Dienstag, 15. Dezember 2020

Scotland Yard jagt Dr. Mabuse


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Paul May

Unsterblicher Schurke...

1963 kam der fünfte Dr. Mabuse der Nachkriegszeit in die deutschen Kinos. Regie führte Paul May, der bereits im 3. Reich Heimatfilme drehte und in den 50ern und 60er Jahre mit den Filmen "08/15", "Und ewig singen die Wälder" oder "Via Mala" bereits respektable Erfolge feiern konnte. In diesem fünften Mabuse Streich kombinierte der Produzent Arthur Brauner diese Serie mit der etwa zur gleichen Zeit produzierten Bryan Edgar Wallace Filmreihe, denn die Vorlage stammt von ihm. Jedoch wurde aus Wallaces Romanvorlage "Die Welt steht auf dem Spiel" kurzerhand der dortige Bösewicht durch Dr. Mabuse ersetzt und so schwebt Schauspieler Wolfgang Preiss als Geist des angeblich toten Superschurken auch hier durch die Geschichte.
"Scotland Yard jagt Dr. Mabuse" ist allerdings ein Film mit Licht und Schatten. Interessant sind die eigenwilligen Konstellationen bei der Besetzung. So agiert Werner Peters, der meistens zu den bösen oder dubiosen Gestalten gehört, als Ermittler. Noch überraschender ist die Besetzung des jungen Klaus Kinski, der ist Inspektor von Scotland Yard zu sehen. Aber schon damals erkannte man das Potential des Schauspielers als ultimativer Bösewicht. So wird er aufgrund der Hypnose des Mabuse Geistes für kurze Zeit zu dessen Handlanger und darf für kurze Zeit seine Fähigkeiten als Gangster zeigen.
Inzwischen hat der Geist von Dr. Mabuse vollkommen von Nervenarzt Professor Pohland (Walter Rilla) Besitz ergriffen. Unter diesem Zwang des Unsterblichen will der Wissenschaftler die Welt in Krieg und Chaos stürzen. In Hamburg ist Inspektor Vulpius (Werner Peters) noch in Sachen Mabuse tätig, man will dort die Rekonstruktion des Testaments beenden. Auch auf der Insel tut sich was. Ein Zug entgleist und der englische Häftliing George Cockstone (Dieter Borsche) wird aus dem Zug entführt. Natürlich steckt Pohland bzw. Mabuses Geist dahinter, denn der Entführte soll sich das Vertrauen von Professor Laurentz (Alfred Braun) erschleichen. Denn der hat eine Art Fotoapparat entwickelt, mit dem man jedem anderen Menschen einen fremden Willen aufzwingen kann. Bald kommt es zur Zusammenarbeit zwischen der Hamburger Kripo und Scotland Yard, die Major Bill Tern (Peter van Eyck) mit dem Fall betrauen. Terns krimisüchtige Mom (Agnes Windeck) interesssiert sich natürlich ebenfalls brennend für diesen Fall und gibt ihrem Sohn den einen oder anderen entscheidenden Hinweis. In der Zwischenzeit werden normale Menschen hypnotisiert und zu kriminellen Taten gezwungen....


Am Ende des Films gibts dann auch ein HappyEnd in Sachen Liebe. Major Bill macht der hübschen Nancy Masterson, gespielt von Sabine Bethman, einen Heiratsantrag. Auch eine Prinzessin Diana (Ruth Wilbert) kommt in Paul Mays Sciencefiction-Krimifilm vor. Auf dem Höhepunkt des Geschehens übertreiben es die Macher aber extrem und der Film droht ins unfreiwillig Alberne abzugleiten. Den besten Part hat aber Agnes Windeck - einmal mehr in der Rolle, auf die sie im hohen Alter festgelegt wurde. Ihre Szenen als Mutter des Ermittlers sind gut gelungen und humorvoll. Ady Berger ist als Henker zu sehen, der sich selbst richtet und Jürgen Draeger ist der Chauffeur von Klaus Kinski, der dann auch noch von Mabuse als Werkzeug benutzt wird.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

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