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Montag, 31. August 2026

Fährmann Maria












Regie: Frank Wisbar (Frank Wysbar) 

Begegnung mit dem Tod...

Im Jahr 1935 schuf Regisseur Frank Wisbar (auch Frank Wysbar) mit dem Horrormärchen "Fährmann Maria" das vielleicht künstlerisch bedeutendste Werk seiner gesamten Laufbahn. Wismar wurde 1899 geboren, bekam 1932 erstmals die Gelegenheit einen Kinofilm zu inszenieren und bereits mit seinem zweiten Film "Anna und Elisabeth" kam es zu Konflikten mit den Kulturfunktionären der Nationalsozialisten, da der Film angeblich das gesunde Volksempfinden verletzte. Nach der Reichsprogromnacht 1938 emigrierte er mit seiner nicht "arischen" Frau Eva in die USA und auch dort hatte er im Filmgeschäft Erfolg, u.a. drehte er eine veränderte Neufassung von "Fährmann Maria", den viel horrorlastigeren "Strangler of the Swamp". Mitte der 50er Jahre kehrte er als amerikanischer Staatsbürger nach Deutschland zurück und verlegte sein filmisches Können vor allem auch auf effektiv gestaltete Kriegsfilme wie "Haie und kleine Fische", "Hunde, wollt ihr ewig leben", "Nacht fiel über Gotenhafen" und "Fabrik der Offiziere". Auch "Nasser Asphalt" mit Horst Buchholz gehört zu seinen wichtigsten Filmen.  Ein älterer Mann (Karl Platen) betreibt eine Fähre nahe einem kleinen Dorf. Eines Abends nachdem er einen Geiger (Carl de Vogt) übergesetzt hat, wirkt er erschöpft und schwach. Etwas später steht ein schweigsamer, schwarz gekleideter Fremder am anderen Ufer und erwartet eine Überfahrt. Es ist der Tod (Peter Voß) und während der Fahrt stirbt der alte Fährmann in den Armen des Todes. Einige Zeit später kommt eine obdachlose Frau (Sybille Schmitz) auf der Suche nach Arbeit in das Dorf und übernimmt den Fährdienst, der ihr vom Dorfvorsteher (Eduard Wenk) angeboten wird. Am nächsten Abend betritt ein verwundeter Mann (Aribert Mog) ihre Fähre. Sie versteckt ihn vor seinen unheimlichen Verfolgern und pflegt ihn in ihrer Hütte gesund. Nach und nach verlieben sie sich ineinander. Bald erscheint der schweigsame Fremde in Schwarz erneut am gegenüberliegenden Ufer und ruft die Fähre herbei. Während der Überfahrt bricht er schließlich sein Schweigen und erkundigt sich nach dem verwundeten Mann. Maria erkennt, dass der Fremde der Tod selbst ist, und versucht, ihn zu überlisten, indem sie ihn von ihrer Hütte weg in das Dorf lenkt, wo gerade ein Fest gefeiert wird. Die Dorfbewohner weichen vor dem Fremden zurück; dieser tanzt mit Maria, bis sie ihm entkommt und in eine Kirche flieht. Sie sinkt zu Boden und betet darum, dass der Tod sie mitnimmt und den verwundeten Mann verschont. Der Fremde findet Maria in der Kirche und verlangt, zu ihrer Hütte geführt zu werden. Um sie zu erreichen, müssen sie ein Moor durchqueren. Während sie den tückischen Pfad durch das Moor beschreiten, betet Maria erneut darum, ihr eigenes Leben zu opfern, damit der Mann, dem sie Zuflucht gewährt hat, weiterleben kann. Der Fremde macht einen Fehltritt und versinkt im Schlamm. Das Moor verschlingt ihn vollständig, und Maria entkommt unversehrt. Am nächsten Morgen setzen Maria und ihr Geliebter zum gegenüberliegenden Ufer über, um gemeinsam ein neues Leben...





Die Nationalsozialisten hatten 1934 die Standards für die Filmprüfung geändert – ursprünglich, um durch die Festlegung von Zensurvorgaben die Qualität der Filmproduktion zu steigern –, sodass diese nun auch Filmpreise umfassten. Infolgedessen erhielten Filme, die als staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll eingestuft wurden, besondere Vergünstigungen und unterlagen einer geringeren Besteuerung. Obwohl Joseph Goebbels, der Propagandaminister des Dritten Reiches, den Film als „ein Experiment, aber kein gutes“ abtat, erhielt er dennoch eine Auszeichnung für seinen künstlerischen Wert. Der Film ist eine Entdeckung wert, denn er zeigt wie gut der deutsche Tonfilm sich hätte entwickeln können, wenn nicht der Nationalsozialismus den deutschen Film zensiert hätte, so dass viele große Talente das Land verließen und vor allem in die USA emigrierten. "Fährmann Maria" ist zwar nicht so spannend, er hat aber eine wunderschöne, auch morbide Stimmung und die filmische Dramaturgie ist äusserst präzise. Es ist eine Geschichte über Liebe, die stärker als der Tod ist und diesen auch überwinden kann. Sybille Schmitz lieferte eine faszinierende Leistung als die heimatlose Frau, die als Fremde in den kleinen Ort kommt. 





Bewertung: 8 von 10 Punkten.