Donnerstag, 16. August 2018

Sie kamen nach Cordura

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Robert Rossen
 
Helden und Feiglinge...
 
Bevor Robert Rossen den Oscar als Produzent für seinen Film "Der Mann, der herrschen wollte" bekam, schrieb er die Drehbücher für "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" von Lewis Milestone oder "Desert Fury" von Lewis Allen. Er produzierte Joseph H. Lewis "Alarm in der Unterwelt" und schrieb am Drehbuch von Edgar G. Ulmers "Ohne Erbarmen" mit.
Leider fiel der Filmemacher Anfang der 50er Jahre aufgrund McCarthys Hexenjagd in Ungnade, man warf ihm unamerikanische Umtriebe vor, da Rossen Mitglied der kommunistischen Partei war. Columbia Pictures feuerte ihn und erst als Rossen 1953 erneut vor diesem ominösen Ausschuss erschien und weitere Namen nannte, durfte er wieder arbeiten.
Allerdings konnte er nur noch einmal einen Riesenerfolg verbuchen. Sein 1961 inszenierter "Haie der Großstadt" wurde ein Welterfolg und auch seine beste Arbeit.
Zwei Jahre vorher drehte er den Western "Sie kamen nach Cordura", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Glendon Swarthout. Ein Buch, dass weit entfernt von gängigen Westernklischees die Themen "Mut" und "Feigheit" aufgreift und auch als Film ein besonderes Werk des Genres bleibt. Trotz zahlreicher Schnitte der deutschen Kinofassung, die erst durch die DVD-Ausgabe bemerkbar wurden und dem Reinreden der Produzenten. Die wollten eine Art HappyEnd, im Buch stirbt die Figur des Major Thomas Thorn, der von Gary Cooper gespielt wird.  Die Geschichte spielt im Jahr 1916, als die US-Armee gegen die mexikanischen Revolution und Pancho Villa kämpft. Der 63 Jahre alte Colonel Rogers (Robert Keith) hat es sich fest in den Kopf gesetzt durch einen altmodischen Blitzangriff die Villa Ojos Azules zu stürmen. Die Besitzerin Adelaide Geary (Rita Hayworth) beherbergt die feindlichen Mexikaner. Der Armee-Major Thomas Thorn (Gary Cooper) ist keiner dieser Frontsoldaten, die die Villa stürmen müssen. Er hält sich im eher sicheren Hintergrund auf, denn er ist Personaloffizier, also Beobachter des Schlachtengetümmels. Denn er soll Soldaten benennen, die sich im Kampf durch einen besonderen Mut ausgezeichnet haben. Soldaten, die mit ihren Einzelaktionen der Schlacht die wichtigen Impulse für einen Sieg gaben. Tatsächlich kann Thorn durch sein Ferngals fünf Männer ausmachen, die ihm besonders mutig erschienen. So will er Lt. Fowler (Tab Hunter), Sergeant Chawk (Van Heflin), Cpl. Milo Trubee (Richard Conte), und Private Renziehausen (Dick York) für die begehrte Tapferkeitsmedaille vorschlagen. Der junge Private Henry Hetherington (Michael Callan) soll die Auszeichnung für die vorangegangene schlacht erhalten. Enttäuscht reagiert Rogers, dass Thorn ihn nicht berücksichtigt - schließlich war er es, der Thorn vor einigen Jahren wegen Feigheit deckte. Das dunkle Geheimnis aus der Vergangenheit verfolgt Thorn seit dieser Zeit. Er beschäftigt sich sehr stark mit den Themen Mut und Feigheit und weiß, dass nur das hohe Ansehen seines Vaters verhindern konnte, dass er nicht wegen dieser Geschichte von damals bestraft wurde. Aus Wut gibt Rogers Thorn den Befehl die fünf Helden und Mrs. Geary nach Cordura zu bringen. Der Frau soll dort als Verräterin der Prozess gemacht werden und die Soldaten sollen dort geehrt werden. Doch die Reise durch das Wüstenland offenbart immer mehr, dass keiner der Helden scharf drauf ist, als solcher geehrt zu werden. Die Gründe sind verschieden und Trubee kennt auch die unrühmliche Vergangenheit von Thorn....



Damit zeigt "Sie kamen nach Cordura" die Widersprüchlichkeit von Helden und Feiglingen. Vielmehr variiert das Verhalten der Menschen. Die Helden erweisen sich dabei auch immer mehr als Schwächlinge, obwohl sie in der Schlacht selbstlos und heroisch agierten und der als feige bezeichnete Vorgesetzte und die schöne, aber etwas verlebte Gefangene wachsen über sich hinaus, um nach Cordura zu kommen.
Dabei wurde Rita Hayworth vom Maskenbildner etwas auf "älter" geschminkt und sie hat als Adelaide Geary eine gute und dankbare Rolle. Gary Cooper wurde vorgeworfen, dass er für die Figur viel zu alt ist - und tatsächlich ist dies vielleicht auch die größte Schwäche dieses interessanten Films, denn man nimmt ihn diesen sehr späten Bewusstwerdungsprozess nicht mehr so ganz ab. Dazu stellt er den Soldaten, die er nach Cordura bringen soll, viel zu differenzierte Fragen, um nicht schon viel vorher diese Reife zu erlangen, die am Ende des Films sichtbar ist. Ein viel jüngerer Darsteller wäre in der Rolle des Thomas Thorn sicherlich glaubwürdiger gewesen. Dennoch ist "Sie kamen nach Cordura" kein Reinfall - er ist von Burnett Guffey gut fotografiert und setzt auf Dialog statt auf große WesternAction.



Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

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