Mittwoch, 28. Juli 2021

Das Lied von Bernadette


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry King

Die Erscheinung von Lourdes..

Wunder gescheh´n...so auch in Lourdes, einem kleinen Städtchen mit ca. 13.000 Einwohnern am nördlichen Fuß der Pyrenäen. Heute ist die Stadt einer der meistbesuchtesten Wallfahrtsorte der Welt. Lourdes stellt für die vielen Pilger und Touristen rund 12.000 Betten zur Verfügung, mit rund 5 Millionen Übernachungen ist sie gleich nach Paris Spitzenreiter des Landes. Wie es dort heute zugeht, beschrieb die Jessica Hausner in ihrem interessanten Film "Lourdes". Wobei aber alles zurückgeht auf die Erscheinungen der 14jährigen Bernadette Soubirous im Jahr 1858. Das Mädchen ging am 11. Februar 1958 gegen 11 Uhr gemeinsam mit ihrer Schwester Antoinette (Ermadean Walters) und ihrer Freundin Jeanne Abadie (Mary Anderson) zur nahe gelegenen Massabielle Grotte, um dort jenseits des Flusses Holz zu sammeln. Während die beiden anderen Mädchen weiterlaufen, macht Bernadette eine Rast. Dort sieht sie oberhalb der Grotte in einer kleinen Nische eine weißgekleidete Frau (Linda Darnell). "Sie trug ein weißes Kleid, das mit einer blauen Schärpe gegurtet war. Auf jeden Fall hatte die Frau eine gelbe Rose von der gleichen Farbe wie ihr Rosenkranz" - so beschreibt das Mädchen den Anderen im Dorf ihre seltsame Erscheinung. Doch keiner will ihr so recht glauben. Diese Frau hat Bernadette aufgetragen insgesamt 15 Mal die Grotte zu besuchen. Spricht das Kind von der Jungfrau Maria ?
Die Familie selbst lebt in Armut. Die Mutter (Anne Revere) versorgt den Haushalt und arbeitet nebenbei. Der Vater (Roman Bohnen) ist Tagelöhner. In der Schule ist Bernadette wegen ihrem Asthmaleiden im Studium zurückgeblieben und sie kann nicht mal die Dreifaltigkeit erklären - folglich stehen auch die kirchlichen Vertreter den Aussagen des Mädchens mehr als skeptisch gegenüber. Pater Peyramale (Charles Bickford) glaubt zunächst - wie auch die Ordensfrau Marie Therese Vauzou (Gladys Cooper), dass Bernadette diese Geschichte nur erfunden hat und alles gelogen ist. Doch er ist immerhin gewillt die Wahrheit herauszufinden. Für den Kaiserstaatsawalt Dutour (Vincent Price) ist das Mädchen eine Gefahr und er tut alles daran sie als Lügnerin zu entlarven oder sie als geisteskrank hinzustellen. Doch laut dem Arzt Dr. Dozous (Lee J. Cobb) ist das Mädchen geistig nicht verwirrt...




Als Bernadette den Befehl der "Dame" bekommt von einer Quelle zu trinken, die gar nicht vorhanden zu sein scheint, und das Mädchen und den Sand und Schlamm in den Mund nimmt, wird sie vorerst zum Gespött der Menge. Doch dann fließt tatsächlich Wasser heraus und fortan wird Bernadette im ganzen Dorf verehrt. Der Film erzählt ihre Geschichte bis zu ihrem frühen Tod mit 35 Jahren.
1925 wird sie selig und 1933 heilig gesprochen. Die Handlung des Films von Henry King, der 1943 entstand, folgt dem Roman von Franz Werfel, der Fakten mit Fiktion verbindet.
Das 155 Minuten lange Religionsdrama wurde beim Kinostart ein riesiger Erfolg. Insgesamt spielte der Film in den USA 7 Millionen Dollar ein und er wird in den Kinojahrescharts 1943 auf Platz 3 der Liste notiert. Auch die Academy war entzückt und belohnte den stimmigen Schwarzweiß Film (Kamera: Arthur C. Miller) mit insgesamt 12 Oscarnominierungen, von denen vier zum Sieg führten. So erhielt Jennifer Jones als beste Hauptdarstellerin den Preis, ausserdem gewannen die Szenenbildner, der Kameramann sowie der Chefmusiker.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

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