Dienstag, 21. Juli 2026

Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse















Regie: Hugo Fregonese

Mabuse meets Bond...

Mit 1,259 Millionen Zuschauern lief "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse", der bereits sechste Dr. Mabuse Film der Nachkriegszeit gar nicht mal so schlecht im Kino. Doch verglichen mit seinen Vorgängern gingen die Zuschauerzahlen immer weiter zurück. Fritz Langs "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" hatte noch ca. 2,6 Millionen, der Nachfolger "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" von Harald Reinl nur unbedeutend weniger Zuschauer. Der ebenfalls von Reinl inszenierte "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" verpasste nur knapp die 2 Millionen Marke und Werner Klingers "Das Testament des Dr. Mabuse" schaffte noch 1,5 Millionen, "Scotland Yard jagt Dr. Mabuse" von Paul May kam in etwa auf den selben Umsatz. Vorgesehen waren noch die Produktionen "Das unheimliche Kabinett des Dr. Mabuse" und "Die Rache des Dr. Mabuse", doch nach diesem weiteren Schwund an Kinogängern, wollte Artur Brauner diese Projekte nicht mehr realisieren. Tatsächlich wollte man mit "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" neue Wege gehen - weg vom düsteren Image und hin zu einem zeitgemäßen Spionagefilm mit gewissen Science Fiction Elementen, ganz im Stil des im Jahr zuvor gestarteten Filmerfolgs "James Bond jagt Dr. No". Für mich leider auch die Schwachstelle dieses sechsten Films, dessen Drehbuch von Ladislas Fodor geschrieben wurde und vom argentinischen Routinier Hugo Fregonese (Trommeln des Todes, Karawane zur Hölle, Tag der Vergeltung) inszeniert wurde. Major Anders (Peter van Eyck) vom britischen Geheimdienst erhält den Auftrag, Professor Pohland (Walter Rilla) zu verhören, von dem Dr. Mabuse (Wolfgang Preiss) einst Besitz ergriffen hatte. Nach dessen Schreckensherrschaft leidet der Professor an Wahnvorstellungen, doch Major Anders ist sich sicher, dass er noch entscheidende Hinweise liefern könnte. Gerade als Pohland anfängt zu sprechen, und das Wort "Todesstrahlen" stammelt, verschwindet dieser spurlos. Anhand dieses Ansatzpunktes reist Major Anders mit einer seiner Freundinnen (Rika Dialina) nach Malta, da dort der bekannte Wissenschaftler Professor Larsen (O. E. Hasse) eben genau an dieser Erfindung arbeitet, einem Spiegel, der jeden beliebigen Ort auf der Erde zerstören könnte. Man vermutet Spionageaktivitäten und befürchtet, dass die Erfindung in die falschen Hände geraten könnte. Oder lebt Dr. Mabuse tatsächlich noch und greift in seinem Wahnsinn erneut nach der Weltherrschaft..? In dem kleinen Ort Belmare im Süden von Malta ist der Sitz des Professors. Sein Verbindungsmann dort ist Admiral Quincy (Leo Genn). Obwohl Anders in Begleitung reist, fliegt er sofort als Agent auf. Er macht Bekanntschaft mit Gilda (Yvonne Furneaux), der Nichte des Professors, die sofort Gefallen an Anders findet und auch von Sekretärin Mercedes (Yoko Tani) bekommt er eindeutige Angebote. Macht zusammen drei Bond Girls, doch eine davon ist natürlich eine Feindin. Ausserdem gibts dort Haie und eine riesige Anzahl von Froschmännern, die sich immer wieder im Wasser tummeln. Nicht zuletzt hat auch Dr. Mabuses treuer Hund Pluto eine Schlüsselrolle bekommen....






Artur Brauner produzierte unter Beteiligung der Firmen Franco London Film S.A., Crterion Film S.A, beide aus Paris und mit der Serena Film und Anglo Italia aus Rom. Wie bereits angedeutet muss man sich als Zuschauer auf diverse Abweichungen und Neuerungen einstellen, die damals wie auch heute sehr verhalten aufgenommen wurden. Zum Kinostart wurde der Spielfilm noch recht positiv aufgenommen, das Anfangsgeschäft wurde als passabel beschrieben, doch wenig später kam bereits der Einbruch. Das Kino-Publikum konnte der Produktion offensichtlich eines nicht verzeihen, nämlich dass es sich um einen "Mabuse" ohne die diabolische Titelfigur handelte. Obwohl Wolfgang Preiss im Vorspann bei den größeren Nebenrollen eine namentliche Nennung zugedacht wurde, wartet man auf seinen Auftritt über den gesamten Verlauf leider vergeblich.







Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen