Samstag, 1. Februar 2014

Neues vom Hexer

























Regie: Alfred Vohrer, Will Tremper

Das Erbe von Lord Curtain...

Der 1964 entstandene Alfred Vohrer Klassiker "Der Hexer" kam auf großartige 2.6 Millionen Kinobesucher. Grund genug sehr schnell eine Fortsetzung über den beliebten Gangster nachzuschieben, der nach Australien fliehen konnte. Gemeinsam reist der Hexer (Rene Deltgen) mit Frau (Margot Trooger) und Archibald Finch (Eddi Arent) trotz der Gefahr von Scotland Yard diesmal gefasst zu werden nach London und damit gibts "Neues vom Hexer", denn immerhin wird er in Verbindung mit dem Mord an Lord Curtain gebracht. Als die Familie nämlich gemeinsam beieinander saß, hörte man im ersten Stock einen Schrei. Wenig später fand ihn sein Neffe Archie Moore (Robert Hoffmann). So jedenfalls sagen es alle Zeugen aus, auch Lady Aston (Brigitte Horney). Was aber nur die Täter wissen: Der Todesschrei kam von einem Band. Sir Curtain wurde einige Minuten früher im Keller von Archie und Diener Edwards (Klaus Kinski) gemeuchelt. Am Tatort hinterlegen die Mörder die Karte des Hexers, um geschickt den Verdacht auf diesen zu lenken. Doch Inspektor James W. Wesby (Heinz Drache) hat natürlich schon seine Zweifel an der Täterschaft vom Hexer, er kann sich sogar vorstellen für die Zeit bis zur Ergreifung des echten Mörders mit dem genialen Verkleidungskünstler Arthur Milton, genannt der Hexer, zusammenzuarbeiten. So entsteht eine Abmachung zwischen dem Gangster und Scotland Yard. Keine Festnahme bis zur Aufklärung des Falles. Da taucht Margie Fielding (Barbara Rütting), ein weiteres Familienmitglied der Curtains, auf...






Siegfried Schürenberg als Sir John hat wieder Momente für die Edgar Wallace Ewigkeit, aber auch ein gut aufgelegter Hubert von Meyerinck überzeugt als Richter Matthews. In "Neues vom Hexer" ist der amüsante Part gut vertreten. Barbara Rütting gefält als sehr starke eigenwillige weibliche Hauptfigur.
Sein Sequel zeichnet sich durch eine humorvolle, selbstironische Haltung zum 1965 bereits zum Klischee geronnenen Wallace-Stil aus, bietet eine verdrehte Murder Mystery im mondänen britischen Sujet mit zahlreichen Verdächtigen, Opfern und den gewohnten Beigaben. Der Figur des Hexers bietet mit seinen Verwandlungskünsten einige Gelegenheit, die üblichen Verwirrtaktiken der Wallace-Filme durch den Einsatz von Maskerade auf die absurde Spitze zu treiben. Eine der spannendsten Szene zeigt einen Stall, in dem mehrere Zirkus- oder Zootiere gehalten werden. Dort wird ein kleiner Junge mit Tigern zusammen eingesperrt, er bezähmt die Wildkatzen und reitet am Ende auf einer der gefährlichen Raubkatzen - es handelte sich dabei um den damals ca. 13jährigen Teddy Naumann, der tatsächlich aufgrund seines Vaters ebenfalls mit Tigern arbeitete. Es ist schade, dass "Neues vom Hexer" mit einer Zuschauerzahl von "nur" 1,8 Millionen Zuschauern die Erwartungen der Produzenten nicht erfüllen konnte. Daher kam es nie zu dem angekündigten "Hexer 3" am Ende des selbstironischen und äusserst unterhaltsamen Film, was sehr bedauerlich war. Es handelt sich tatsächlich um einen der besten Edgar Wallace Filme überhaupt. 







Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Zimmer 13

























Regie: Harald Reinl

Gangster und Frauenmörder...

Ein weiterer guter Beitrag aus der Edgar Wallace Filmreihe, denn wenn die Geschichte vom "Zimmer 13" dem Höhepunkt zusteuert, wird noch ein weiterer Handlungsstrang sichtbar, den man vorher gar nicht bemerkt hat und der umso überraschender zuschlägt. So endet der 1964 von Harald Reinl gedrehte 18. deutsche Edgar Wallace Film der Nachkriegszeit mit einem "Giallo" artigen Plot und der kommt so unverhofft, dass man es wirklich fast nicht glauben kann. Mit 1,8 Millionen verkaufter Kinokarten lag der Film nur sehr knapp unter dem Ergebnis des Vorgängers "Das indische Tuch", der für viele Fans vielleicht als der beste der ganzen Serie gilt.
Diesmal spielt Blacky Fuchsberger den versierten Privatdetektiv John Gray, der von Sir Robert Marney (Walter Rilla) engagiert wird, weil dieser sich nicht an Scotland Yard wenden kann. Denn ein gewisser Joe Legge (Richard Häusler) hat etwas in der Hand gegen ihn. 20 Jahre haben sich diese beiden Männer nicht gesehen und nun meldete sich Joe Legge um Marney für eine großen Eisenbahnraub zu verpflichten. Das Diebesgut soll im Landsitz von Marney versteckt werden, denn dort wird es die Polizei garantiert nicht finden. Aber vorher wird noch eine Frau auf dem Bahndamm, ganz in der Nähe vom Marney Besitz, von einem Mörder mit einem Rasiermesser kalt gemacht. Und Marney vermisst auch plötzlich ein Rasiermesser, er geht aber davon aus, dass Butler Ambrose (Erik Radolf) das Messer verlegt hat. Scotland Yard ist natürlich auch nicht untätig und hat Legge schon Tage vorher beschattet und die Polizei kann nicht so recht begreifen warum Legge mit dem unbescholtenen Marney in Verbindung steht. Da dieser erpresst wird - es geht dabei um das Leben von Marney Tochter Denise (Karin Dor) - wendet er sich an Gray, bekommt dann aber aufgrund der Brutaltät von Legges Gang kalte Füße. So schnell lässt sich Gray aber nicht abschütteln. Zuerst gehts mal wieder gemeinsam in eine der beliebten Spelunken, wo sich die Bande aufhält und ein zweiter Mord passiert. Wieder ist das Opfer eine Frau....




 Spannend inszeniert ist der Plan der Gangster, die einen großen Coup planen und alles genau berechnet haben. Dazwischen gibts immer wieder neue Morde zu verzeichnen. Sogar Gangsterliebchen Pia Pasani (Kai Fischer) muss ins Gras beißen. Aber warum ? Der mysteriöse Part des Films ist sehr dominierend. Natürlich darf auch der beliebte Sir John (Siegfried Schürenberg) nicht fehlen, der immerhin mit einem Dr. Dr. Higgins (Eddi Arent) aufwarten kann. Reizvoll wie imemr der Kontrast zwischen adligem Landsitz, gehüllt in Nebelschwaden, und dem Rotlichtmilieu, in dem die Gangster zuhause sind. 






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 


Freitag, 31. Januar 2014

Der Frosch mit der Maske

























Regie: Harald Reinl

Nachts im Nebel an der Themse...

Gleich der erste Edgar Wallace Film "Der Frosch mit der Maske" von Harald Reinl, der nach dem Krieg von Rialto Film und Preben Philipsen produziert wurde, lockte 3,2 Millionen Zuschauer in die Kinos. Sir Archibald Morton (Ernst Fritz Fürbinger) hat mit Richard Gordon (Joachim Fuchsberger) einen schlauen Neffen, der gemeinsam mit seinem treuen Butler James (Eddi Arent) gerne auf eigene Faust die Fälle seines Onkels aufklären möchte. Dazu gehört es auch sich sportlich sehr fit zu halten, tägliche Übungen stehen mit dem ebenfalls durchtrainierten Butler auf der Tagesordnung. Der spannendste unaufgeklärte Fall ist sicherlich die Ergreifung vom "Frosch mit der Maske", der schon wieder einen erfolgreichen Juwelenraub beging und den berühmten Schmuck der Lady Maggie Farnsworth (Charlotte Scheier-Herold) raubte. Inspektor Elk (Siegfried Lowitz) kann so gut wie keine Fahnungserfolge vorweisen. Ein Jammer, er steht immer mehr unter Druck - wobei Elk die Sache eher gelassen nimmt und weiter ermittelt. Immerhin konnte sich mit Inspektor Genter (Werner Hedmann) ein Kriminalbeamter in die Froschbande einschmuggeln, doch er büßt seinen Diensteifer mit dem Tod. Ein großes Interesse legt der Frosch für Elsa (Eva Anthes) und Ray (Walter Wilz) Bennet an den Tag, deren Vater John (Karl Lange) verschwindet immer für ein paar Tage "beruflich" und taucht dann wieder zu Hause auf. Besonderes Sorgenkind ist der etwas flatterhafte Ray, der inzwischen eine Anstellung bei Maitland (Fritz Rasp), die er trotz des Einsatzes von Rays Arbeitskollegen Philo Johnson (Jochen Brockmann) wieder verliert. Die Bande und vor allem die Reize der Barsängerin Lolita (Eva Pflug) sorgen aber dafür, dass Ray eine Anstellung in der Hafenspelunke Lolita Bar bekommt, damit geraten die beiden Geschwister ins Fadenkreuz des Frosches. Können Inspektor Elk und der Hobbykriminalist Gordon ein Rezept finden, den Killer zur Strecke zu bringen...





 Ich finde "Der Frosch mit der Maske" ist nach wie vor einer der gelungensten Edgar Wallace Filme. Eine sehr gelungene Balance zwischen Grusel, Spannung, Crime und Humor. Für letzteres sorgt natürlich vor allem Eddi Arent, aber auch Lowitz spielt seine Rolle staubtrocken mit einer guten Portion Ironie. Natürlich gibts wieder zahlreiche spannende Wendungen, einige Überraschungsplots und auch die Barsängerin-Sequenz mit Eva Pflug darf nicht fehlen. Dazu düsteres nebliges London Flair, gutes Spiel mit Licht und Schatten. Inszeniert wurde dieser erste Wallace Krimi von Harald Reinl, der noch viele weitere gute Beiträge der Filmreihe drehte







 Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Der rote Kreis



















Regie: Jürgen Roland

Das Fallbeil kann warten...

Der Mörder Henry Charles Lightman wurde in Toulouse zum Tod durch die Guillotine verurteilt, doch die Vollstreckung wurde aufgrund eines in das Fallbeil eingeschlagenen Nagels durch den betrunkenen Scharfrichter nie vollzogen. Der Gefangene wurde wieder in seine Zelle geführt. Dieses Ereignis sollte dafür sorgen, dass 8 Jahren später - in der Metropole London - 25 Menschen ihr Leben lassen mussten. Und hier fängt die eigentliche Story des zweiten Edgar Wallace Films an, der 1959 in der Gegend von Kopenhagen von Jürgen Roland mit guter Präzision gedreht wurde. Es war die zweite Produktion der Rialto Film Preben Philipsen und lockte 1,9 Millionen Zuschauer in die Kinos. Das war zwar nicht ganz so viel wie beim Erstling "Der Frosch mit der Maske", der auf stolze 3,2 Millionen verkaufter Kinokarten ein Megaerfolg wurde. Aber die Aussicht auf weitere Erfolge veranlasste die Constantin Film den Kauf der Filmrechte an den Kriminalromanen von Wallace. Statt Joachim Fuchsberger kommt in "Der rote Kreis" der junge Klaus Jürgen Wussow zum Zug, der die Rolle des erfolgreichen Privatdetektivs Derrick Yale spielt. Dieser wird von den erfolglosen Ermittlern des Scotland Yards zur Hilfe gerufen den unbekannten Erpresser und Mörder zu fassen, der am Tatort immer dieses Symbol mit dem roten Kreis hinterlässt. Sir Archibald Morton (Ernst Fritz Fürbinger) steht natürlich als Chief bei Scotland Yard ganz stark in der Kritik, denn sein Zugpferd, der bereits auf 40 Dienstjahre zurückblickende Chefinspektor Parr (Karl Georg Saebisch) hat derzeit gar keine Erfolge aufzuweisen. Die Zeitungen fordern junge, dynamische und engagierte Beamte und so kommt der smarte Schnüffler ins Spiel. Immer wenn einer der Opfer des roten Kreises zur Polizei geht, hat er sein Leben verwirkt. Der unbekannte Killer schlägt bei Verrätern erbarmungslos zu. So trifft es zuerst Lady Doringham (Edith Mill) und auch der adlige Beardmore (Alfred Schlageter) hat keine Lust auf die Forderungen vom roten Kreis einzugehen. Sein einziger Erbe ist der junge Jack Beardmore (Thomas Alder), der ein Auge auf Mr. Froyants (Fritz Rasp) undurchsichtige Sekretärin Thalia Drummond (Renate Ewert) geworfen hat. Doch Zeit zum Anbandeln bleibt nicht, denn der Killer schlägt erneut zu...






 Kühl, präzise und ohne Schnörkel - so inszeniert Jürgen Roland und kann trotz Reduzierung von humorvollen Szenen einen guten und spannenden Beitrag der Edgar Wallace Reihe beisteuern. Perfekt besetzt sind die beiden Hauptdarsteller Wussow und Saebisch, die die beiden ungleichen Ermittler spielen. Fast schon ein nüchtern inszeniertes Buddy Movie, wenn da nicht die für Wallace berüchtigten Plots und Überraschungen wären, die die Story rasant am Laufen halten. Vielleicht sogar mit einer der überraschendsten Wendung der beliebten Krimireihe.






 Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Der vierte Mann

























Regie: Phil Karlson

Bankraub in Kansas City...

Ein Mann (Preston Foster) schaut sich mehrere Tage hintereinander das Geschehen um 10 Uhr vor einer Bank in Kansas City an. Er hat alles genau studiert und plant mit einem Bankraub das perfekte Verbrechen. Dazu braucht er drei skrupellose Strolche, die diesen Coup brutal durchziehen können. In einem Notizheft hat er die Namen von Pete Harris (Jack Elam), Tony Romano (Lee van Cleef) und Boyd Kane (Neville Brand) aufnotiert. Alle drei werden von der Polizei gesucht, der Mann hat sie ausfindig gemacht und trifft die Schurken. Dabei hat er sein Gesicht hinter einer Maske versteckt - nacheinander willigen die Männer ein beim Überfall mitzumachen. Es bleibt ihnen ja auch nicht viel übrig bei soviel erpresserischem Geschick. Und ausserdem soll die Beute von 1,2 Millionen Dollar zu Viert geteilt werden. Da springen dann ja immerhin 300.000 Dollar für jeden raus. Auch beim Überfall selbst muß jeder der Männer eine Maske tragen, damit er seine Kumpane nicht erkennen kann und so keiner den anderen verpfeifen kann. Mit einem Lieferwagen eines Blumenhändlers wird der Überfall durchgezogen, denn genau dieser Lieferwagen hat jeden Morgen um 10 Uhr in der Nachbarschaft der Bank gehalten und Blumen ins anliegende Geschäft geliefert. Und so kommt es, dass der Fahrer dieses Wagens, der unbescholtene, aber dennoch vorbestrafte Kriegsveteran Joe Rolfe (John Payne) in den Verdacht kommt beim Überfall dabei gewesen zu sein. Er muss einige Tage in der Zelle verbringen und ist den Foltermethoden der örtlichen Ermittler, die gar nicht legal und zimperlich ans Werk gehen, ausgeliefert. Erst einige Zeit später wird der zweite Lieferwagen gefunden und somit Joes Unschuld bewiesen. Dieser lässt aber nicht locker und hat sich geschworen die Männer ausfindig zu machen, die die Bank ausgeraubt haben. Seine Spur führt zuerst nach Mexiko. In der Grenzstadt Tijuana soll sich womöglich Pete Harris aufhalten und dort warten bis der unbekannte Boss das gestohlene Geld verteilt. Tatsächlich soll auch ein Treffen der vier Gangster stattfinden. Dort - in einem mexikanischen Badeort - lebt auch der ehemalige Polizist Tim Foster mit seiner hübschen Tochter Helen (Coleen Gray)....

 "Der vierte Mann" ist ein Film Noir aus dem Jahr 1952 und heißt im Original "Kansas City Confidental" - bezogen auf diesen Fall, der in der Stadt als perfektes Verbrechen angesehen wird. Regie führte Phil Karlson, der in den 50er Jahren vor allem viele B-Pictures drehte. Dabei wird der Film immer wieder im Zusammenhang mit Quentin Tarantinos "Reservoir Dogs" genannt. Tarantino soll sich sehr stark von diesem Werk aus den 50er Jahren inspririert haben. Aber auch ohne Referenz ist Phil Karlson ein guter Vertreter seiner Gattung gelungen. Allerdings kommt keine Femme Fatale zum Einsatz, sondern eine hübsche Frau, die sich für den Helden der Geschichte interessiert und ihn nicht nur anwältlich berät. Der Plot klingt zwar sehr konstruiert, hat aber durchaus dieses Potential, das den Klassiker ausmacht. Immerhin sind auch die Bösewichte sehr gut gewählt, sowohl die drei Handlanger als auch der Drahtzieher des Ganzen, der einen ganz eigennützigen Plan verfolgt. Die DVD-Ausgabe ist ebenfalls sehr gut gelungen, besonders die Bildqualität ist sehr gut für einen solch alten Klassiker. Bitte mehr davon...

Bewertung: 8 von 10 Punkten.