Sonntag, 19. Februar 2023

Die Piratenkönigin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jacques Tourneur

Anne Providence...

"Ich wäre gestorben, wenn ich die Rolle der Anne nicht bekommen hätte. Die Kostüme sind der Wahnsinn, jedes Mädchen würde darin gut aussehen; die eng anliegenden Hosen und ein Hemd mit offenem Halsausschnitt und diese Stiefel. Ich bin in Lumpen gehüllt, aber es sieht einfach malerisch und verführerisch aus. Und die Figur der Anne ist großartig. Sie wurde vom gefürchtetsten Piraten großgezogen und kennt nur das Gesetz der Macht. Sie ist ein Tier, total animalisch. Ich kann es kaum erwarten bis wir drehen. Natürlich ist es auch eine risikoreiche Rolle, denn du könntest einen Narren aus dir machen, wenn du dein Spiel übertreibst" - so in ungefähr war das Statement der Hauptdarstellerin Jean Peters, die in "Anne of the Indies" (deutscher Filmtitel: Die Piratenkönigin) die Hauptrolle bekam. Eigentlich war für dieses Projekt zuerst Susan Hayward vorgesehen, die aber ablehnte. Dann kam Valentina Cortese ins Gespräch. Jean Peters war also nicht erste Wahl, doch die vielseitige Schauspielerin, deren erste Hauptrolle dies war, lieferte eine überzeugende Darstellung. Es folgten weitere wichtige Rollen in Henry Hathaways "Niagara", in "Viva Zapata" von Elia Kazan, in Samuel Fullers großartigem Noir "Polizei greift ein" oder in dem Publikumshit "Drei Münzen im Brunnen" von Jean Negulesco.
Nachdem sie ein britischen Schiff gekapert hat, bewarht die Piratenkönigin Anne Providence (Jean Peters) den von den Briten gefangen genommen Franzosen LaRochelle (Louis Jordan) davor ins Meer geworfen zu werden. Obwohl ihr wichtigster Gefolgsmann Red Dougal (James Robert Justice) die Begnadigung nur widerwillig akzeptiert. Er willigt ein sich Providences Mannschaft anzuschließen und obwohl Anne eine starke Frau ist, merkt sie, dass sie bei dem gut aussehenden neuen Besatzungsmitglied doch schwach werden könnte. Sie verliebt sich in den Mann. Sie reisen zu einer Insel, wo sich der gefürchtete Captain Blackbeard (Thomas Gomez) aufhält. Blackbeard hat Anne als Kind großgezogen und er ist so etwas wie Mentor und Vater in einem. Auch er misstraut dem Franzosen, zumal er sich sicher ist, dass er den Kerl schon irgendwo einmal gesehen hat. Als Anne mit ihrem Schiff schon wieder in See gestochen ist, kann sich Blackbeard wieder erinnern. Er hat ihn schon einmal bei der französischen Marine gesehen, als ein Pirat gehängt wurde. Das muss ein Verräter sein. Als er diese Information Anne mitteilt, will die es nicht glauben. Denn kurz zuvor kam es zu einem leidenschaftlichen Kuss. Der Mann, den sie liebt, kann kein Spion oder Verräter sein. Als Blackbeard La Rochelle mit dem Säbel verletzt, stellt sich Anne auf die Seite des Verletzten und bricht mit ihrem Ziehvater, der daraufhin unerbittliche Rache schwört. Bald stellt sich heraus, dass La Rochelle für die Briten arbeitet, da sie sein Schiff gekapert haben. Er will es wiederhaben und ausserdem ist er verheiratet mit der schönen Molly (Debra Paget)...




Der Film spielte in den USA ca. 1,5 Millionen Dollar ein und Kameramnn Harry Jackson hat ein gutes Auge für die Optik, denn genau so muss ein Piratenfilm aussehen. Jacques Tourneur führte Regie, ein Jahr vorher wurde mit "Der Rebell" ein weiterer Abenteuerfilm von ihm ein großer Erfolg. Der Film nimmt ein bisschen eine sonderstellung im Genre der Swashbuckler Movies ein, weil eine Frau die Rolle des Draufgängers bekam. Das Konzept des Films war so erfolgreich, dass einige Monate später auch Frank Yerbys Piratenroman "Lady Rotkopf" verfilmt wurde. Regisseur Sidney Salkow präsentierte dem Publikum eine weitere starke weibliche Piratenfigur, die von Rhonda Fleming gespielt wurde. Wenn man die Piratenfilme mit Maureen O´Hara noch dazuzählt, die dem "starken Geschlecht" Paroli bietet, dann erkennt man wieviel Emanzipationsgedanken in diesen Filmen schon transportiert wurden. Am Ende siegt dann doch die Liebe über den Hass, auch wenn es für Anne Providence kein HappyEnd gibt.





Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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