Sonntag, 13. Juli 2014

Weihnachtsurlaub




















Regie: Robert Siodmak

Schwarze Weihnachten...

Robert Siodmaks 40er Jahre Thriller der schwarzen Serie setzen vor allem auf eine Figur, die eine krankhafte Psychologie aufweist und sich darüberhinaus noch eine obsessive Leidenschaft entwickelt. Seine Werke lassen den expressionistischen Stil erkennen. Seine besten Filme sind sicherlich "Rächer der Unterwelt" und "Die Wendeltreppe". Aber auch "Gewagtes Alibi" gilt als Meisterwerk. Auch die anderen Thriller aus der Zeit zwischen 1944 und 1948 sind äusserst sehenswert und auch "Zeuge gesucht", "Unter Verdacht", "Der Schwarze Spiegel" und "Schrei der Großstadt" gelten als gelungene Beispiele des Genres. Etwas untypisch ist dagegen "Weihnachtsurlaub", der 1944 entstand und als Rahmenhandlung den Weihnachtsurlaub des jungen Lieutenant Charles Mason (Dean Harens) anbietet. Charles will zu seiner Verlobten, die Hochzeit soll geplant werden. Doch kurz vor dem Abflug nach San Francisco erreicht ihn ein Telegramm, dass sein Mädchen einen Anderen geheiratet hat. Trotzdem entschließt er sich Mona zur Rede zu stellen. Doch der Flug muss aufgrund vom schlechten Wetter unterbrochen werden und die Fluggäste landen in New Orleans. Dort soll es an nächsten Tag weitergehen, aber durch eine Kneipenbekanntschaft wird erstmal das Etablissement „Maison Lafitte“besucht. Dort sind die hübschen Frauen den zahlenden Gästen unter Umständen auch sexuell gefällig. Er lernt dort die junge Sängerin Jackie Lamont (Deanna Durbin) kennen. Mit ihr besucht er die Mitternachtsmesse. Dort sieht er die Tränen der jungen Frau und nimmt sie später auch noch mit aufs Hotelzimmer. Die junge Frau erzählt ihm ihre Geschichte und in der Rückblende wird aus ihr Abigail Martin, eine Frau, die ihren Namen geändert hat, weil sie mit dem Mörder Robert Manette (Genr Kelly) verheiratet ist. In Rückblenden lernt sie ihre große Liebe kennen, der allerdings einen schwachen Charakter hat und der von seiner Mutter (Gale Sondergaard) dominiert wird...

In den 30er und 40er Jahren war Deanna Durbin eine der ganz großen Hollywood-Stars, ihre Beliebtheit war enorm groß. Heute ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Es mag daran liegen, dass sie 1948 im Alter von 27 Jahren ihre Filmkarriere aufgab und genau wie die große Greta Garbo ihrem Schwur treu blieb und nie zurückkam. 1983 gab sie in einem Interview an, dass sie der einzige Hollywood Kinderstar war, die im späteren Leben glücklich wurde. Ausflüge ins dramatische Fach - wie hier mit dem Siodmak Thriller-Melodram - wurden von ihren Fans nicht besonders honoriert. Als die Filmangebote immer uninteressanter wurden, zog sie sich zurück. Sie wollte Qualität zeigen, die man ihr nicht anbot. Schade eigentlich, denn Deanna hat in "Weihnachtsurlaub" eine gute Präsenz und sie bietet in der Rolle als junge Frau mit Schicksal eine gute Leistung. Gale Sondergaard, unvergessen als Mrs. Hammond in "The Letter" spielt ebenfalls sehr gut. Dabei bezieht der Film Noir vor allem in der Beziehung der beiden Frauen - Gale spielt die Schwiegermutter - seinen psychologischen Reiz. Beide Frauen lieben den Mörder. Die eine als Mutter und die andere als seine liebende Frau, die trotz des Verbrechens ihre Empfindung nicht unterdrückt. Die Mutter hatte jedoch gehofft, dass die junge Frau das unmögliche schafft und aus dem Ich-Schwachen Ehemann einen starken Partner macht. Die Drehbuchautoren mussten den Roman von Somerset Maugham aufgrund der Einhaltung des Motion Picture Production Codes abschwächen, da die sexuellen Abweichungen und die fehlenden moralischen Werte den Zuschauern von damals nicht zugemutet werden sollten.


 Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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