Mittwoch, 8. März 2023

Der Untergang der Titanic


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Jean Negulesco
 
Die Kollision mit dem Eisberg...
 
Bevor James Cameron bei seinem 11fachen Oscarregen für seinen "Titanic" Film zum "King of the World" wurde, gab es drei vorherige interessante Verfilmungen.
Im Dritten Reich inszenierte Herbert Selpin seine Version von "Titanic" - der Film musste am Ende von Werner Klingler fertig gestellt werden, da Selpin verhaftet wurde, weil er sich kritisch über die Wehrmacht und den Krieg geäussert hatte. Einige Zeit später fand man den Regisseur erhängt in seiner Zelle.
Hollywood drehte 1953 eine erfolgreiche Variante - Name des Films war "Titanic" und die Drehbuchautoren Charles Brackett, Richard L. Breen und Walter Reisch erhielten für ihr Drehbuch 1954 sogar einen Oscar. Ebenso wurden die Macher des besten Szenenbildes (Lyle R. Wheeler, Maurice Ransford, Stuart A. Reiss) nominiert. Der Film spielte 2,2 Millionen Dollar in den USA ein. 1958 gelang dem Briten Roy Ward Baker mit "Die letzte Nacht der Titanic" ebenfalls ein Publikumserfolg. Sie und alle anderen Verfilmungen über die berühmteste Katastrophe in der modernen Schifffahrt wurden in den Schatten gestellt durch Camerons eindrückliche Darstellung der Ereignisse an Bord des Luxusliners am späten Abend des 14. April 1912  als das Schiff mit einem Eisberg kollidierte und 2 Stunden und 40 Minuten später sank.
Cameron stellt neben dem schrecklichen Ereignis auch die Menschen auf den Schiff in den Mittelpunkt und präsentierte mit Rose Dewitt Bukater (Kate Winslet) und Jack Dawson (Leonardo di Capri) ein Filmliebespaar für die Ewigkeit. Die gleiche Idee hatte 1953 auch Jean Negulesco. Auch er zeigt die Annäherung zwischen der reichen Annette Sturges (Audrey Dalton) und dem mittellösen Gifford Jones (Robert Wagner). Anfangs zeigt sich die etwas arrogante Annette wenig beeindruckt vom guten Aussehen ihres neuen Verehrers, doch je länger sie auf See sind, desto mehr freunden sich die beiden an.
Annette ist mit ihrer Mom Julia Sturges (Barbara Stanwyk) und ihrem kleineren Bruder Norman (Harper Carter) an Bord. Julia hat sich mit ihren Ehemann Richard Ward Sturges (Clifton Webb) auseinandergelebt, weil Richard nie seßhaft werden konnte und die Familie innerhalb von Europa immer wieder umzieht. Julia will mit den Kindern - ohne Mann - in ihrer Heimat USA ein neues Leben beginnen. Die Kinder wissen nichts von den Plänen. Richard selbst hat in letzter Sekunde von der Abreise seiner Frau Wind bekommen und kauft einem baskischen Emigranten für viel Geld ein Ticket ab. Natürlich ist Julia überrascht, als sie ihren Gatten plötzlich an Bord sieht. Die beiden versuchen die gravierenden Konflikte vorerst vor den Kindern zu verheimlichen, doch es eskaliert immer mehr. Dann aber rammt ein Eisberg die Titanic, die schnell dem Untergang geweiht ist...




Der Film sollte zuerst "Näher zu dir, mein Gott" heißen und tatsächlich stimmen die an Bord gebliebenen Männer kurz vor dem Untergang ein trauriges Lied an, dann sinkt das damals größte Passagierschiff der Welt. Ich wage zu bezweifeln, dass es wirklich so friedlich und gesittet zuging, wie Negulesco es in seinem Film darstellt. Da ist das Szenario aus Camerons Film doch noch realistischer. Dass der Junge bei seinem Vater bleibt, bringt dem Film eine rührende Szene.




Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen