Sonntag, 12. Januar 2025

Der Herrscher von Cornwall


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nathan Juran

Jack, der Riesenbezwinger....

Die guten alten Stop Motion Fantasyfilme der 50er und 60er Jahren haben alle einen Charmebonus. Einer der besten dieses Genres schuf Nathan Juran gemeinsam mit dem Tricktechniker Ray Harryhausen: "Sindbads 7. Reise" aus dem Jahr 1958 war auch ein guter Kinoerfolg und glänzte mit fiesen Zyklopen. Diesen Erfolg wollte Produzent Small vier Jahre später nach dem Motto "Besser gut kopiert, als schlecht neu ausgedacht" und finanzierte den Abenteuerfim "Der Herrscher von Cornwall" (Originaltitel: Jack the Giant Killer). Dieser Film brachte die Hälfte der wichtigen Leute des Sindbads Films wieder zusammen. Regisseur Nathan Juran wurde verpflichtet, ebenfalls der strahlende Held Kerwin Matthews - selbst der Bösewicht wurde nicht aufgetauscht, weil Akteur Thorin Thatcher, der den Magier Sokura spielte durfte nun in die Rolle des bösartigen Pentragon schlüpfen, ein Zauberer, der unbedingt wieder in Cornwall herrschen will, aber auf eine einsame Insel verbannt wurde.  Anstatt Ray Harryhausen wurde Jim Danforth mit den Special Effects betraut. Danforth war damals auch kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr. Immerhin arbeitete er an der Stop Motion Technik der MGM Produktion "Die Zeitmaschine" mit. Mit seinem großen Vorbild Harryhausen konnte er allerdings erst viel später - bei "Kampf der Titanen" gemeinsam arbeiten. Das old school Märchen  zeichnet sich durch eine umfangreiche Verwendung von Stop-Motion-Animation aus. Der Film wurde später von Produzent Edward Small neu geschnitten und als Musical wiederveröffentlicht, weil Columbia Pictures, die den Kinohit "The 7th Voyage of Sinbad" herausbrachte zu viel von ihrem Film geklaut ansahen und mit einer Klage drohten.   Die Geschichte selbst wurde bereits 1917, 1924 (ein Kurzfilm), 1931 (ein Zeichentrickfilm) und 1952 in Hollywood verfilmt. Obwohl einige Monster des Films, wie der Riese, der tanzende Narr oder das Monster mit den zwei Gesichtern sehr gut gelungen sind, gelang es aber nicht gesamthauft dieselben geninalen Spezialeffekte zu erzielen wie Harryhausen. Dazu sind die Hexen einfach zu albern und der Drache sind auch nicht besonders echt aus. Im Herzogtum Cornwall der Märchenzeit herrscht ein böser Zauberer namens Pendragon (Torin Thatcher)über Riesen, Hexen, Kobolde und andere dunkle Kreaturen. Ein Zauberer namens Herla besiegt Pendragon und seine Anhänger und verbannt sie auf eine unbekannte Insel. Nachdem Herla später stirbt, gibt es keine Verteidigung mehr gegen Pendragon, der Rache schwört. Jahre später feiert das Königreich die Krönung von Prinzessin Elaine (Judi Meredith), der Tochter von König Mark von Cornwall (Dayton Lummis). Pendragon kommt als ausländischer Lord namens Elidoras verkleidet an und überreicht Elaine eine Spieluhr mit einem tanzenden Miniatur-Narren in anthropomorpher Gestalt. In dieser Nacht späht Pendragon in das Schlafzimmer der schlafenden Elaine und öffnet auf magische Weise die Spieluhr, wodurch der kleine Narr freigelassen wird. Die Kreatur wächst zu einem abscheulichen Riesen namens Cormoran heran, den die Burgwächter nicht aufhalten können, als er Prinzessin Elaine entführt. Cormoran bringt Elaine zu Pendragons Schiff, wo ein tollpatschiger Handlanger namens Garna (Walter Burke) wartet. Ein tapferer junger Bauer namens Jack (Kerwin Matthews) rettet Elaine und tötet Cormoran. Aus Dankbarkeit schlägt König Mark Jack zum Ritter und ernennt ihn zu Elaines Beschützer. Als Jack und Elaine beginnen, sich ineinander zu verlieben, sind König Mark und sein Kanzler besorgt über die drohende Gefahr, die Pendragon droht. Der König beauftragt Jack, Prinzessin Elaine zu einem Kloster auf der anderen Seite des Meeres zu führen, wo sie sicher ist. Der Plan wird von Elaines Hofdame Lady Constance (Anna Lee) vereitelt, die, von Pendragon verzaubert, ihm den Plan des Königs offenbart. Pendragon schickt dämonische Hexen, um das Schiff abzufangen. Inmitten des Chaos wird der Kapitän des Schiffes ermordet und Elaine gefangen genommen. Jack möchte, dass das Schiff den Entführern folgt, aber die Mannschaft weigert sich und wirft Jack und Peter (Roger Mobley), den jungen Sohn des Kapitäns, über Bord. In seinem Schloss verzaubert Pendragon Elaine und macht sie zu einer bösen Hexe, die ihm treu ergeben ist. Pendragon kehrt nach Cornwall zurück und konfrontiert König Mark. Pendragon sagt dem König, er habe eine Woche Zeit, auf seinen Thron zu verzichten, damit Pendragon mit Elaine an seiner Seite regieren könne. Wenn der König sich weigert, wird Elaine getötet. Nachdem Pendragon verschwunden ist, erkennt König Mark, dass Lady Constance ihn betrogen hat. Vor einem Spiegel stehend erscheint sie in Hexengestalt. König Mark zerschmettert den Spiegel und befreit Lady Constance von Pendragons Zauber. Auf See rettet ein freundlicher Wikinger namens Sigurd (Barry Kelley) Jack und Peter. Er stellt ihnen den Wichtel (Don Beddoe) vor, einen Leprechaun, der vom König der Elfen in einer Glasflasche gefangen gehalten wird, weil er aus seinem Goldtopf Siebenmeilenstiefel gebastelt hat. Der Kobold (der nur in gereimten Sätzen spricht) erklärt, dass seine drei verbleibenden Goldmünzen jeweils einem ehrlichen Menschen einen Wunsch erfüllen können. Vielleicht gelingt es ja mit guten Zauberkräften die Prinzessin zu befreien...













Die Außenaufnahmen des Abenteuerspektakels wurden auf der Santa Catalina Island vor Los Angeles gedreht. Die Macher setzten auf knallbunt, gelegentlich driftet der Film etwas ab und das Drehbuch erscheint etwas dürftig. Die Verantwortlichen konnten aber einiges wett machen mit einem schön gestalteten Intro in Form eines alten Märchenbuchs, mit den gut aufgelegten Darstellern und natürlich wie bereits erwähnt mit einigen der für den Film erschaffenen kreaturen. 









Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

 

Montag, 6. Januar 2025

Frauen für Fort Del Torro


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Hugo Fregonese und Lucas Demare

Frauen für die Soldaten...

Für den im Jahr 1945 entstandenen argentinischen Western "Pampa Barbara" sind zwei in Argentinien sehr populäre Filmemacher verantwortlich: Lucas Demare und Hugo Fregonese. Der Film lief in Deutschland unter dem Titel "Karawane zur Hölle", Alternativtitel: "Frauen für Fort Del Toro". Bei der Preisverleihung der argentinischen Filmkritikervereinigung 1943 gewann Demare den Silver Condor Award für die beste Regie, den besten Film und zahlreiche weitere Auszeichnungen für "The Gaucho War" ,einen Film, der von Kritikern in Argentinien als einer der besten Filme seiner Geschichte angesehen wird. 1964 war er Mitglied der Jury der 14. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Er starb 1981 im Alter von 71 Jahren an einem Herzinfarkt. Hugo Geronimo Fregonese war ein Filmregisseur und Drehbuchautor, der während der klassischen Ära des argentinischen Kinos sowohl in Hollywood als auch in seinem Heimatland arbeitete. Sein Regiedebüt gab er 1943. In Hollywood drehte er gute B-Western wie "Trommeln des Todes", "Der Tag der Vergeltung" oder "Wilde Glut". In den 60ern inszenierte er auch in Europa einige Filme. Der Kassenerfolg "Old Shatterhand" lockte damals einige Millionen Zuschauer in die Kinos. Auch "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" ist eine weitere Regiearbeit von Ihm. Die Geschichte spielte im Jahr 1830. Pioniere und Soldaten versuchen, die "Grenze“ zu kolonisieren. Viele Männer desertieren aus der Armee. Ein leitender Beamter (Juan Bono) ist der Ansicht, dass der Frauenmangel eine Erklärung für dieses Phänomen ist. Kapitän Hilario Castro (Francisco Petrone) erhält die Aufgabe nach Buenos Aires zu gehen, einen Konvoi aus teilweise "zweifelhaften" Frauen zu rekrutieren und dann in die Kolonie zurückzubringen. Aber sein Soldaten fürchteten, dass diese hübschen Ladys nur für Deserteure reserviert sind, was auch wieder ein Grund für weiteres Aufbäumen der Untergebenen sein könnte.  "Pampa Bárbara" erzählt die allmähliche Vertreibung der indigenen Indianer Argentiniens aus ihrem angestammten Land durch die Europäer und ihre Nachkommen, von denen einige selbst Halbindianer waren und zeitweise unter den Indianern lebten. Die Grenze zwischen Indianern und Europäern wurde durch "Fortines“ (kleine Festungen) markiert, die von Wehrpflichtigen besetzt waren, und die Geschichte, die hier erzählt wird, dreht sich natürlich um die gefährliche Zwangsdeportation einer Gruppe von Frauen, die in Buenos Aires wegen Sittlichkeitsdelikten oder anderen Verbrechen bis hin zum Verbrechen verurteilt sind. So soll die Einsamkeit der Soldaten gelindert werden...




Luisa Vehil spielt die weibliche Hauptrolle. Sie ist keine dieser geächteten Frauen, kommt aber mit dem Gesetz in Konflikt, weil sie bei der Polizei eine wichtige Zeugenaussage verweigert. Sie ist es auch, die dem Führer des Trecks, Kaitän Hilario, näher kommt. Beide haben ein Geheimnis und Hilario ist darüberhinaus noch auf einem Rachefeldzug, dessen Grund sich auf dem Höhepunkt des Films herausstellt. Das Drehbuch ist manchmal etwas gestelzt und überdramatisch, hat aber gute schauspielerische Leistungen insgesamt zu bietenAusserdem ein Hervorragendes Produktionsdesign von Germán Gelpi (Gelpi war in über 30 Jahren ein durchweg guter Produktionsdesigner in mehr als 80 argentinischen Filmen). Stimmungsvolle, dramatische Kameraführung von José María Beltrán, Humberto Peruzzi und Bob Roberts. Die Regie von Demare/Fregonese hält ein gleichmäßiges Tempo und ist sowohl in Innenaufnahmen als auch in Außenszenen gut. Fregonese selbst drehte diesen Film als Savage Pampas (1966) in Hollywood neu, mit englischen Dialogen, Außenaufnahmen in Spanien und mit dem Zugpferd Robert Taylor in der Hauptrolle. Dieses Remake ist allerdings schwächer als das Original, dass bei einer Umfrage des Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken im Jahr 2000 zu den 100 besten Filmen des argentinischen Kinos den hervorragenden den 24. Rang erreichte. Leider ist das Bild und auch der Ton eher unterdurchschnittlich.





Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Verfluchtes Land


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Der gute Hirte...

Ab 1932 führte Henry Hathaway eigenverantwortlich Regie führen und wurde einer der erfolgreichsten Regisseure von Hollywood. Er wurde 1936 für "Bengali" für einen Oscar nominiert. Es blieb jedoch seine einzige Oscarnominierung, obwohl er danach sehr viele Klassiker wie beispielsweise "Peter Ibbetson", "Treck nach Utah", "Feind im Dunkel", "Der Todeskuß", "Kennwort 777", "Die schwarze Rose", "14 Stunden", "Niagara", "Prinz Eisenherz", "Garten des Bösen", "23 Schritte zum Abgrund", "Schieß zurück, Cowboy", "Land der 1000 Abenteuer", "Das war der wilde Westen", "Die vier Söhne der Katie Elder", "Nevada Smith" oder "Der Marshall" drehte. Mit John Wayne drehte er auch den bis heute eher wenig bekannten Western "Verfluchtes Land" (Originaltitel: The Sheperd of the hills"). Dieser Film aus dem Jahr 1941 ist vielleicht mehr Heimatfilm als Western und er zeigt die Klasse seines Machers. Der Film war Waynes erster Film in Technicolor und basierte auf dem gleichnamigen Roman von Harold Bell Wright. Der Film enthält auch zwei nicht im Abspann erwähnte Musikstücke. Das erste wird als Leitmotiv verwendet, um den Geist der verstorbenen Mutter des jungen Matt darzustellen: das Wiegenlied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ von Johannes Brahms, im Englischen allgemein bekannt als Brahms Lullaby. Die zweite nicht im Abspann erwähnte Komposition war „There‘s a Happy Hunting Ground“, Text und Musik von Sam Coslow, gesungen von "Fuzzy“ Knight, begleitet von einem a cappella-Chor in mehrstimmiger Harmonie; das Lied wird im Abspann noch einmal vom Chor allein gesungen. In den Ozark Mountains wird Jim Lane (Tom Fadden) von der Polizei verletzt, als er die geheime Brennerei der Familie Matthews bewacht. Er wird von einem geheimnisvollen Fremden, Daniel Howitt (Harry Carey) betreut, der sich in der Gegend niederlassen möchte. Jims Tochter Sammy (Betty Field) rät dem Fremden, der wie aus dem Nichts aufgetaucht ist, die verlassene Matthews-Farm zu kaufen. Der junge Matt (John Wayne), in den Sammy verliebt ist, wurde dort geboren.  Matt lebt seit seiner Kindheit bei seiner verbitterten und hasserfüllten Tante Molly (Beulah Bondi), die den Jungen bei sich aufnahm, weil ihre Schwester sehr früh starb. Der Grund dafür war ihr Mann und Vater von Matt, der sie im Stich ließ, wenig später starb sie. Matt kennt seinen Vater nicht, aber er hat sich geschworen, wenn er seinen Vater finden sollte, dann würde er ihn töten. Als Sammy ihrem Schwarm Matt, der ebenfalls wie alle seine Verwandten Schnaps brennt und verkauft,  von Daniels heroischer Tat berichtet, schaut dieser nur finster drein und im Laufe dieses Gesprächs entwickelt sich ein Streit, in dessen Verlauf Matt seine junge Freundin schlägt. Als sie davonrennt, denkt Matt nicht nur über sie, sondern auch über seine tote Mutter nach. Dass auf Jim geschossen wurde, erinnert ihn an seinen Schwur, den verhassten Vater bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu erschießen.In der Zwischenzeit gewinnt Daniel neue Freunde, indem er der schwerkranken Tochter einer Nachbarfamilie Sammys hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Er wird bald als der gute Hirte von den Einheimischen angesehen. Und er ist bald dazu entschlossen, dass er das Grundstück namens Moanin Meadow kaufen möchte - dort auf dem Land steht auch das Elternhaus von Matt.Sammy beginnt sich um Daniels Hass zu sorgen – sie glaubt wie alle Anderen, das Land sei verhext. Matt schenkt der jungen Frau, um ihr Herz zurückzugewinnen, einen Spitzenkragen, verweigert Daniel jedoch weiterhin eine Freundschaft. Zunehmend wird deutlich, dass die niederträchtige Mollie die Hauptschuld an Matts Verbitterung und Rachsucht auf den Vater trägt. Und tatsächlich verkauft sie das Land an Daniel, der ihr dafür 1.000 Dollar geboten hat. Sammy hat inzwischen das Gefühl, dass dieser so gutmütige Fremde Matts verschollener Vater sein könnte...







Das Ende wirkt zwar etwas aufgesetzt und typisch Hollywood-like. Aber gesamthaft überzeugt dieser frühe John Wayne Film auf ganzer Linie. Dies liegt auch an der sehr guten Besetzung und an den Co-Stars von Wayne wie Betty Field, Harry Carey, Beulah Bondi, Ward Bond oder Marjorie Main. Als Kameramänner agierten die Oscarerprobten Profis W. Howard Green (Academy Award für "Phantom der Oper") und Charles Lang (Academy Award für "In einem anderen Land" von 1934 - er war jedoch mit insgesamt 18 Nominierungen gemeinsam mit Leon Shamroy der am meisten nominierte Cinematograph der bisherigen Oscar Geschichte. "Verfluchtes Land" wurde auf 35 mm in Technicolor gedreht mit einem Bildformat von 1,37:1 auch bei seinem Kinostart so dem Publikum gezeigt. 









Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.