Donnerstag, 28. Juli 2022

Das zweite Leben des Dr. X


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Vincent Sherman

Bogey, der Blutsauger...

Das Regiedebüt von Hollywoodregisseur Vincent Sherman wirkt aus heutiger Sicht extrem kurios. Humphrey Bogart ist in der Rolle ist in der Rolle eines Untoten zu sehen, der ständig frisches Menschenblut braucht um weiterhin lebendig zu sein. Der Film heißt "Das zweite Leben des Dr. X" und entstand 1939 nach der Kurzgeschichte "The Doctors Secret" von William J. Makin und man könnte vermuten, dass es sich um eine Fortsetzung des 1932 entstandenen Horrorfilms "Doctor X"von Michael Curtiz handelt. Doch beide Filme haben nicht viel miteinander zu tun. Vincent Sherman drehte auch nach "Das zweite Leben des Dr. X" zwei weitere Filme mit Humphrey Bogart: Er sprang 1942 für John Huston ein und beendete dessen Film "Abenteuer in Panama", danach folgte "Agenten der Nacht" - ebenfalls mit Bogey in der Hauptrolle.
Tragischer Unglücksrabe der Geschichte ist der Reporter Walter Garrett (Wayne Morris), der auf der Suche nach einer aufregenden Story ist. Daher ist er total euphorisch, denn die bekannte Schauspielerin Angela Merova (Lya Lys) gewährt ihm eines ihrer seltenen Interviews. Doch er findet den Star leblos in der Wohnung, sie wurde erstochen. Noch bevor er die Polizei informiert, ruft er seinen Chef an und kündigt ihm die Exklusivstory "Ermordung eines Stars" an. Doch als die Polizei eintrifft, ist die Leiche verschwunden und mehr noch: Die Tote taucht in der Redaktion auf und verklagt die Zeitung. Seltsamerweise sieht die Schauspielerin sehr blass, wie eine Leiche aus. Walter verliert seinen Job. Doch der Reporter ermittelt weiter und berät sich mit seinem besten Freund Dr. Mike Rhodes (Dennis Morgan) wegen diesem sonderbaren Vorfall. Der widerum erzählt alles dem berühmten Hämatologen Dr. Francis Flegg (John Litel), ein Experte in Sachen Blut und Blutgruppen. Als sie Rhodes seltsam aussehenden Assistenten Marshall Quesne (Humphrey Bogart) kennenlernen, wirkt dieser genauso blass und blutleer wie die Leiche der Merova, die Walter entdeckt haben will. Bei der Recherche alter Zeitungsausschnitte entdeckt Walter eine frappierende Ähnlichkeit zwischen Quesne und einem verstorbenen Dr. Maurice Xavier. Dieser war zwar genial, aber auch ein übler Verbrecher, der als Arzt und Wissenschaftler diabolische Versuche mit Menschen machte und dafür hingerichtet wurde. Kann es sein, dass Flegg mittels Experimenten mit Blut den Mad Scientist zum Leben erweckt hat ? Jedenfalls ist bald auch die hübsche Krankenschwester Joan Vance in Gefahr...



Bogart selbst hielt "Dr. X" für einen seiner schwächsten Filme. Es ist auch sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig, denn man verbindet Bogey natürlich immer mit seinen Paraderollen Sam Spade oder Philip Marlowe. Als zombieartiger Vampir, der Blut braucht, ist er natürlich aus heutiger Sicht eine Fehlbesetzung. Er wirkt aber dennoch irgendwie als Bösewicht recht furchterregend und Shermans B-Movie ist so flott und temporeich inszeniert, dass er sehr gut unterhält und eine Menge Spass macht.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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