Regie: Axel von Ambesser
Ein neuer Fall für Pater Brown...
Mit mehr als 3,7 Millionen Zuschauern war "Das schwarze Schaf" von Helmut Ashley aus dem Jahr 1960 ein riesiger Kinoerfolg. Grund genug um eine weitere Geschichte aus dem Fundus des britischen Schriftstellers Gilbert Keith Chesterton zu verfilmen, der insgesamt 49 Erzählungen über den Pater Brown schrieb. Pater Brown ist ein englischer katholischer Pfarrer, der als Hobby Kriminalfälle löst. In Deutschland ist er jedoch ein irischer Geistlicher und wird vom Volksschauspieler Heinz Rühmann perfekt verkörpert. 1962 entstand unter der Regie von Axel von Ambesser die Fortsetzung "Er kanns nicht lassen", der im Grunde seinem Vorgänger sehr ähnlich ist und in dem der deutsche Komponist Martin Böttcher erneut die Filmmusik schrieb. 2,6 Millionen Zuschauer im Kino und damit ein Rang 18 in den Kinojahrescharts belegen den Erfolg des Films. Neben Heinz Rühmann ist auch Lina Carstens als Haushälterin Frau Smith zu sehen. Pater Brown (Heinz Rühmann) lässt sich auch als Gemeindepfarrer der kleinen Insel Evert's Rock, auf die er vom Bischof strafversetzt wurde, nicht unterkriegen. Rigoros mischt er sich in einen Streit um ein Fässchen Whiskey ein, was ihm nur wenige Sympathiepunkte bei den hart gesottenen irischen Schmugglern einbringt. Als er in einem unzugänglichen Kellergewölbe des Pfarrhauses ein wertvolles Gemälde findet, das kurz darauf gestohlen wird, kann er deshalb auf keine Informationen von Seiten der Einheimischen hoffen. Der Diebstahl geschah ausgerechnet in dem Moment, als er beim Bischof (Rudolf Forster) zum Rapport antreten musste, weil er mit dem Fund erneut Schlagzeilen verursacht hatte – mit dem Ergebnis, dass er sofort wieder auf die Insel zurückkehren soll, um das Bild wieder zu beschaffen. Selbstverständlich gelingt Brown dieses Unterfangen, aber er verschont die Diebe, indem er sie zur Beichte bittet – niemals zuvor war die Kirche so gut gefüllt, wie an diesem Tag. Dieser Erfolg verhindert zwar seine Strafversetzung in den Innendienst, aber trotzdem muss er mit seiner Haushälterin den Gang in eine neue Gemeinde antreten. Angeblich bestand dort das einzige Verbrechen der letzten sieben Jahre aus dem Diebstahl eines Golfballs, aber schon auf seiner Fahrt zum Pfarrhaus wird er Zeuge eines heftigen Streits zwischen seit langem verfeindeten Nachbarn. Doch schon bei seiner Ankunft muss er einen Streit zwischen Lord Bannister (Otto Schmöle) und Lord Darroway (Rainer Penkert) schlichten. Er erfährt von einem Fluch, der auf den Schlossherren von Darroway liege. Aber er glaubt nicht daran und vermutet hinter den beiden angeblichen Unfällen Morde. Seine weiteren Recherchen führen ihn nach Dublin, wo er eine Mörder- und Rauschgiftschmugglerbande überführt. Und dann geschehen Morde und möglicherweise sind Frau Holland (Ruth Maria Kubitschek), Verwalterin bei Lord Penkert) und Erbin Berenice (Grit Böttcher), die mit dem Ex-Drogenabhängigen Bruce Payne (Peter Parten) verlobt ist, in großer Gefahr...
Die Filmbauten wurden von den Szenenbildnern Rolf Zehetbauer und Herbert Strabel entworfen. Gedreht wurde in den Bavaria-Studios in München sowie vor Ort auf Schloss Anif bei Salzburg, das im Film als „Darroway Castle“ diente. Weitere Aufnahmen entstanden in Irland.Den damaligen Kinobesuchern wird es egal gewesen sein, denn die Ansicht des Erstlings lag schon fast zwei Jahre zurück und ein unmittelbarer Vergleich war nur schwer möglich. Zwar fehlte „Er kann’s nicht lassen“ die atmosphärische Dichte und innere Schlüssigkeit des Vorgängerfilms, aber Heinz Rühmann blieb seiner Verkörperung des detektivisch begabten Pfarrers treu - letztlich die entscheidende Komponente für den Erfolg. Zudem ließ auch der Nachfolger für die Entstehungszeit erstaunlich liberale Ansichten erkennen, auch wenn die Kritik an der katholischen Kirche dezenter ausfiel. In der Filmographie von Axel von Ambesser befinden sich Klassiker wie "Der Pauker", "Die schöne Lügnerin", "Der brave Soldat Schwejk", "Gustav Adolfs Page", "Der Gauner und der liebe Gott" und "Kohlhiesels Töchter".
Bewertung: 7 von 10 Punkten.









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