Samstag, 19. September 2020

Stadt ohne Sheriff


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Ludwig

Der Ritt nach Sanctuary...

"Stadt ohne Sheriff" heißt im Original "The Gun Hawk" und wurde 1963 von Edward Ludwig inszeniert, der gebürtig Isidor Litwack hieß und 1911 von Russland in die USA immigrierte. Er kam bereits Anfang der 20er Jahre zum Film und verdiente seine Brötchen als Schauspieler in einigen Stummfilmen. Ganz nebenbei schrieb er Drehbücher und inszenierte seine ersten Kurzfilme. Es folgten die ersten Spielfilme fürs Kino. Es waren alles B-Pictures und mit seiner Familiengeschichte 2Die Insel der Verlorenen" fand er erstmalig etwas Beachtung. Danach war er Garant für sschnörkellose, geradlinige Billigfilme, einige sogar mit John Wayne. Vielleicht ist "Alarm im Pazifik" sein bekanntester Film. Den Calhoun Western "Stadt ohne Sheriff" ist einer seiner letzten Filme fürs Kino.
In dem etwas ungewöhnlichen Western geht es vor allem um Männerfreundschaften und darum den richtigen Weg im Leben einzuschlagen.
Neben B-Picture Western Ikone Rory Calhoun darf auch Rod Cameron nicht fehlen. Der bereits über 50jährige Schauspieler ist den Westernkennern ebenfalls gut bekannt und hier darf er den bereits etwas betagten Sheriff Ben Corey spielen.
Der musste den jungen Herumtreiber Reb (Rod Lauren) wegen Trunkenheit und anschließender Schlägerei verhaften und am Tag danach gibt er dem Youngster Ratschläge wie dieser sein Leben besser in den Griff bekommen könnte. Der junge Typ erinnert ihn an seinen Freund Blaine Madden (Rory Calhoun), den er vor vielen Jahren zu seinem Deputy machen wollte, doch dieser lehnte ab und wurde stattdessen ein Outlaw mit zweifelhaftem Ruf.
Gerade jetzt taucht Blaine Madden aber wieder in der Stadt auf und der jetzige Deputy Mitch Mitchell (Morgan Woodward) ahnt sofort, dass es bald Ärger geben wird.
Das vermutet auch der Sheriff, doch er ist ein Mann, der immer wieder das Gute im Menschen sieht. Die streitsüchtigen Sully-Brüder (Glenn Stensel, Lane Bradford) beleidigen im Saloon einen alten Trunkenbold (John Litel). Sie ahnen nicht, dass dieser alte Mann der Vater von Madden ist. Der alte Mann wird in dieser Nacht von ihnen erschossen und Madden übt an den beiden Tätern Selbstjustiz. Er muss fliehen und findet Hilfe bei dem jungen Reb, der in Madden ein echtes Vorbild sieht. Sheriff Corey und sein Deputy nehmen die Verfolgung auf. Das Ziel ist Sanctuary, eine Stadt, die von Outlaws bevölkert wird...



Hier tritt dann auch mit Marleen die einzige wichtige Frauenfigur des Western auf. Sie wird von Ruta Lee gespielt und ist die Geliebte von Blaine Madden, der versucht sich von einer Schußverletzung zu erholen, die der Sheriff ihm verpasst hat. Am Ende wird es dann etwas zu moralisch, dennoch handelt es sich bei "Gun Hawk" um einen recht interessanten Genrevertreter, der keine übliche Kost bietet. Der Film ist durch die Verbindungen der vier Männer (Sheriff, Deputy, Bandit, Youngster) auch in psychologischer Hinsicht spannend.
Die Musik von Jimmie Haskell wirkt etwas hypnotisch und die Kamera ist bei Paul C. Vogel (Oscar 1949 für !Battleground) in guten Händen. Durch die Besetzung von Oldie Rod Cameron, dem bad Guy Rory Calhoun und dem Jungspund Rod Lauren ein generationenübergreifendes Werk. Letzterer wurde in den USA durch seinen Song "If I had a Girl" bekannt. Der Song kam 1960 in die Billboard Charts und aus Rod Lauren wurde für kurze Zeit ein potenitelles neues TeenieIdol.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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