Mittwoch, 9. Dezember 2020

Das Testament des Dr. Mabuse


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Werner Klingler

Lohmann jagt ein Gespenst...

Nach den ersten drei Mabuse Filmen der frühen 60er Jahre war man guter Hoffnung, dass man jedes Jahr ein neues Mabuse Spektakel ins Kino bringen könnte.  Der vierte Mabuse Film "Das Testament des Dr. Mabuse" aus dem Jahr 1962 ist wieder ganz anders als sein Vorgänger "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse", der von Harald Reinl gedreht wurde. "Das Testament des Dr. Mabuse" hat den gleichen Namen wie der legendäre Film von Fritz Lang aus dem Jahr 1933 und ist tatsächlich ein Remake dieses Klassikers des frühen deutschen Tonfilms. Diesmal fehlt Lex Barker als FBI Mann Joe Como, aber dafür durfte wieder Gerd Fröbe als eigenwilliger Ermittler Kommissar Lohmann ran. Eine Filmfigur, die auch die Kindermorde in Fritz Langs "M - eine Stadt sucht einen Mörder" aufzuklären versucht. Auch er kann nicht ohne Assistent: Der junge Harald Juhnke übernahm die Rolle des Kriminalassistenten Krüger, der sich gerne reden hört.Die Location, die die CCC Filmkunst GmbH für das Remake wählte, ist erneut sehr düster und soll den Grusel noch verstärken. Doch diesmal befindet sich der Menschenschreck Mabuse (Wolfgang Preiss) in der Psychiatrie unter der strengen Kontrolle des dortigen Personals und des Professors Pohland (Walter Rilla), der den kranken Verbrecher psychologsich betreut. Dr. Mabuse selbst wirkt völlig willenlos und scheint enorm geistig umnachtet zu sein. Er arbeitet ständig an seinen Unterlagen, die einfach keinen Sinn mehr ergeben. Für den Beobachter wirken seine Zeichnungen und Formeln, die er aufs Papier kritzelt, völlig sinnlos und das Werk eines schwer geisteskranken Mannes. Aber wer leitet dann die sich unter einer Gruft befindende Kommandozentrale einer Verbrecherbande. In diesem raffinierten Versteck gibt ein Boss die Befehle an seine Bande. Keiner kennt den Supergangster, der ohne sich zu zeigen, die Bande mit genialen Verbrecherplänen versorgt und diese auch fürstlich belohnt, wenn der Coup gelang. Noch nicht mal der Snob Mortimer (Charles Regnier), zweite Hand des Chefs, weiß mehr. Und Neugier bringt den Tod, wie die Banditen bald merken. Denn einer, der mehr wissen wollte, bezahlte sofort mit seinem Leben. Mortimer muss nun einen neuen Mann suchen. Seine Wahl fällt auf den glücklosen Boxer Johnny Briggs (Helmut Schmid), der mit der attraktiven Nelly (Senta Berger) befreundet wird. Die Bande überfällt einen staatlichen Goldtransport und einige Zeugen, die Lohmann weiterbringen könnten, werden ermordet. Bald keimt in Lohmann der Verdacht auf, dass der irre Mabuse im Irrenhaus durch telepathische Kräfte seine Bande draußen befehligen kann...



Aufgrund der Altersfreigabe von 18 Jahren konnte der Film nicht an die Zuschauerzahlen der drei ersten Mabuse Filme der Nachkriegszeit anknüpfen. Dennoch spielte der Film noch genügend Geld ein, dass die Reihe fortgesetzt wurde. Regisseur Werner Klingler drehte bereits im 3. Reich Film. Sein bekanntestes Werk ist "Titanic" aus dem Jahr 1943. Auch seine Filme nach dem Krieg wie "Banktresor 713" oder "Spion für Deutschland" fanden ein Publikum. Auch sein Dr. Mabuse Film ist in weiten Teilen gut gelungen, weil die Atmosphäre und die Machart zwischen Gruselmärchen und Kolportage erneut stimmt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

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