Sonntag, 10. Mai 2015

Die 1000 Augen des Dr. Mabuse

























Regie: Fritz Lang

Der Superverbrecher kehrt zurück...

Dr. Mabuse ist eine um 1919 von dem Luxemburger Schriftsteller Norbert Jacques erfundene literarische Figur eines Superverbrechers. Seine Figur nahm auf einer Fähre über dem Bodensee Gestalt an. Der Autor bemerkte den belebten Umschlagplatz für den in hoher Blüte stehenden Schwarzhandel. Einer der Mitpassagiere, der sich als Schieber herausstellte, inspirierten ihn von der Statur und dem Gesicht so sehr, dass er gedanklich immer mehr zu dieser Phantasiefigur Mabuse wurde.  Der Roman erschien dann 1921. Dr. Mabuse war geboren, dieses Genie, das mit seiner Energie und Intelligenz Verbrechen begeht. Er wurde als Psychoanalytiker beschrieben, der zudem noch starke hypnotische Fähigkeiten besitzt. Ein Mann mit 1000 Gesichtern. Die Verfilmung ließ nicht lange auf sich warten: 1922 hatte Fritz Lang damit seinen großen Durchbruch und "Dr. Mabuse, der Spieler" wurde zum riesigen internationalen Erfolg. Einer der ganz großen Stummfilme der Weimarer Republik. 1932 schob Lang eine Fortsetzung nach, der Tonfilm "Das Testament des Dr. Mabuse" zeigt Mabuse als Wahnsinniger in einer Psychiatrischen Klinik, der an seinem Testament schreibt, eine Anweisung für Verbrechen und zur Errichtung einer unfassenden Herrschaft des Verbrechens.
Da nur allzu viele Parallelen auf Adolf Hitler gezogen werden konnten, der mein Kampf in Gefangenschaft schrieb, wurde der Film im Dritten Reich verboten. Diese Zensur verhinderte aber nicht das Prädikat des filmischen Meisterwerks. Nach dem Krieg sollte es noch 15 weitere Jahren dauern, bis dem Superverbrecher ein Kino-Comeback ermöglicht wurde. Wieder wurde für "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" Fritz Lang als Regisseur gewonnen, der 1960 in West-Berlin drehte.
Der Fernsehreporter Peter Barter recherchiert in einer extrem großen Sache. Er lässt seine Ergebnisse als Knüller des Jahres ankündigen. Doch soweit kommt es nicht. Die Fernsehansagerin teilt dem Zuschauer unter Tränen mit, dass der Reporter unterwegs zum Studio in seinem Auto verstorben ist. Zuerst sieht alles wie ein Unfall aus. Doch der blinde Hellseher Cornelius (Wolfgang Preiss) weiß mehr. Kurz bevor die Tat passierte, informierte er schon den überraschten Kommissar Jochen Kras (Gert Fröbe) und erzählt ihm von einem furchtbaren Verbrechen auf der Hansastraße. Also dort, wo Barter starb. Und tatsächlich entdeckt man im Hirn des Toten eine Stahlnadel. Die muss ihm direkt in den Kopf geschossen worden sein. BKA und Interpol nehmen die Ermittlungen auf.
Viele Hinweise führen die Ermittler ins Hotel Luxor. Dort sind eine Reihe von Verbrechen noch unaufgeklärt, auch Barter war in der Nacht vor seinem Tod dort. Derzeit hat sich der amerikanische Milliardär Travers (Peter van Eyck) einquartiert. Der muss auch gleich das Leben einer lebensmüden Frau (Dawn Adams) retten, die sich von der oberen Hoteletage in die Tiefe stürzen will. Diese Marion ist hübsch und Travers macht ihr den Hof. Doch sie gesteht ihm unglücklich mit einem klumpfüßigen Ehemann verheiratet zu sein, der sie ständig terrorisiert. Auch erinnern sich die Ermittler durch das Verbrechen an Barter an die Fälle des Dr. Mabuse aus den 20er und 30er Jahren, wo ähnlich gemordet wurde....


 Der Film ist zwar nicht so genial wie seine Vorgänger, aber aufgrund der guten Spannung wurde er ein riesiger Publikumserfolg. Er war zeitgleich wie die Edgar Wallace Filme erfolgreich in den Kinos und brachte es auf 5 Fortsetzunge. Mit der düsteren und bedrohlichen Stimmung hatte Produzent Artur Brauner ein originelles Gegenstück und sogar verwandtschaftliche Ergänzung zu den ironisch-distanzierten Wallace Filmen gefunden.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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