Samstag, 30. Dezember 2017

Land der Pharaonen



















Regie: Howard Hawks

Nellifers teuflischer Plan...

Die Voraussetzungen mit "Land der Pharaonen" einen Blockbuster zu landen waren sehr gut. Denn 1955 hatten die Monumentalfilme immer noch Hochkonjunktur. Mervyn Le Roys "Quo Vadis" war mit 12 Millionen Dollar Einspielergebnis der erfolgreichste Film des Jahres 1951. Zwei Jahre später katapultierte sich mit Henry Kosters "Das Gewand" erneut ein Genrevertreter an die Spitze der Kinojahrescharts. Dessen Nachfolger "Die Gladiatoren" - inszeniert von Delmer Daves - kam auf 26 Millionen Dollar Umsatz, im Jahr 1954 war dies Rang 4 der erfolgreichsten Kinohits. Und dies sollte noch nicht der Höhepunkt solcher Filme sein, denn mit "Die 10 Gebote" (Regie: Cecil B. De Mille, 1956) und "Ben Hur" (Regie: William Wyler, 1959) kamen noch zwei Filmklassiker in die Kinos, die nicht nur Filmgeschichte schrieben, sondern auch heute noch  in der inflationsbereingten All Time Box Office Liste die Plätze 6 und 14 belegen.
Dagegen hatte Howard Hawks Monumentalbeitrag keine Chance - er spielte lediglich 2,7 Millionen Dollar ein. Beim ersten Kinoeinsatz wurde noch nicht einmal das Budget von 2,9 Millionen Dollar wieder eingespielt. Heute kann man "Land der Pharaonen" aber als einen echten Kultfilm ansehen, denn Hawks Film ist im Vergleich zu seinen filmischen Verwandten kurz und knackig und kann wunderbar unterhalten.
Das Drehbuch schrieb Wiilliam Faulkner gemeinsam mit Harold Jack Bloom und Harry Kurnitz. Die britische Schauspielerin Joan Collins hatte ihre erste große Rolle und in Sachen Bosheit steht sie in der Rolle als Prinzessin Nellifer aus Zypern ihrer späteren Rolle als Alexis Colby aus dem "Denver Clan" in nichts nach.
Sie ist aber nicht die einzige schöne Frau in Hawks Kollosalgemälde. Die Italienerin Luisella Boni spielt die Sklavin Kyra und Kerima - bekannt aus Carol Reeds Meisterwerk "Der Verdammte der Inseln" - hat als erste Frau des Pharao Khefu eine wichtige Nebenrolle.
Nach seinem ersten kommerziellen Misserfolg mit "Land der Pharaonen" legte der Meisterregisseur eine Pause von 4 Jahren ein, ehe er mit "Rio Bravo" sein Comeback präsentierte.
Im alten Ägypten ist Pharao Khefu (Jack Hawkins) besessen von Gold und davon, sein Grab mit vielen Schätzen für das zweite Leben vorzubereiten. Seine eigenen Architekten liefern aber Vorschläge ab, die ihm gar nicht gefallen. Doch ihm ist beim letzten erfolgreichen Kriegszug die Verteidigung des Gegners aufgefallen. Beinahe wäre es den Ideen des Architekten Vashtar (James Robertson Justice) gelungen, den Angriff der Ägypter erfolgreich abzuwehren. Nun ist Vashtar mit seinem Volk Gefangener. Khefu und sein treuer Hohepriester Hamar (Alexis Minotis) bieten Vashtar eine Vereinbarung an: Wenn der in der Pyramide, die der Pharao erbauen lässt,  das Grabmal plünderungssicher machen kann, dann wird Vashtars versklavtes Volk wieder frei sein. Vashtar willigt ein, obwohl er selbst als Bauherr und Geheimnisträger beim Tode des Pharao ebenfalls das Leben verlieren wird.
Pharaos Frau Nailla (Kerima) schenkt ihm während der langen Bauzeit der Pyramide einen Thronfolger (Piero Giragnoni). Und als Prinzessin Nellifer (Joan Collins) als Botschafterin der Nebenprovinz Zypern auftaucht, wird sie durch ihre Schönheit und Rafinesse die Zweitfrau des Herrschers. Nur der Hohepriester ahnt, dass die neue Frau einen bösen Plan verfolgt. Inzwischen ist auch aus Vashtars Sohn Senta (Dewey Martin) ein erwachsener Mann geworden...





"Land der Pharaonen" bietet beeindruckende Außenaufnahmen, die mit dem CinemaScope Verfahren in Ägypten gedreht wurden. Howard Hawks inszenierte straff und spannend, eine Geschichte über die menschliche Gier steht im Mittelpunkt. Tatsächlich ist die Figur der Prinzessin Nellifer mit Joan Collins perfekt besetzt, die schafft es ganz leicht, dass der Zuschauer ihre Bestrafung wünscht. Ob diese dann auch kommt ? Jedenfalls benutzt sie eine giftige Kobra, ein Flötenspiel und ihre weiblichen Reize ein, um an ihr Ziel zu kommen. Auch Jack Hawkins und Alexis Minotis überzeugen.






Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen