Montag, 23. Dezember 2019

In blinder Wut

























Regie: Michael Curtiz

Die Geschichte des Grubenarbeiters Jo Radek...

Michael Curtiz wurde am 24. Dezember 1886 in Ungarn geboren und machte später in Hollywood Karriere als Filmregisseur, nachdem er bereits zu Stummfilmzeiten in Ungarn und Österreich Filme drehte. 1926 debütierte er in der Traumfabrik mit "Sensation im Zirkus" und in der Folge entstanden Kinoerfolge wie "Chicago - Engel mit den schmutzigen Gesichtern", "Herr der sieben Meere", "Robin Hood" oder "Unter Piratenflagge". Bei seiner vierten Oscarnominierung als bester Regisseur gelang ihm mit dem Welterfolg "Casablanca" auch der Sieg.
Der 1935 entstandene Krimi mit sozialen Einschlag "In blinder Wut" ist heute etwas in Vergessenheit geraten. Doch es lohnt sich "Black Fury" - so der Originaltitel des Films - neu zu entdecken. Vor allem gibt es ein Wiedersehen mit Paul Muni. Der aus Lemberg stammende Muni, der in den 30er Jahren mehrfach als bester Schauspieler für den Oscar nominiert wurde, zeigt auch hier eine sehr gute Schauspielerleistung.
Der Film nimmt Bezug auf einen historischen Falldes Jahres 1929, der sich in Pennsylvania ereignete. Dort wurde der streikende Bergmann John Barkowski von der Polizei einer privaten Firma zu Tode geprügelt. Bei der 8. Oscar Verleihung 1936 wurde Paul Muni für die Rolle des Minenarbeiters Joe Radek nicht offiziell für den Oscar als bester Schauspieler nominiert, er belegte jedoch aufgrund der in diesem Jahr abgegebenen schriftlichen Stimmen den zweiten Platz hinter Victor McLaglen für "The Informer".
Der Grubenarbeiter Jo Radek stammt ursprünglich aus Osteuropa. Jo ist bei seinen Arbeitskollegen sehr beliebt, da er immer einen guten Spruch auf Lager hat und auch gut Streitigkeiten schlichten kann. Jo träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit seiner derzeitigen Freundin Anna Novak (Karen Morley), die allerdings auch ein heimliches Verhältnis mit dem Polizisten Slim Johnson (William Gargan) hat. Beide brennen durch und dies bricht dem robusten Arbeiten das Herz. An diesem besagen Abend trinkt er eine Menge Alkohol und nimmt später, sturzbetrunken, an einer wichtigen Gewerkschaftsversammlung teil. Zusätzlich wird er noch aufgestachelt von seinem Kumpel Steve Croner (J. Carrol Naish), der undercover für eine Sicherheitsfirma arbeitet, die darauf aus ist, dass sich die Gewerkschaft spaltet, radikalisiert und somit durch weniger Macht sich am Ende auflöst. Der Plan gelingt durch die Stimme von Joe. Doch damit beginnen erst die Probleme. Mike Shemanski (John Qualen), Joes bester Freund wendet sich von ihm ab, weil er ihm die Schuld gibt für die kommenden fatalen Ereignisse der Arbeitsniederlegung. Denn die Firma hat tatsächlich die Hilfe dieser Sicherheitsfirma in Anspruch genommen, die mit Privatpolizei auftaucht. Vor Brutalität schrecken diese Ordnungshüter natürlich nicht zurück...



Ein Film über einen Mann, der durch eine Enttäuschung einen fatalen Fehler begeht und sich unwissend von einem Betrüger einspannen lässt. Als er dies bemerkt, scheint schon alles zu spät zu sein. Ein Mord vor seinen Augen lässt ihn dann doch wieder in der richtigen Spur laufen. Er lehnt sich gegen ein menschenverachtendes System auf. "In blinder Wut" bietet zwar durch die Liebesgeschichte eine gewisse Dramatik, doch im Kern ist Michael Curtiz ein Werk mit sozialer Sprengkraft. Eine Art Vorläufer von großen Klassikern wie "Blinde Wut" von Fritz Lang oder "Früchte des Zorns" von John Ford.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

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