Montag, 31. August 2026

Der rote Rausch















Regie: Wolfgang Schleif

Frauenmörder auf der Flucht...

Wolfgang Schleif ist der Regisseur des ungewöhnlichen Kriminalfilms "Der rote Rausch" mit Klaus Kinski in der Hauptrolle als unheilbar geisteskranker Frauenmörder. Ab 1935 arbeitete Schleif beim Film, zunächst als Regieassisttent, danach als Drehbuchautor und Schnittmeister. Unter anderem war er für den Schnitt der Propagandafilme "Jud Süd" und "Kolberg" verantwortlich Nach dem Krieg war er bei der DEFA angestellt. 1948 drehte er seinen ersten Film mit der antikapitalistischen Produktion "Grube Morgenrot". Mit dem Heimatfilm "Die Mädels vom Immenhof" landete er einen großen Kinohit. Danach kamen einige Schlagerfilme mit Freddy Quinn. "Der rote Rausch" wirkt ein bisschen wie ein Fremdkörper in seiner Filmographie. Josef Stief (Klaus Kinski) ist schon seit Jahren geschlossener Patient in der "Bewahranstalt für kriminelle Geisteskranke", denn er hat bereits 4 Frauen ermordet. Sein Therapeut Prof. Lindner (Dieter Borsche) geht davon aus, dass er nie mehr in Freiheit gelassen werden kann. Stief kann sich nach dem Morden an nichts mehr erinnern, er weiß somit nicht, warum er schon seit so langer Zeit eingesperrt ist. Doch eines Tages gelingt ihm die Flucht in die....Freiheit. Lindner ist äußerst besorgt und alarmiert sofort die Polizei. Dennoch gelingt Stief die Flucht an einen See nahe der Staatsgrenze. Die dortigen Schilf erntenden Bauern halten den Fremden für einen Flüchtling, der den Eisernen Vorhang überquert hat . Katrin (Brigitte Grothum), die Tochter des Gutsbesitzers Vollbricht (Jochen Brockman), erkennt ihren Mann Martin wieder, als sie den Fremden sieht. Er wurde zuletzt in Grenznähe gesehen und ist seither verschwunden. Stief, der sich an nichts erinnern kann, gibt auch an, Martin zu heißen. Vollbricht bietet „Martin“ eine Stelle auf dem Gut an. Der Fremde gewinnt Katrins Zuneigung, freundet sich mit ihrer Tochter Hanni (Christine Ratei) an und erweist sich als handwerklich geschickter Arbeiter. Vorarbeiter Karl (Sieghardt Rupp), der sich schon lange eine Zukunft mit Katrin erhofft hat, begegnet Martin mit Misstrauen. Auch die anderen Landarbeiter sind von seinem ängstlichen Verhalten überrascht. Martin entdeckt einen Zeitungsartikel über seine Flucht und stiehlt zufällig seinen Fahndungszettel von der örtlichen Polizeistation. Anna (Marina Petrowa), die Wirtin, weiß schon lange, dass Martin kein Flüchtling ist. Als sie ihn darauf anspricht, verliert Martin die Beherrschung, und es kommt beinahe zu einer weiteren Tat...






Dabei spielen Halsketten eine Rolle, die die Frauen tragen. Dieses Schmuckstück triggert die Hauptfigur so sehr, dass ihn eine Mordlust überkommt. Im Kinojahr 1962 wollten nur 167.000 Zuschauer den Film sehen, er war ein kommerzieller Mißerfolg. 1967 zeigte das ZDF den Film, danach geriet er in Vergessenheit. Er ist dennoch empfehlenswert, da hier ein verstörter, gefährlicher Aussenseiter auch auf einen gefährlichen Mob trifft. Im Grunde beinahe einzigartig in dieser Zeit als der deutsche Genrefilm Hochkonjunktur mit den Edgar Wallace Filmen inkl. zahlreicher Epigonen hatte. Obwohl im damals sehr trendigen Kolportage Stil ist "Der rote Rausch» bis heute ein seltsam schillerndes Werk: Weil es gleichzeitig etwas von einem Heimatfilm und einem Thriller hat. Erstaunlich ist der Film aber vor allem auch darum, weil er einen Täter zeigt, der eigentlich ein Opfer ist – und eine Gesellschaft, die das nicht sieht. 







Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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