Donnerstag, 20. Februar 2020

Sword of Doom


























Regie: Kihachi Okamoto

Kaltblütiger Mörder...

Kihachi Okamoto (1923 bis 2005) war ein japanischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er drehte viele Samuraifilme, sein international erfolgreichstes Werk "Samurai" entstand 1965 und der unvergessene Toshiro Mifune spielte die Hauptrolle. Ein Jahr später entstand der heute ebenfalls sehr bekannte "Sword of Doom".
Es ist schon sehr bald auffällig, dass der Regisseur in seinem Film das Gut-Böse Schema im klassischen Samuraifilm auf beispielhafte Weise aufbricht. Auch eine mystische Komponente durchzieht die Handlung: Ein böser Geist führt ein böses Schwert. Und dies scheint auf die Hauptfigur Ryunosuke Tsukue (Tatsuya Nakdadai) durchaus zuzutreffen. Sein finsterer und grimmiger Gesichtsausdruck passt sehr gut zu seinen frevlerischen Greueltaten. Der herrenlose Samurai tötet wahllos und hat keinerlei Erbarmen. Deshalb ist sein charakterlicher Ruf richtig schlecht, aber man weiß, dass Ryunosuke Tsukue einer der besten Schwertkämpfer überhaupt ist und fast alle seine Gegner im Kampf besiegt hat. Auch sein Vater (Ryosuke kagawa) war ein Meister des Schwerts und hatte nur den Kampf im Sinn. Nur das Flötenspiel gab ihm etwas Ruhe. Der Vater zeigt dem Sohn aber trotz der Stärke keine Liebe. Die erste Szene führt den Zuschauer auf den Großen Bodhisatva Gebirgspass, 20 km sind es noch bis zum nächsten kleinen Dorf. Ein alter Mann (Kinnosuke Takamatsu) und seine Enkelin Omatsu (Yoko Naito) sind dorthin auf dem Weg. Als die junge Frau kurz den Großvater verlässt, bittet der an einem dort stehenden Altar darum, dass er bald sterben werde, weil er glaubt seiner Enkelin zur Last zu fallen. Dieser Wunsch wird ihm erfüllt, denn hinter ihm taucht plötzlich ein Samurai auf, der den Alten tötet. Dieser Samurai ist Ryunosuke Tsukue und kurz darauf trifft er dort in den Bergen auf einen jungen Dieb, den er aber laufen lässt. Der Samurai wurde aufgrund seiner Regelbrüche im Kampf auch von der ortlichen Schwertkampfschule ausgeschlossen. Doch beim Wettstreit morgen soll er gegen den ehrenwerten Samurai Bunnojo Utsugi (Ichiro Nakaya) antreten. Für diesen Mann ist der Sieg besonders wichtig, denn nur so wird der Fürst ihm die Leitung der Kogen-Itto-Schule übertragen. Weil vom Sieg auch das Schicksal der ganzen Familie abhängt, trifft sich Bunnojos Frau Ohama (Michiyo Aratama) heimlich mit dem Gegner und bittet ihn darum ihren Mann gewinnen zu lassen. Der geht darauf ein. Aber wenn er seine Ehre aufgibt, dann soll die Frau sich ihm auch hingeben. So geschieht es, doch der Ehemann hat von dem unlauteren Deal Wind bekommen und überreicht noch vor dem kampf seiner Frau die Scheidungspapiere. Beim Kampf selbst wird allen Zuschauer klar, dass dies kein sportlicher Wettkampf mehr ist, sondern ein Duell auf Leben und Tod. Bunnojo hat vor den tödlichen Stich gegen den amoralischen Konkurrenten auszuführen, der kommt ihm aber zuvor. In der Folgezeit verdient er sich sein Geld als Auftragskiller und seit dieser Zeit lebt er auch mit Omaha zusammen, sie haben beide einen kleinen Sohn. Bunnojos Bruder Hyoma Utsuki (Yuzo Kayama) will immer noch seinen Bruder rächen und lehrt an der Schule der kampfkunst des angesehenen Meisters Toranoskuke Shimada (Toshiro Mifune), um sich irgendwann dem übermächtigen Brudermörder zu stellen....




Schuld und Sühne durchziehen die Handlung des Films und irgendwann führen die Handlungsstränge der Geschiche auch wieder zu dem jüngen Mädchen aus der ersten Szene, die sich in den jungen Rächer verliebt. Der Showdown beginnt in einem Freudenhaus und der inzwischen durchgedrehte böse Samurai wird von der eigenen Gruppe angegriffen. Aus diesem Kampf entsteht ein blutiges Gemetzel, dass am Ende alles zerstört. Die Figuren handeln nicht immer so, wie man es erwarten könne, am stärksten trifft diese auf Ryonosuke zu, der sich mit der zeit von allen Autoritäten über ihm losgesagt hat und immer weiter als gebrochene Figur seinen eigenen Abgrund zusteuert. Für mich ein äusserst gelungener, etwas anderer Samurai-Klassiker.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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