehungspunkte des Films. Der Film enthält Originalaufnahmen von Rennen und Gastauftritte von Fahrern wie den Formel-1-Weltmeistern Phil Hill, Graham Hill, Juan Manuel Fangio, Jim Clark, Jochen Rindt und Jack Brabham. Weitere Fahrer, die im Film zu sehen sind, sind Dan Gurney, Lorenzo Bandini, Bob Bondurant, Ludovico Scarfiotti, Richie Ginther, Joakim Bonnier, Bruce McLaren und Jo Siffert. "Grand Prix" wurde als „eine mitreißende und donnernde Zusammenstellung von Rennaufnahmen, die hervorragend an den Austragungsorten der großen Rennen rund um die Rennstrecke gedreht und mit einigen großartigen fotografischen Tricks aufgepeppt wurden. Der Zuschauer wird geradezu überschüttet mit einer solchen Flut grandioser Aufnahmen der Rennwagen aus jedem Winkel und jeder erdenklichen Nahaufnahme, dass man sich fühlt, als wäre man selbst dabei gewesen. Der rasante Schnitt, durchsetzt mit präzisen Hochgeschwindigkeits-Kameraeinstellungen zwischen den Wagen, langen Fahrerperspektiven und einem revolutionären Split-Screen-Motiv, das Rennszenen präsentiert, die man im modernen Film noch nie gesehen hat. Darüber hinaus füllen Regisseur und Saul Bass die riesige Leinwand immer wieder mit diesen Split-Screens und Montagen, die die Rennsequenzen mit purer Energie erfüllen. Dreifache und vierfache Panels und sogar bildschirmfüllende Schachbrettmuster überfluten den Zuschauer mit Reizen, die optisch eine Art Rausch erzeugen. Für seine hervorragende technische Qualität wurde "Grand Prix" bei der Oscarverleihung 1967 mit drei Preisen bedacht: Bester Schnitt, bester Ton und bester Tonschnitt.  Die Charaktere, die im Film auftauchen sind natürlich Stereotypen und Klischeefiguren. Jean-Pierre Sarti (Ferrari), gespielt von Ives Montand – Ein zweifacher Weltmeister aus Frankreich, der sich dem Ende seiner Karriere nähert und zunehmend zynisch gegenüber dem Rennsport selbst wird. Er ist mit Monique (Genevieve Page) unglücklich verheiratet, lernt aber während der Rennsaison die Journalistin Louise Frederickson (Eva Marie Saint) kennen und lieben.. Pete Aron (zuerst Jordan BRM, dann Yamura) , gespielt von James Garner– Ein Amerikaner, der versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen und seinen Ruf als rücksichtsloser Zweitfahrer abzulegen; er unterschreibt beim Newcomer Yamura Motors. Yamura wird von Toshiro Mifune verkörpert.  Scott Stoddard (Jordan BRM), gespielt von Brian Bedford – Ein britischer Fahrer, der sich von einem schweren Unfall erholt, der ihn ins Krankenhaus brachte; er leidet unter wiederkehrenden Schmerzen und muss gleichzeitig mit den emotionalen Turbulenzen seiner kriselnden Ehe zurechtkommen. Seine Frau Pat (Jessica Walter) liebt ihn zwar, trennt sich jedoch wegen ihrer ständigen Angst von ihm und beginnt eine Affäre mit AronNino Barlini (Ferrari), gespielt von Antonio Sabato – Ein charismatischer, aber arroganter junger italienischer Rennfahrer, Ferraris Nummer-2-Fahrer, ein vielversprechender Rookie und ehemaliger Motorradweltmeister. Er beginnt eine Beziehung mit der äusserst attraktiven Lisa, gespielt von der 60er Jahre Chanson Ikone Francoise Hardy. Somit drehen sich die Nebenhandlungen des Films auch um die Frauen, die versuchen, mit den Rennfahrern und ihrem riskanten Lebensstil zusammenzuleben oder sie zu lieben. Die Geschichte endet beim Großen Preis von Italien, dessen Sieger voraussichtlich Weltmeister wird. Sartis Frau Monique taucht kurz vor dem Start auf; sie trifft auf Louise und erklärt Sarti, dass sie ihm niemals die Scheidung gewähren wird, obwohl Sarti die unglückliche Ehe beenden möchte. Sartis Wagen hat beim Start technische Probleme, und die anderen Fahrer liefern sich ein enges Rennen um den ersten Platz. Sarti stirbt bei einem spektakulären Unfall. Als Anerkennung wird sein Ferrari-Teamkollege Barlini von Teamchef Manetta von der Strecke genommen, was zu einem spannenden Rennen zwischen Aron und Stoddard bis zur Ziellinie führt, das Aron schließlich für sich entscheidet. Während der überglückliche Aron Stoddard großmütig auf das Siegerpodest einlädt, trübt der Schock über Sartis Tod die Feierlichkeiten....









Die Fahrer und ihr Privatleben wurden wie bereits angedeutet kaum über das Niveau von Groschenromanen hinausgehoben. Aber es ist interessant diesen Gladiatoren der Neuzeit bei ihrem Spiel auf Leben und Tod zuzusehen. Daher ist Grand Prix als Spektakel insgesamt ein solcher Erfolg, der sich auch an der Kinokasse auszahlte. Er landete auf Platz 7 der Kinojahrescharts. 










Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

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